Wasser marsch: Hydranten-Kontrolle in Crossen

Eisenberg/Crossen.  Nachgehakt: Was prüft der Zweckverband bei der Hydranten-Kontrollen im nördlichen Saale-Holzland und was sagen die Hinweistafeln am Straßenrand aus?

Bei der Hydranten-Kontrolle in Crossen steht Vorarbeiter Gunter Prüger vom Zweckverband Trinkwasserversorgung und Abwasserbeseitigung Eisenberg an einer Hinweistafel für einen Unterflur-Hydranten in der Waldstraße.

Bei der Hydranten-Kontrolle in Crossen steht Vorarbeiter Gunter Prüger vom Zweckverband Trinkwasserversorgung und Abwasserbeseitigung Eisenberg an einer Hinweistafel für einen Unterflur-Hydranten in der Waldstraße.

Foto: Foto: Angelika Munteanu

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Aus einem Schlauch sprudelt am Dienstagvormittag munter und klar Wasser in einen Gully am Ende der Waldstraße in Crossen. Im stürmisch-kalten Wind sind Instandhaltungsmechaniker vom Zweckverband Trinkwasserversorgung und Abwasserbeseitigung Eisenberg (ZWE) dabei, einen Hydranten zu kontrollieren. „Die Überprüfung findet turnusmäßig aller vier Jahre statt“, erläutert der Vorarbeiter Gunter Prüger. „Das dient der zuverlässigen Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser.“

Sollten Schäden festgestellt werden, dann werden sie gleich vor Ort behoben. Werkzeuge und Ersatzteile haben die Mechaniker vorsorglich in ihrem Fahrzeug dabei. Eigentlich seien die Hydranten so beschaffen, dass sie 50 und mehr Jahre halten. Zu etwa 90 Prozent liegen die Hydranten des ZWE mittlerweile in der Erde. Oberflur-Hydranten seien anfälliger und nur noch selten, sagt Prüger. Vereinzelt gibt es auch Schmuck-Hydranten, etwa im Ortszentrum von Crossen.

Doch Schäden können auch an Unterflur-Hydranten vorkommen. Beispielsweise am Metalldeckel, der die Armaturen zur Wasserentnahme abdeckt, die in Straßen oder Wege oder mitunter auch in freier Flur eingebaut sind. Selten gebe es Schäden am unterirdischen Hydranten selbst. Mitunter komme ein Schild abhanden, das am Straßenrand auf den nächsten Hydranten hinweist. „Das muss dann ersetzt werden“, sagt der Vorarbeiter.

Tafel dienen dem schnellen Finden der Hydranten

Das Hydranten-Hinweisschild am oberen Ende der Waldstraße in Crossen steht am Dienstagvormittag, wo es hingehört. Auch wenn die stürmische „Sabine“ kräftig an dem halbhohen Metallmast rüttelt, der das weiße Schild mit rotem Rand, Zahlen und Strichen trägt. „Das H darauf steht für Hydrant, die 100 dahinter für die Dimension der Hauptleitung, die durch den waagerechten Strich darunter symbolisiert wird“, erklärt der Wasserfachmann. Der Strich, der senkrecht von dem Hauptleitungssymbol nach unten führt, zeigt die Richtung an, in der sich der Hydrant befindet. Darunter die Zahl 4,0, die in Metern die Entfernung von der Tafel zum Unterflur-Hydranten angibt.

„Anhand solcher Tafeln sind die Hydranten schnell zu finden“, wissen die Instandhaltungsmechaniker. Das erleichtert die Arbeit beim Überprüfen der etwa 800 Hydranten im gesamten Verbandsgebiet im Norden des Saale-Holzland-Kreises enorm. Vor allem aber sind sie eine zuverlässige schnelle Hilfe bei einer Havarie im Trinkwassernetz.

Auch die Feuerwehren wissen anhand dieser Tafeln, wo sie Wasser saugen können, falls das eigene Löschwasser beim Brandeinsatz zur Neige geht. Als Löschwasser-Saugstelle sind die Hydranten im ZWE-Gebiet – im Unterschied zu anderen Kommunen – zwar nicht vorgesehen. Aber im Notfall legt der Zweckverband gegen die Nutzung durch die Feuerwehr kein Veto ein.

Bei den turnusmäßigen Kontrollen werden die Hydranten nicht nur auf etwaige Schäden untersucht. Kontrolliert wird auch, ob das Wasser sauber ist und ob es in ausreichender Menge durch die Hauptleitung fließt, ehe es durch Anschlussleitungen in die Häuser kommt. Der Wasserdruck sei dabei nicht so entscheidend und hänge davon ab, wie hoch der jeweilige Hochbehälter steht, meint Prüger.

Ist etwas nicht in Ordnung, muss das Rohr gespült werden

Für die Versorgung der Menschen in den Wohnblöcken in der Siedlung Waldstraße ist der Hochbehälter in Hartmannsdorf zuständig – einer von dreien in Crossen. Um die Wassermenge zu bestimmen, die am Hydranten ausfließt, wird der Druck im Rohr mit technischer Hilfe von den normalerweise 3,56 Bar für die Messzeit von fünf Minuten auf 1,5 Bar nach unten reguliert. Dann kommen immer noch 650 Liter pro Minute aus dem Rohr. „Das ist ausreichend genug“, sagt Prüfer.

Ist etwas nicht in Ordnung, muss das Rohr gespült werden. Deshalb weist der ZWE auch regelmäßig vor seinen Prüfterminen auf Rohrspülungen hin: weil die Trinkwasserversorgung im jeweiligen Gebiet dafür kurzzeitig unterbrochen wird und weil, wenn das Wasser wieder fließt, Schwebteilchen aus dem Wasserhahn kommen können. Aufs Wäschewaschen sollte deshalb bei Rohrspülungen verzichtet werden, empfiehlt der Zweckverband.

Das harte, kalkhaltige Wasser, über das sich die Crossener stets aufs Neue ärgern, beeinträchtige die Hydranten aber nicht, versichern die Techniker. „Der Kalk fällt nur aus und setzt sich ab, wenn das Wasser erhitzt wird. Durch die Hydranten fließt nur kaltes Wasser.“ An die 60 Hydranten allein in Crossen hat der ZWE unter Kontrolle. „Bis zum Ende dieser Woche haben wir damit noch gut zu tun“, meint der Vorarbeiter.

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