Wort zum Wochenende: Gabe und Aufgabe

Sieglinde Reinert
| Lesedauer: 2 Minuten
Sieglinde Reinert wirkt im Kirchenkreis Eisenberg als gemeindepädagogische Mitarbeiterin für die Region Stadtroda.  

Sieglinde Reinert wirkt im Kirchenkreis Eisenberg als gemeindepädagogische Mitarbeiterin für die Region Stadtroda.  

Foto: Andreas Schott

Sieglinde Reinert, Gemeindepädagogin für die Region Stadtroda, fühlt sich vom Leben reich beschenkt.

Waren Sie schon im Urlaub?

Verreisen ist eine Errungenschaft der Neuzeit. In den 1970er Jahren ist die Hälfte der deutschen Bevölkerung in den Urlaub gefahren, die anderen konnten es sich zu der Zeit nicht leisten. Sommerferien waren wichtig zum Ernten und Helfen.

Welches Geschenk für mich, dass ich zu der Generation gehöre, in der Urlaub und Reisen selbstverständlich sind. Ja, überhaupt habe ich oft das Gefühl, ich bin vom Leben reich beschenkt: ich suche mir aus, was ich esse und trinke; an unserem Haus ist ein Garten, den ich liebe, eine Terrasse, auf der ich abends unglaublich gern sitze.

Unsere Landschaft ist mir ein Geschenk. Es gibt Menschen, die ich liebe, Familie, Freunde, nette Nachbarn, freundliche Fremde. Ich habe einen Beruf, von dessen Geld ich leben kann. Wir leben im Frieden.

Natürlich gibt es auch viele Schattenseiten in meinem Leben und in unserer Welt. Ich möchte meinen Blick gerne auf das richten, was mich erfreut, damit ich mit den schweren Dingen des Lebens umgehen kann. Aus dem Guten schöpfe ich Kraft, um das andere auszuhalten oder zu bekämpfen, was nötig oder dran ist.

In den Bibeltexten dieses Sonntags geht es darum, dass wir das, was uns das Leben oder Gott an Gutem gibt, einsetzen. Das kann sehr unterschiedlich und vielfältig sein.

Wenn ich meine materiellen und ideellen Schätze entdecke, dann wachsen sie, wenn ich sie gebrauche. Das kann ein offenes Ohr sein für einen Mitmenschen, eine Spende für eine Hilfsaktion, ein gebauter Nistkasten, der Verzicht auf Plastik, die geschickten Hände, die reparieren und nicht wegwerfen, Babysitten und vieles mehr.

Alles, was das Leben fördert, ist im Sinn Gottes, der uns Verantwortung gegeben hat. Jeder Mensch trägt seinen eigenen, individuellen Teil. Den sollten wir leben und uns nicht am Negativen orientieren.

(Matthäus 25, 14-30 und Lukas 12, 48b)