Stiftung will Schule im SHK unterstützen – und beklagt Hinhaltung

Eisenberg  Nachgehakt Stiftung PhosZoe will das Förderzentrum in Hainspitz fördern und wartete seit Monaten auf Grünes Licht vom Landkreis

Spenden von „PhosZoe" für das digitale Lernen an der Martin-Luther-Grundschule und im Förderzentrum Hainspitz

Spenden von „PhosZoe" für das digitale Lernen an der Martin-Luther-Grundschule und im Förderzentrum Hainspitz

Foto: Angelika Munteanu

Das digitale Lernen zu fördern, hat sich die in Eisenberg ansässige Stiftung „PhosZoe – Licht und Leben“ Anfang vorigen Jahres auf die Fahnen geschrieben. Nach einer ersten Spende für die Grundschule „Martin Luther“ in Eisenberg hatte die Stiftung dem Förderzentrum Hainspitz in Aussicht gestellt, für das digitale Lernen in einen Klassensatz Tablets samt Lizenzen und Wartungsvertrag im Wert von mehr als 5000 Euro zu investieren.

„Die Umsetzung ist aber nur mit der Unterstützung des Landratsamtes als Schulträger möglich und daran scheitert es bis heute“, sagt verärgert der Stiftungspräsident Michael Frankstein.

Seit der Zusage an das Förderzentrum Hainspitz, die bei Lehrern und Schulleitung auf ein freudiges Echo gestoßen war, sei ein halbes Jahr vergangen – ohne dass sie verwirklicht werden konnte. Die technischen Voraussetzungen für das digitale Lernen an der Schule in Hainspitz seien laut des zuständigen Regionalmanager der Telekom ausreichend.

Wo die Schwierigkeiten aus Sicht des Schulträgers liegen, sei in des nicht klar, sagt Frankenstein. Für ihn ist es paradox, „dass eine Stiftung ,betteln‘ muss, eine Schule unterstützen zu dürfen“, sagt Frankenstein verständnislos. Denn es gehöre aus Verantwortung gegenüber ihren Spendern zu den Grundsätzen der Stiftung, dass sie ihre Gelder in der Region investiert, aus der sie gekommen sind, und ihre Zielgruppe sind ganz klar die benachteiligten Kinder und Jugendlichen.

Unsere Zeitung hat im Landratsamt nachgehakt, warum es bisher kein Grünes Licht gibt für die Stiftung. Henry Paucker, Amtsleiter für Organisation/IT-Service im Landratsamt, sagt dazu in einer Mail an unsere Redaktion: „Wir freuen uns über die Initiative der Stiftung ,PhosZoe – Licht und Leben‘ aus Eisenberg, das Staatliche regionale Förderzentrum Hainspitz mit einem Klassensatz Tablets und der zugehörigen Lernsoftware zu unterstützen. Wir haben dafür im Vorfeld auch bereits wichtige Fragen und Details geprüft. So haben wir bereits die Bandbreite des Internetanschlusses für das Bildungsnetzwerk am Förderzentrum in Hainspitz von bisher sechs Megabit auf die derzeit im Bereich des @school-Vertrages mit der Telekom maximal möglichen 16 Megabit erweitern lassen.“

Mit dem Anbieter, der die Wartung und den Support für die Tablets übernimmt, werde ein Vertrag abzuschließen sein, der konform ist mit der Datenschutzgrundverordnung. (DSGVO). Außerdem muss geklärt werden, wer die Pflege und Wartung der Geräte in der Schule vor Ort künftig übernimmt und Aufträge an den Vertragspartner der Lernsoftware erteilen darf, sagt Paucker. Dazu müsse eine Vereinbarung zwischen Schulleitung und Schulträger geschlossen werden.

Die Umsetzung der Regelungen zum Digitalpakt Schule des Bundes auf Landesebene sind erst nach dem 30. Juni zu erwarten. Sowohl die nötige Verwaltungsvereinbarung als auch die Mindestausstattungsrichtlinie bezüglich IT- und Präsentationstechnik in den Schulen würden erst im Entwurf vorliegen und seien noch in der Abstimmung, erläutert der Amtsleiter. „Deshalb halten wir es für realistisch – und dies ist auch so mit dem Stiftungsleiter besprochen – als Startschuss für das Projekt in Hainspitz den Beginn des neuen Schuljahres anzupeilen“, kündigt Henry Paucker an.