Wähler in Trockenborn-Wolfersdorf hatten sich Rededuell gewünscht

Julia Grünler
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Am Mittwoch, 23. Juni, hat im Hotel "Am Kellerberg" eine Bürgerversammlung zu der bevorstehenden Stichwahl im Ort stattgefunden.

Am Mittwoch, 23. Juni, hat im Hotel "Am Kellerberg" eine Bürgerversammlung zu der bevorstehenden Stichwahl im Ort stattgefunden.

Foto: Julia Grünler

Trockenborn-Wolfersdorf.  Anlässlich der Stichwahl am Sonntag: Kandidat Siegfried Häfner lädt zu Versammlung in Wolfersdorf

Fast die gleiche Stimmenanzahl, haben die beiden Kandidaten für das Bürgermeisteramt in Trockenborn-Wolfersdorf zur Kommunalwahl am 12. Juni bekommen. Mit circa 83 Prozent war die Wahlbeteiligung im Ort zudem deutlich höher als im übrigen Kreis. Siegfried Häfner bekam 195 Stimmen, amtierender Bürgermeister Dieter Hoog erhielt 190 Stimmen. Am kommenden Sonntag wird die Gemeinde erneut zur Wahl aufgerufen, vorab gab es deshalb eine von Siegfried Häfner initiierte Bürgerversammlung im Hotel „Am Kellerberg“.

„Na mal sehen, was es noch zu sagen gibt“, sagt ein Herr auf dem Weg zur Bürgerversammlung. Es ist Mittwochabend, kurz vor 19 Uhr und der Saal im Hotel „Am Kellerberg“ in Trockenborn-Wolfersdorf ist bereits gut gefüllt. Der Raum ist voller Stimmengewirr, es wird auf Tische geklopft und sich gegenseitig begrüßt, weiße Zettel für Anmerkungen werden ausgeteilt. Dann nimmt Häfner das Mikrofon in die Hand und begrüßt die anwesenden Bürger. Leider, so sagt er, sei Dieter Hoog der Einladung zur Versammlung nicht gefolgt und man könne nicht in den gegenseitigen Austausch gehen. Dennoch wolle man nun mit den Bürgern ins Gespräch kommen, über Ziele und Probleme sprechen sowie Klarheit und Transparenz schaffen. Das Mikrofon geht an Uwe Köhler, er moderiert an diesem Abend die Versammlung. Diverse Themen werden angesprochen, immer wieder werden die Anwesenden von Uwe Köhler zu Redebeiträgen aufgefordert. Zum Thema Informationen im Ort, melden sich mehrere Stimmen zu Wort. Offene Diskussionen ohne Zensur, wünsche man sich. Es solle mindestens in jeder Legislatur eine Bürgerversammlung geben, erklärt eine Dame, eine andere Frau meldet sich mit dem Wunsch nach Aushängen am schwarzen Brett zu Wort und erntet reichlich Applaus, nicht jeder sei mit der Homepage des Ortes vertraut. Die Entstehung eines Dorfgemeinschaftshauses wird diskutiert, die Themen Landwirtschaft und Tourismus aufgegriffen. Eine Sprecherin erklärt, es gebe keine Busverbindung nach Trockenborn, sie verstehe nicht, warum dies nicht möglich sei, andere Ortschaften von ähnlicher Größe, würden schließlich auch Anschluss zum Nahverkehr haben. Viele Belange werden von den Anwesenden angesprochen, bis die Veranstaltung gegen 20.40 Uhr offiziell beendet wird.

Eine Dame erklärt, sie sei vor einigen Jahren zugezogen und lebe in der Waldsiedlung. An diesem Abend, wird diese häufig als isoliert oder sogar als „Schlafsiedlung“ bezeichnet. Wie sie erklärt, habe sie gehofft, dass viele Leute zusammenkommen würden. Sie wolle sich eine Meinung bilden können und sicherer für die Wahl am Sonntag werden. Ein Paar aus Wolfersdorf erklärt dagegen im Gehen, sie seien schon recht entschlossen, wen sie wählen würden, sie seien an diesem Abend vor Ort, um den kandidierenden Häfner zu unterstützen. Dennoch sei man enttäuscht, dass die andere Seite nicht dagewesen sei. Auf Nachfrage der Redaktion, erklärt der noch amtierende Bürgermeister Dieter Hoog, er habe zweimal im Gemeindebote darauf hingewiesen, dass er nicht wieder zur Wahl antreten werde, dennoch sei er als Wunschkandidat von Menschen aus der Gemeinde gewählt worden und nun automatisch in der Stichwahl. Er suche nicht die Auseinandersetzung bei einer Versammlung, wie sie im Hotel abgehalten wurde und habe sich bislang an keinem Wahlkampf beteiligt. Als Gründe für den Nichtantritt zur Wahl nannte er mehr Zeit für die Familie.