Der 83-jährige Stadtrodaer Günter Schulz hat sich selbst um einen Corona-Impftermin bemüht

Stadtroda  Er will gesund bleiben und ältere Mitmenschen ermutigen. Er hat Vertrauen in den Impfstoff.

Der Stadtrodaer Günter Schulz, hier an seinem Computer, hat sich noch im alten Jahr um eine Covid-19-Impfung bemüht und sich die Doppel-Impfung gesichert. Impftermine können telefonisch unter (03643) 49 50 490 vereinbart werden.

Der Stadtrodaer Günter Schulz, hier an seinem Computer, hat sich noch im alten Jahr um eine Covid-19-Impfung bemüht und sich die Doppel-Impfung gesichert. Impftermine können telefonisch unter (03643) 49 50 490 vereinbart werden.

Foto: Andreas Schott

Günter Schulz freut sich, dass es ihm gelungen ist, einen Covid-19-Impftermin in der Impfstelle IST Jena erhalten zu haben. „Die erste Impfung ist am 20. Januar und die Wiederholung am 10. Februar“, erzählt der 83-Jährige.

Über die Covid-19-Impfung in Thüringen habe er sich Ende Dezember informiert. Auf dem Impfportal für Thüringen habe er die Telefonnummer entdeckt und sich an die Strippe gesetzt. Nahezu 90 Minuten Geduld sei gefragt gewesen, erinnert sich Günter Schulz. Doch irgendwann habe sich seine Beharrlichkeit ausgezahlt und der Kontakt hergestellt. „Das Gespräch selbst bezog sich auf Vorerkrankungen und natürlich mein Alter. Als ich mein Geburtsdatum nannte, war alles schon geklärt“, so Günter Schulz, der Ende des Monats seinen 84. Geburtstag begeht.

Günter Schulz lebt seit März 2019 in Stadtroda im eigenen Haushalt. Zuvor hatte er seinen Lebensmittelpunkt in der Dübener Heide (Sachsen-Anhalt). In die Stadt an der Roda sei Günter Schulz gezogen, – er ist seit fünf Jahren Witwer – um näher bei seiner Tochter, den Enkeln und Urenkeln zu sein. Während er in seiner alten Heimat unter anderem in einem Motorcross-Club aktiv war, hat er in seiner Wahlheimat dem TSV Stadtroda 1890 seine Unterstützung bei der Pressearbeit angeboten.

Verantwortung übernehmen und Ängste nehmen

Dass er sich für eine Impfung entschieden habe, dafür habe er von seiner Verwandtschaft Unterstützung und Zustimmung erfahren. Natürlich wolle er damit seine Gesundheit erhalten. „Aber ich trage auch Verantwortung gegenüber meinen Mitmenschen und will mich in halbwegs normalen Zeiten auch wieder in der Öffentlichkeit bewegen“, so Günter Schulz. Zudem wolle er mit seinem Vorgehen älteren Menschen die Angst nehmen und Mut machen, es ihm gleich zu tun. In Telefongesprächen mit Freunden und Bekannten habe er dazu ermuntert, sich ebenfalls um eine Impfung zu bemühen. „Viele ältere Mitmenschen im eigenen Haushalt wissen gar nicht, dass sie derzeit selbst aktiv werden müssen“, hat der Stadtrodaer festgestellt.

Zudem mahnt der 83-Jährige, das Coronavirus nicht zu unterschätzen. Die Zahl der Todesfälle und der Infizierten sprechen eine deutliche Sprache. Und wer eine Infizierung überstanden habe, leide häufig noch an Folgeschäden. Und weil Günter Schulz selbst einmal mit einer Lungenembolie zu kämpfen hatte, weiß er, wie es sich anfühlt, wenn die Lunge nicht mehr richtig funktioniere. „Das möchte ich mir ersparen“, sagt er.

Vertrauen in den Impfstoff

An Nachwirkungen, ausgelöst durch den in Rekordzeit entwickelten Impfstoff, glaubt der 83-Jährige nicht. „Ich gehe von einem sicheren Impfstoff aus. Wer für Millionen von Menschen einen Wirkstoff entwickelt, trägt ein gehöriges Maß an Verantwortung“, meint er und verweist zudem auf die Zulassung. Ohnehin habe er jedes Jahr auch der Grippeschutzimpfung vertraut.

Kontakte begrenzt der fast 84-Jährige auf ein Minimum. Lediglich für Einkäufe verlässt er zweimal die Woche seine Wohnung. Mit seiner Tochter und den Enkelkindern telefoniert er oder plauscht mal vom Balkon aus. Die Isolierung ist für den sportinteressierten und kontaktfreudigen Schulz eigentlich schwierig zu ertragen. Daher sehne er sich nach dem Tag, an dem er gemeinsam mit Mitmenschen in der Sporthalle ein Handballspiel anschauen könne, wünscht er sich.