Warum es so stinkt in Trockenborn

Trockenborn.  Anwohner aus Trockenborn bittet die untere Umweltbehörde zu einem Ortstermin

Es stinkt am Bach in Trockenborn

Es stinkt am Bach in Trockenborn

Foto: Jens Henning

Friedhelm Seidler aus Trockenborn ist das Lachen vergangen. Seit 14 Tagen stinkt es gewaltig aus einem Bach, der keine 20 Meter entfernt von seinem Haus fließt. „Wenn es wenig geregnet hat, ist es besonders schlimm. Da riecht es besonders heftig“, sagte Seidler.

Für die Gerüche gibt es einen Grund. Knapp 50 Haushalte in Trockenborn leiten ihr Abwasser teilweise ungeklärt in den Bachlauf.

Auf das Geruchsproblem hatte Seidler die Untere Wasserbehörde im Landratsamt hingewiesen. „Ich hatte in Eisenberg angerufen. Wenige Tage später bekam ich auch schon die Einladung zum Ortstermin“, sagte er.

Vorigen Montag führte Seidler die beiden Vertreterinnen der Behörde an den Bach. Seidler war nicht allein. Er bekam von Hannes Tonn, einem engagierter Dorfbewohner, Unterstützung.

„Die zwei Frauen wussten sofort, dass hier irgendwas nicht stimmt. Sie haben sich alles aufgeschrieben“, sagte Seidler.

Er glaubt, die Lösung des Problems zu kennen: „Wir brauchen für unsere Gemeinde eine zentrale Kläranlage. Solange das Abwasser ungeschützt in den Bach fließt, wird es hier stinken. Wir sind jetzt im Jahr 2020. Normal ist das nicht, dass wir mit solchen Bedingungen auskommen müssen. Die Forderung zum Bau von Kleinkläranlagen haben wir abgelehnt. Aktuell ist die Aufforderung nur ausgesetzt worden. Wir verlangen eine Aufhebung.“ Die zentrale Kläranlage soll 2024 kommen. „Das wurde uns vom Zweckverband gesagt. Unsere Gemeinde ist eine der größten. Deshalb sollen wir als erste berücksichtigt werden“, sagte der Einheimische.

So wirklich überzeugt ist Seidler nicht. Zusammen mit vier anderen Einwohnern aus dem Ort hat er eine Bürgerinitiative für sauberes Abwasser gegründet. „Wir sind vier Rentner und ein Erwerbstätiger. Die vier Rentner sind nicht mehr die Jüngsten. Wir wollen die neue Kläranlage gern noch erleben“, sagte Seidler.

Er hofft auf eine Fortschreibung des Abwasserbeseitigungskonzeptes (ABK) des Zweckverbandes Thüringer Holzland. „Dazu brauchen wir aber auch die Hilfe der Bürgermeister der Städte und Gemeinden im Verbandsgebiet im ZWA“, sagte Seidler.

Bis Anfang 2021 will er zusammen mit seinen Helfern ein Schreiben erarbeiten und auch veröffentlichen.

Und wie geht es weiter mit dem Gestank am Bach in Trockenborn? Seidler hofft auf eine Antwort.

Die zuständige Sprecherin des Landratsamtes bestätigte den Sachverhalt und den Ortstermin. Auslöser für den unangenehmen Geruch seien verschiedene Einleitungen aus vorhandenen, nicht dem Stand der Technik entsprechenden Abwasseranlagen.

Sie informierte darüber, dass sich die untere Wasserbehörde mit dem ZWA Thüringer Holzland in Verbindung setzen werde.