Umweltprojekt im Saale-Holzland wartet auf Bundesförderung

Angelika Munteanu
| Lesedauer: 3 Minuten
Der Projektverantwortliche Sebastian Bischoff und die Biologin Christine Teumer stellen der Fraktionsvorsitzenden der Grünen im Deutschen Bundestag Katrin Göring-Eckardt (rechts) den Stand der  Revitalisierung des Klosterlausnitzers Moors vor.

Der Projektverantwortliche Sebastian Bischoff und die Biologin Christine Teumer stellen der Fraktionsvorsitzenden der Grünen im Deutschen Bundestag Katrin Göring-Eckardt (rechts) den Stand der  Revitalisierung des Klosterlausnitzers Moors vor.

Foto: Angelika Munteanu

Bad Klosterlausnitz.  Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag auf Wahlkampf-Visite im Moor bei Bad Klosterlausnitz.

Die Existenz von fleischfressenden Pflanzen im Moor bei Bad Klosterlausnitz nimmt Katrin Göring-Eckardt mit Respekt zur Kenntnis. Einigermaßen erleichtert ist die aus Thüringen stammende Spitzenpolitikerin der Grünen dann doch, als Sebastian Bischoff, der für die Revitalisierung des Klosterlausnitzer Moors zuständige Projektmanager aus dem sumpfigen Gewässer einen „Wasserschlauch“ holt – ein feinfädiges, gefährdetes Gewächs, das auf eine nährstoffreiche Umgebung angewiesen ist.

Das Moor bei Bad Klosterlausnitz gilt als das größte Durchströmungsmoor in Thüringen und damit als Lebensraum seltener, bedrohter Tier- und Pflanzenarten von landesweiter Bedeutung. Durch Entwässerung, Torfabbau bis in die 1970er Jahre, Eintrag von untypischen Nährstoffen und durch die Autobahn 9, die die Fläche durchschneidet, ist der Wasser- und Nährstoffhaushalt seit Jahrzehnten gestört. Seit einigen Jahren wird das Klosterlausnitzer Moor in der Regie der Regionalen Aktionsgruppe (RAG) im Saale-Holzland-Kreis mit Förderung der EU und des Bundes revitalisiert. Der zweite Abschnitt – die „Wiedervernässung“ – hat in diesem Jahr begonnen. Grund für die Fraktionsvorsitzende der Grünen im deutschen Bundestag, sich die für ganz Thüringen bedeutsamen Fläche im Saale-Holzland auf einer kurzen Wahlkampf-Visite anzuschauen.

Mit der Revitalisierung in diesem Jahr wollte Projektmanager Sebastian Bischoff eigentlich weiter sein. Aber wegen der Nässe in diesem Jahr könne er nicht mit dem Bagger ins Gebiet. Geplant sei, nach einem hydrologischen Gutachten alte Entwässerungsgräben wieder zu verschließen, damit sich das Wasser im Moor sammeln kann und das geschützte Gebiet als Lebensraum eben für den „Wasserschlauch“ oder auch die „Große Moosjungfer“ – eine bedrohte und streng geschützte Libellenart – erhalten bleibt. „Die Autobahn kriegen wir aber nicht weg“, stellt Göring-Eckardt beim Streifzug durchs Moor sachlich fest. Andere Bauprojekte wie die Starkstromtrasse Sued-Ost-Link haben wegen des Moors im Gebiet erst gar keine Chance. Für die Bevölkerung – Einheimische und Kurgäste – plant der Kurort perspektivisch neue Wanderwege durch das Moor. Zwei Trassenvorschläge gebe es, weiß Bischoff, die mit der Naturschutzbehörde abgestimmt werden müssten.

Förderzusage für mitteldeutsches Insektenschutzprojekt vertagt

Während für die Revitalisierung des Klosterlausnitzer Moors die Förderung gesichert ist, stehen die Gelder vom Bund für ein länderübergreifendes Insektenschutzprojekt weiterhin aus. Daran wollen sich Projektpartner aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und in Thüringen die RAG im Saale-Holzland mit der Natura 2000-Station beteiligen. Die Landwirtschaft im Kreis sei mit 450 Hektar für Blühstreifen im Boot, Kommunen würden sich mit Flächen beteiligen und auch Private wie etwa der Verband der Kleingärtner, erläutert die RAG-Managerin Ina John ihrem Gast Katrin Göring-Eckardt. Ziel sei es auch, Produzenten von heimischem Saatgut in der Region zu etablieren. Drei Millionen Euro seien für das mitteldeutsche Förderprojekt für einen Zeitraum von sechs Jahren kalkuliert, davon drei Prozent Eigenmittel und 13 Prozent Förderung vom Land, die gesichert seien. Das Problem: Die im Januar 2019 beantragte Förderung vom Bund steht bis heute aus. „Eine Absage gibt es nicht, aber die Zusage der Förderung ist jetzt auf Januar 2022 verschoben worden“, erläutert Ina John. Eine Anfrage dazu habe es im Bundestag bereits von der Grünen-Abgeordneten Steffi Lemke gegeben, weiß die Fraktionschefin. Ob die Förderung wirklich kommt, ist bislang offen.

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