Seit 20 Jahren Hardfolk-Rock aus Stadtroda

Stadtroda  Bei Biker-Treffen in Europa sind die „Limited Booze Boys“ ein Begriff. Am Wochenende gibt die Band eine große Party in der Lagerhalle.

Tom Kroneberger, Frontmann der Stadtrodaer Band „Limited Booze Boys“. 

Tom Kroneberger, Frontmann der Stadtrodaer Band „Limited Booze Boys“. 

Foto: Frank Kalla

Ein wenig Stolz schwingt schon in Tom Kronebergers Stimme mit, wenn er auf die „Limited Booze Boys“ zu sprechen kommt. „20 Jahre im Geschäft zu sein, das schafft nicht jede Band“, sagt er.

Von den Stadtrodaern weitgehend unbemerkt, haben sich die Stadtrodaer „Limited Booze Boys“ in der Bikerszene einen klangvollen Namen gemacht; man wird zu internationalen Treffen nach Polen, Italien, Tschechien oder Deutschland eingeladen, zudem gibt die Band Auftritte bei Stadtfesten wie beispielsweise in Mittweida oder spielt auch schon mal für den Bobecker Jugendklub auf dem großen Saal.

Die „Limited Booze Boys“ stehen nach eigenen Angaben für einen unverfälschten Hardfolk. „Der keltisch-schottische Einschlag und die teils volkstümliche Musikführung sind unsere Markenzeichen“, sagt Frontmann Kroneberger. Dabei sei bei der Gründung der Band vor 20 Jahren in Stadtroda gar nicht richtig klar gewesen, in welche Richtung man sich entwickelt.

„Die Musikrichtung ist über die Jahre entstanden.“ Allerdings, räumt Kroneberger ein, sei man beim ersten Auftritt in der Hainbüchter Loge schon eine Schocknummer für das Publikum gewesen. Dabei seien es weniger die Schottenröcke gewesen, mit denen man die Bühne betrat: Es seien vielmehr die nackten und tätowierten Oberkörper gewesen, die für Irritationen gesorgt hätten. „Heute sind Tattoos längst gesellschaftsfähig.“

Tattoos waren es auch, die zur Gründung von „Limited Booze Boys“ führten. „Man lernt eine Menge Leute in einem Tattoo-Studio kennen, irgendwann kam man dann auf die Idee, gemeinsam eine Band zu gründen“, sagt der Frontmann, der sich nicht nur als Musiker, sondern auch als erfolgreicher Tätowierer weit über die Saale-Holzland-Region einen Namen gemacht hat. Wobei: Die Musik wurde dem heute 51-Jährigen eigentlich schon in die Wiege gelegt.

„Ich stamme aus einer alten Musikerfamilie, mein Vater, der bei den Jenaer Dixieland Stampers gespielt hat, brachte mir als Musikpädagoge das Schlagzeug bei.“

Kroneberger besuchte Musikschulen in Stadtroda und Gera, er war in Weimar und startete mit der Gründung von „Limited Booze Boys“ eigentlich als Drummer. „Schlagzeug spielen und singen, das passte aber nicht zusammen.“

Kroneberger wurde Frontmann, in der heutigen Besetzung mit Andreas „Wanze“ Kretschmar (Schlagzeuger) und Jakob Volksdorf (Bassist) zählt nur noch Mirco Kopper (Gitarrist) zu den Gründungsmitgliedern. „Mirco kam vom Tröbnitzer Blasorchester und hatte eigentlich nur Trompete gespielt“, erinnert sich Kroneberger.

Weniger gern erinnert sich der Frontmann an die jahrelangen Auseinandersetzungen mit der Antifa, die die Band immer wieder in rechte Ecke zu schieben versuchen. „Wir haben uns nie politisch geäußert und werden das auch in Zukunft nicht tun.“ Seiner Band gehe es um Spaß. „Wir beackern Spaßthemen, greifen lustige Begebenheiten oder das Motorradfahren auf. Wir wollen die Biker nicht mit ernsten Themen nerven.“

Die Biker: Hier fühlt sich die Band aufgehoben. „In der Bikerszene kannst Du alt werden: Hier spielt es keine Rolle, ob du 18 oder 80 Jahre alt bist. “

Jede Menge Biker, gern aber auch Leute, die die „Limited Booze Boys“ einmal live erleben wollen, sind am Sonnabend, 14. September, ab 20 Uhr in der Lagerhalle im Stadtrodaer Beckertal willkommen. Bei freiem Eintritt werden „Rocksack“ und „Außensaiter“ auftreten, Kroneberger freut sich auf einen überwältigenden Abend. „Wir wollen unseren Fans und allen, die zu uns stehen, an diesem Abend einfach etwas wiedergeben.“

14. September, 20 Uhr, Lagerhalle, 20 Jahre „Limited Booze Boys“, Eintritt frei

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