Stadtroda: Parken in enger Straße sorgt für Unmut

Stadtroda  Eine Anwohnerin in der Stadtrodaer Ernst-Löbe Straße beklagt den derzeitigen Zustand: Eine Zufahrt für Rettungskräfte sei kaum möglich. Das Ordnungsamt will handeln.

Straßenenge in der Ernst-Löbe-Straße in Stadtroda: Wer an den parkenden Autos vorbei will, muss zwangsläufig auf den Gehweg fahren.  

Foto: Andreas Schott

Ganze 3,96 Meter breit ist die Zufahrt in die als Sackgasse endende Ernst-Löbe-Straße 35 bis 49. Parken dann noch Fahrzeuge in der Straße, schrumpfe die Durchfahrbreite auf unter zwei Meter. Oftmals werde dann der Gehweg als Fahrspur genutzt, um an den parkenden Fahrzeugen vorbei zu kommen. Dementsprechend weise der Gehweg erhebliche Beschädigungen auf, beschreibt Nicole Bergmann die Situation in der Straße, in der sie ein Reihenhaus besitzt.

Sie sehe generell bei der Zufahrt in die Sackgassenstraße erhebliche Probleme: egal, ob Handwerker die Reihenhäuser erreichen wollen, Fahrer von Lkws Ware anliefern oder Mitarbeiter der Post für die Zustellung lange Fußwege auf sich nehmen müssen.

„Als wie hier eingezogen sind und Möbelwagen zu unserem Haus gelangen wollten, war es schon mehr als problematisch“, schildert Nicole Bergmann die Situation, mit der sie generell nicht allein da stehe. Andere Anwohner müssen gleichfalls mit den vorgenannten Schwierigkeiten zurecht kommen.

Behörden haben Problem erkannt

Aber richtig dramatisch könnte es werden, wenn im Notfall ein Feuerwehreinsatz mit schwerer Technik notwendig sei, befürchtet sie. Wie das dann wäre, wolle sie sich gar nicht erst ausmalen.

Um das Problem irgendwie lösen zu können, hatte sich Nicole Bergmann unter anderem an die Untere Verkehrsbehörde im Landratsamt sowie an das Ordnungsamt der Stadt Stadtroda gewandt.

Mitarbeiter der Behörde aus der Kreisstadt Eisenberg waren auch vor Ort und haben sich ein Bild von der Situation gemacht, berichtet Nicole Bergmann.

Unsere Zeitung fragte gleichfalls zum Sachverhalt in der Landratsamt und im Ordnungsamt Stadtroda nach.

Auskunft erhielten wir von der Straßenverkehrsbehörde prompt. Sie teilte mit, dass aufgrund der geringen Breite der Straße das Parken laut Straßenverkehrsordnung Paragraf 12 ausgeschlossen sei. Hier ergebe sich ein Parkverbot auch ohne Verkehrszeichen, so die Behörde. Zudem verweist das Landratsamt auf eine ungehinderte Zufahrt im Brand- und Katastrophenfall. Die Straßenverkehrsbehörde im Landratsamt bestätigt, dass die Situation problematisch in Bezug auf die enge Straße und die nicht ausreichend vorhandenen Stellplätze sei. Es sei jedoch Sache der Eigentümer und der Stadt Stadtroda, hierzu in Verhandlung zu treten, um Lösungen zu erarbeiten.

Die Rechtslage sei eindeutig: Die Kontrolle des ruhenden Verkehrs obliege dem zuständigen Ordnungsamt der Stadt Stadtroda, teilt die Kreisbehörde mit.

Nicht ganz so rasch bezog das Ordnungsamt Stadtroda gegenüber unserer Zeitung Stellung. Dafür äußerste sich das Amt ausführlich. Im Kern räumt das Ordnungsamt ein, dass im besagten Bereich ungenügend Parkkapazitäten vorhanden seien. Das betreffe nicht nur die Ernst-Löbe-Straße 35 bis 49, sondern auch angrenzende Straßenzüge.

Künftig will Ordnungsamt verstärkt kontrollieren

Aus diesem Grund würde die Anordnung eines Halteverbotes im besagten Straßenzug zu einem „Parkdruck in den angrenzen Straßen“ führen. In deren Folge es zu Missachtung bestehender Verbote kommen würde, teilt Heike Rode vom Ordnungsamt mit.

Durchgehende Kontrollen, um das zu ahnden, könne das Amt insbesondere in den Abendstunden nicht leisten, ergänzt sie. Zudem merkt das Ordnungsamt an, dass das auch „nicht im Sinne der Anwohner“ sei, „da es an Alternativen zum Abstellen der Fahrzeuge mangele“. Dennoch verweist das Amt auf Kapazitäten am Freibad, die für die Abend- und Nachtstunden eine Alternative darstellten.

Künftig werde man, so das Ordnungsamt, im genannten Bereich verstärkt kontrollieren. Augenmerk werde man vor allem auf die Straßenabschnitte richten, an denen Rettungsdurchfahrten von 3,05 Metern unterschritten werden, an unübersichtlichen Straßenstellen sowie im Fünf-Meter-Bereich von Kreuzungen. „Verstopfte Rettungswege werden wir nicht tolerieren, um Gefahren für Anwohner abzuwenden“, kündigte Heike Rode an. Zudem räumt das Amt ein, dass wohl nur bauliche Veränderungen die Parksituation in der besagten Straße entspannen könnten.

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