Schullandheim Renthendorf: Arbeiten für den guten Ruf

Renthendorf  Seit eineinhalb Jahren ist der Kreis Träger des Schullandheimes in Renthendorf – und es geht voran

Von links: Heike Lärz leitet das Schullandheim, Johanna Scheller ist Leiterin des Schulverwaltungs- und Kulturamtes im Landratsamt des SHK und Anja Scheller, die Hauswirtschafterin im Brehm-Schullandheim.

Von links: Heike Lärz leitet das Schullandheim, Johanna Scheller ist Leiterin des Schulverwaltungs- und Kulturamtes im Landratsamt des SHK und Anja Scheller, die Hauswirtschafterin im Brehm-Schullandheim.

Foto: Ute Flamich

Im Brehm-Schullandheim in Renthendorf wird auch fast eineinhalb Jahre nach Übernahme durch das Landratsamt des Saale-Holzland-Kreises (SHK) weiter an einem positiven Image gearbeitet.

„Der Ruf der Einrichtung war durch den Wechsel vom mittlerweile aufgelösten Verein zur Förderung der Kinder-, Jugend-, Familien- und Altenhilfe im SHK zum Landratsamt des Kreises beeinträchtigt, so dass sich einige Schulen gar nicht mehr angemeldet haben“, sagt Johanna Scheller. Sie ist die Leiterin des Schulverwaltungs- und Kulturamtes im Landratsamt des Saale-Holzland-Kreises.

Umso mehr freut sie sich über die Bilanz der ersten Monate im Jahr 2018. „Bis April hatten wir bereits 519 Übernachtungen. Finanziell gesehen, haben wir mit etwa 9000 Euro auch schon eine sehr gute Einnahmesituation in den ersten vier Monaten. Ein Grund dafür ist, dass wir seit ­einiger Zeit die Lebensmittel für das Frühstück und Abendessen selbst einkaufen. Das rechnet sich“, sagt sie.

Möglich ist das nur, weil Heike Lärz, die Leiterin des Brehm-Schullandheimes, seit September 2017 eine zusätzliche per­sonelle Unterstützung bekommen hat. „Die Neue“ ist Anja Scheller aus der Gemeinde Silbitz. Als Hauswirtschafterin hat die 41-Jährige eine halbe Stelle und ist damit – wie Heike Lärz auch – für 20 Stunden pro Woche im Schullandheim an­gestellt. Seit März dieses Jahres unbefristet. Die gelernte Industriekauffrau hat zuvor im Einzelhandel gearbeitet und dort ihren Job beendet, um im Schullandheim anfangen zu können. „Die Arbeit macht mir einfach Spaß“, sagt sie.

„Trotz der sehr guten Unterstützung durch Frau Scheller ist die personelle Situation nach wie vor ein Thema in unserer Einrichtung. Denn es sind viele 1000 kleine Dinge zu tun, die mit zwei halben Stellen und einer Kraft, die acht Stunden pro Woche von Eisenberg aus für uns arbeitet, schwierig umzusetzen sind“, sagt Heike Lärz.

Nichtsdestotrotz hat sich in den vergangenen Monaten vieles sehr positiv im Schullandheim entwickelt. So konnte zum Beispiel für ein gesundes Mittagessen die Bio-Küche „Werk 5“ aus Münchenbernsdorf gewonnen werden. „Außerdem haben wir uns um neue und zeitgemäße Projekte gekümmert, haben das Haus und das angrenzende Gelände umgestaltet und uns neue Partner wie die Polizeiinspektion des Saale-Holzland-Kreises, das Forstamt und das Gesundheitsamt gesucht“, sagt Johanna Scheller. „Eines unserer großen Anliegen ist, die Natur und Umwelt für alle Altersgruppen erfahrbar, erlebbar und begreifbar zu machen. Durch die einzelnen Projekte, Aktionen und Beobachtungen können Tiere und Pflanzen in ihrem Lebensraum bewusst wahrgenommen werden. Diesbezüglich haben wir auch mit der Natura2000-Station in der Brehm-Gedenkstätte in Renthendorf Kontakt aufgenommen.“

Zahlreiche Beschäftigungs-Möglichkeiten und Projekt-Ideen gebe es im und um das Brehm-Schullandheim. „Eine Lesenacht wäre vorstellbar. Solche werden an Schulen veranstaltet, also warum nicht auch hier bei uns?“, sagt Scheller. Zudem wolle man vor allem Vereine aus der Umgebung mobilisieren, in der belegungsarmen Zeit – das sind in der Regel die Monate November bis Februar – das Schullandheim für beispielsweise Workshops oder Fortbildungen zu nutzen.

Einen Backofen auf dem Gelände zu bauen und ein Hochbeet für Kräuter anzulegen, sind weitere Ideen. Nach wie vor sei der Ausbau des Dachbodens ein Projekt, das umgesetzt werden will. Als Rückzugsraum mit Leseecke könnte das große Zimmer dann, das bisher als Abstellraum dient, genutzt werden.

„Wir würden uns sehr freuen, wenn die Schulen mit ihren jeweils neuen 5. Klassen für einige Tage zu uns kommen, damit sich die Kinder besser kennenlernen können und damit das Zusammengehörigkeitsgefühl gestärkt wird. Ich weiß von den Gymnasien in Gotha, dass sie das so handhaben und sehr gute Erfahrungen damit gemacht haben“, sagt Johanna Scheller.

Grundsätzlich sei außerdem wünschenswert, dass die Kinder und Jugendlichen aller Schulen nicht weniger als fünf Tage im Schullandheim verweilen. Bisher seien es meist nur zwei oder drei Übernachtungen.

„Ich denke, dass es insgesamt ganz gut ist, dass der Kreis als freier Träger nun für das Schullandheim zuständig ist. Auch wenn mein Herz für alle Schulen im Landkreis schlägt, muss ich doch sagen, dass das Schullandheim ein bisschen zu meinem ‚Lieblingskind‘ geworden ist. Wir stehen voll hinter der Einrichtung und geben für diese unser Bestes für“, sagt Scheller.

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