Wie feiern wir Weihnachten?

Johannes Franck schreibt über die beginnende Adventszeit, die anders als sonst wird.

Pfarrer i. R. Johannes Franck.

Pfarrer i. R. Johannes Franck.

Foto: Johannes Franck/Archiv

Freuen Sie sich auch auf den ersten Advent? Da holen wir wieder den Advents- und Weihnachtsschmuck hervor: die Schwibbögen, die Sterne, eine Weihnachtspyramide oder eine Krippe. Die erste Kerze am 1. Advent anzuzünden, das ist ein schöner Brauch. Da werden alte Erinnerungen an vergangene Weihnachtszeiten wach. Die Adventszeit ist eine Zeit der Erwartung, besonders bei den Kindern.

Freilich, da stehen in diesem Jahr große Fragezeichen: Wie werden wir das Weihnachtsfest feiern, mitten in der Corona-Pandemie? Ist das Weihnachtsfest gefährdet? Ich glaube, so wird es ganz sicher nicht kommen. Es mag Einiges anders werden zu Advent und Weihnachten.

Auf manches Vertraute werden wir in diesem Jahr verzichten müssen: fröhliche Tischrunden mit vielen lieben Gästen, Weihnachtsmärkte und Weihnachtsfeiern. Besuche wie sonst wird es nicht geben können. Keine Advents- und Weihnachtskonzerte, die Christvespern wohl nicht in den Kirchen, sondern im Freien. Es wird eine ruhigere Adventszeit werden.

Vielleicht können wir gerade deshalb in diesen Wochen überlegen, wie wir den notwendigen Einschränkungen etwas Positives entgegensetzen. So könnten wir uns doch vornehmen, beim Schreiben der Weihnachtskarten besonders an Menschen zu denken, die dieses Fest einsam erleben werden. Nicht nur ein kurzer Gruß, sondern auch einige persönliche Sätze oder ein Telefonat. Gerade die, die einsam und hochbetagt sind, würden sich freuen. Sie könnten uns dann vielleicht erzählen, wie für sie in Kriegs- und Hungerjahren die Weihnachtszeit ein hoffnungsvoller Lichtblick war, der Mut für die Zukunft gab.

Wir brauchen uns keine Sorgen um Weihnachten zu machen. Die Botschaft, die Menschen seit Christi Geburt erreicht, die gilt damals wie heute: „Und Gottes Frieden kommt auf die Erde zu den Menschen, denen er sich in Liebe zuwendet.” Nutzen wir die Adventszeit, um unsere Herzen dafür zu öffnen.