Wiesenknopf trifft Windkraftgegner: Auf ihrer Sommertour kam Umweltministerin Anja Siegesmund auch nach Crossen

Crossen  Mit dem Rad kam die Thüringer Umweltministerin Anja Siegesmund (Grüne) am Donnerstagabend von Gera nach Crossen. Als Teil ihrer Sommertour wollte sie sich hier über die Arbeit der Natura-2000-Station „Mittlere Saale“ informieren – konkret über die Maßnahmen, die unternommen werden, um der seltenen Schmetterlingsart Dunkler Wiesenknopf-Ameisenbläuling zu helfen.

Umweltministerin Anja Siegesmund (2.v.l.) machte auf ihrer Sommertour auch Station in Crossen. Ina John (links) und Stephanie Hellmann (3.v.l.) informierten sie über die Arbeit der Natura-2000-Station „Mittlere Saale" und das Projekt zur Wiederansiedlung des Wiesenknopfs in der Elsteraue.

Umweltministerin Anja Siegesmund (2.v.l.) machte auf ihrer Sommertour auch Station in Crossen. Ina John (links) und Stephanie Hellmann (3.v.l.) informierten sie über die Arbeit der Natura-2000-Station „Mittlere Saale" und das Projekt zur Wiederansiedlung des Wiesenknopfs in der Elsteraue.

Foto: Susann Grunert

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Ina John von der Regionalen Aktionsgruppe (RAG) Saale-Holzland, welche die Natura-2000-Station trägt, berichtete der Ministerin, das in Crossen und Nickelsdorf bereits seit 2013 daran gearbeitet wird, die Symbiose zwischen dem Schmetterling, dem Wiesenknopf und der roten Knotenameise wiederherzustellen. „Das dauert natürlich seine Zeit“, weiß Ina John.

Der Schmetterling braucht die Pflanze, um dort seine Raupen abzulegen, die wie­derum von der Ameise gepflegt werden, bis sie sich entpuppen. Grundschüler aus Crossen haben dafür in einer Arbeitsgruppe den Wiesenknopf ausgesät, im Gewächshaus vorgezogen und schließlich am Elster-Ufer ausgepflanzt. Mittlerweile ist eine richtige kleine Wiesenknopf-Population in der Elsteraue zu finden.

Symbolisch übergab Stephanie Hellmann vom Verein Ländliche Kerne, die das Projekt seit Jahren betreut, der Umweltministerin eine Tüte Wiesenknopf-Samen mit, um den Naturschutz weiter zu tragen.

Den Besuch der Ministerin hatten sich auch mehrere Bürgerinitiativen (BI) notiert. Wolfgang Maruschky von der BI Kiesabbau/Hochwasserschutz suchte das Gespräch mit Anja Siegesmund, um die seiner Meinung nach unzureichende Hochwasserschutzplanung an der Weißen Elster anzusprechen. Auch Marcel Möller von der für die Planung des Hochwasserschutz zuständigen Thüringer Landgesellschaft war vor Ort, und versprach, der BI alle hydrologischen Planungen und Berechnungen zukommen zu lassen, um Zweifel an den Maßnahmen ausräumen zu können.

Siegesmund riet der BI, von ihrem Recht auf Stellungnahme zum Vorhaben Gebrauch zu machen. „Sollte es darüber hinaus Gesprächsbedarf geben, können wir gerne noch einmal eine Runde bei uns im Haus machen.“ Dort sollte dann, so die Umweltministerin, auch ein Vertreter der Deutschen Bahn mit am Tisch sitzen. Denn das Argument der BI, den Bahndamm, der Crossen zuletzt 2013 vor einer Überschwemmung gerettet hatte, in die Planung mit einzubeziehen, sei zumindest „spannend“, so Siegesmund.

Mit Bannern und Schildern war eine BI aus dem Landkreis Greiz nach Crossen gekommen, die seit Monaten gegen die Errichtung eines Windrades bei Hundhaupten und Markersdorf kämpft. „1,2 Hektar Wald sollen gerodet werden – für ein Windrad“, so die Kritik. Es blieb beim stummen Protest, zu direkten Gesprächen mit der Ministerin oder ihren Mitarbeitern kam es nicht. „Ich hätte nie gedacht, dass ich mal gegen Grün protestiere“, rief ein BI-Mitglied Anja Siegesmund hinterher, als sie an der Gruppe vorbei radelte.

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