Team-Übungen und Mobbing-Prävention auf Seilstark-Abenteuer-Gelände

Schüler vom Gymnasium Eisenberg und der Gemeinschaftsschule Thalbürgel in Kämmeritz zu Gast.

Bei der sogenannten KPV-Schlinge schaffen es die Schüler vom Eisenberger Gymnasium auf dem Seilstark-Abenteuer-Gelände in Kämmeritz schließlich, unter 18 Sekunden zu bleiben. Foto: Oliver Will

Bei der sogenannten KPV-Schlinge schaffen es die Schüler vom Eisenberger Gymnasium auf dem Seilstark-Abenteuer-Gelände in Kämmeritz schließlich, unter 18 Sekunden zu bleiben. Foto: Oliver Will

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Kämmeritz. 17,31 Sekunden - der Jubel ist groß. Nach mehreren Anläufen hat es die Gruppe von Schülern der Klasse 6c vom Eisenberger Schiller-Gymnasium unter 18 Sekunden geschafft, komplett durch eine Gummischlinge zu steigen.

Auf dem Seilstark-Abenteuer-Gelände an der Holzmühle in Kämmeritz sind zur Zeit viele Schulklassen zu Gast, um an Team-Trainings und Übungen zur Mobbing-Prävention teilzunehmen. Erlebnispädagoge Andreas Feustel registriert ein großes Interesse an diesen Angeboten. In dieser Woche waren neben den 56 Sechstklässlern des Gymnasiums auch 42 Schüler der Thüringer Gemeinschaftsschule Thalbürgel zu Gast. Die Gruppen absolvierten ein Programm aus Aktionen, Prävention und dem Kletter­parcours.

Die Übung mit dem Gummiband heißt beispielsweise KVP-Schlinge. Die Abkürzung steht für: "kontinuierlicher Veränderungsprozess". Feustel erklärt: "Es geht um die Entwicklung einer Strategie und die Zeitoptimierung eines gemeinsamen Prozesses." Alle Mitglieder einer Gruppe müssen so schnell wie möglich durch die Schlinge steigen. Wie das am besten geht, müssen die Teilnehmer selbst entwickeln.

"Wir haben alle zusammen Vorschläge dafür unterbreitet", beschreibt Gymnasiastin Celina das Vorgehen. Das sei eine Methode, die sich auch im Schulalltag bewähre. "Beispielsweise wenn wir vergessene Hausaufgaben fantasievoll abschreiben", meint Julienne lachend. Philipp hingegen hat die Ideen der anderen zwar mit umgesetzt, sich selbst aber nicht dazu geäußert. "Das ist aber okay", meint er.

Immerhin hat es die Gruppe von anfänglich 56 Sekunden auf unter 18 geschafft. "Habt ihr gemerkt, wie wichtig es ist, miteinander zu reden und das Vorgehen zusammen weiterzuentwickeln?", fragt der stellvertretende Klassenlehrer Holger Teichert, der als Referendar Musik und Mathe unterrichtet. Die Planung habe eine unglaubliche Verbesserung ermöglicht. "Gemeinsam lässt sich eben viel mehr schaffen."

Andere Elemente zur Übung von Team-Prozessen sind die Zick-Zack-Brücke und die Gießkanne. Bei ersterem müssen die Teilnehmer verschieden lange Balken auf platzierte Baumstümpfe legen, ohne dabei den Boden zu berühren. "Dort fließt Lava", rufen einige Jungen, als Erwachsene dem wackeligen Bauwerk unachtsam zu nahe kommen. Die an acht Seilen schwebende Gießkanne muss von einem Eimer zum nächsten getragen und in diesen ausgeschüttet werden. "Als Lehrer erleben wir die Kinder hier ganz anders als im Unterricht", sagt Lehrer Heiko Ortner.

Ein für manche Klassen besonders tief gehender Prozess sei die Mobbing-Prävention, so Feustel. "Damit sollen die Kinder für die Entwicklung solcher Muster sensibilisiert werden", erklärt der Erlebnis-Pädagoge, der das Opfer spielt und sich dabei in ein von den Schülern gehaltenes Gummiband verstrickt. "Oft merken es angehende Opfer und Täter nicht einmal, dass sie in diese Rollen rutschen."

Weil sich in einer Mobbing­Situation meist niemand traue, etwas zu sagen, könne sie nur durch Außenstehende aufgelöst werden. "Da geht es nicht um Schuldzuweisungen, sondern darum, nach vorn zu blicken", betont Feustel. Eine Erkenntnis komme da immer wieder: "Wir müssen locker lassen."

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