Wie ein Riesentank in Reichenbach versenkt wurde

Reichenbach  Im Zuge des Straßenbaus wurde gestern in Reichenbach ein Tank mit einem Fassungsvermögen von 96.000 Litern eingebaut

Die Zisterne wird in die Baugruben eingehoben. Fotos www.otz.de   

Die Zisterne wird in die Baugruben eingehoben. Fotos www.otz.de   

Foto: Andreas Schott

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Gegen 7 Uhr hatte Kraftfahrer Oliver Lehre seinen 23 Meter langen Schwerlastzug in der Kraftsdorfer Straße in Reichenbach auch durch die letzte Engstelle jongliert und stand an der Baustelle bereit. Beladen war der Lastzug mit einer riesigen Zisterne, in der Fachsprache als Kunststoff-Wickelrohr bezeichnet.

Gemeinsam mit Thomas Schneider, der im Begleitfahrzeug den Schwerlaster nicht nur absicherte, sondern beim Durchfädeln durch die Engstellen im Ort behilflich war, hatten die beiden sich am Mittwochvormittag in Wiehl bei Gummersbach auf Tour begeben, um am Abend gegen 19.30 Uhr in Hermsdorf anzukommen. „Wir haben uns gleich danach mit dem Pkw auf den Weg zur Reichenbacher Baustelle gemacht, um zu schauen, welche Hindernisse uns hier heute erwarten“, erzählt Thomas Schneider.

Wasserzisterne wiegt knapp acht Tonnen

Kurz nach 8 Uhr am gestrigen Morgen wurden die Gurte um die 16 Meter lange und 3,50 Meter breite Zisterne gefädelt. Und weil der aus Polypropylen bestehende Tank ein Gewicht von knapp acht Tonnen auf die Waage bringt, übernahm ein Schwerlastkran die Aufgabe, das Behältnis sicher in die Baugrube zu bugsieren. Begleitet von einigen Reichenbacher Einwohnern, die sich das Spektakel nicht entgehen lassen wollten, gelang das reibungslos und unkompliziert.

Den Einbau dieser Zisterne, die insgesamt 96.000 Liter Wasser aufnehmen kann, hatte die Gemeinde Reichenbach in Auftrag gegeben. Wie Bürgermeister Ralf Steingrüber sagte, diene der riesige Tank als Löschwasserreserve für die Feuerwehr, die im Brandfall bei Bedarf darüber verfüge könne.

Zufrieden über den Verlauf zeigte sich auch Strabag-Bauleiter Michael Hesse, der die bauseitige Verantwortung für die derzeit laufende Straßenbaumaßnahme in Reichenbach trägt. Die Bauleute hatten für den Tank eine 18 Meter lange und sechs Meter breite Baugrube mit einer Tiefe von viereinhalb Metern für den Tankeinbau vorbereitet. Um die Wasserreserve sicher ins Erdreich einzubetten, müsse man jetzt noch homogenen Flüssigboden einpumpen, den imposanten Behälter bis zur Mitte verfüllen und eine Auftriebssicherung einbauen, informiert der Strabag- Bauleiter.

Mit vor Ort war gestern Ralph Thiele von der Firma Hawle Kunststoff GmbH. Die Firma mit Sitz in Wiehl stellt unter anderem solche Riesentanks aus Polypropylen beziehungsweise Polyethylen für den bundesweiten Einsatz in der Wasser-, Abwasser-, Industrie- und Deponietechnik her. Er verweist darauf, dass die Reichenbacher Zisterne aus drei Teilen bestehe und mittels Extrusionsschweißverfahren gefertigt wurde. „Der Tank kommt daher ohne Dichtungen aus und ist dennoch komplett dicht“, informiert er.

Eingebaut werden solche Systeme, um Brandschutzbestimmungen gerecht zu werden. Vor allem dort, wo keine Löschteiche oder Brunnen vorhanden seien.

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