Zirkus Baroness findet in Crossen ein neues Quartier

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Crossen.  Crossens Bürgermeister bietet nach Hilferuf eines Familienzirkus Standplatz an. Platz in Stadtilm war durch Hochwasser nicht mehr benutzbar.

Fühlen sich in Crossen gut aufgehoben: Joena Lauenburger mit Esel "Pinoccio" vom Zirkus Baroness.

Fühlen sich in Crossen gut aufgehoben: Joena Lauenburger mit Esel "Pinoccio" vom Zirkus Baroness.

Foto: Frank Kalla

Patricia Lauenburger blinzelt kurz in die Sonne, dann ruft sie die Enkelkinder zum Mittagessen.

„Wir sind der Gemeinde, aber insbesondere dem Bürgermeister dankbar, dass wir hier ein Quartier erhalten haben“, sagt die Artistin. „Einen brauchbaren Platz zu finden, ist für einen Zirkus in dieser Zeit überaus schwer.“

Seit 25 Jahren ist der Familienzirkus unterwegs in Deutschland, vor Corona gab man Gastspiele in kleineren Städten, in Altenheimen oder an Schulen. Zum Programm gehören Auftritte von Feuerspuckern, Messerwerfern, Tierdressuren werden gezeigt, natürlich darf die Clownerie nicht fehlen. 16 Tiere – Pferde, Ponys, Esel, Ziegen und Alpakas – nennt der Zirkus sein eigen. „Normalerweise wären wir auf unserer Tournee jetzt in Coburg, aber seit einem Jahr ist wegen Corona bei uns Stillstand“, sagt Patricia Lauenburger. „Es sind harte Zeiten, die Einnahmen fehlen, jeder Tag ist ein Kampf ums Überleben.“ Umso glücklicher sind die Zirkusleute, in Crossen neben dem alten Sportplatz eine Bleibe gefunden zu haben, wo es einen Strom- und Wasseranschluss gibt. Zwar hatte man in Stadtilm ein Winterquartier gefunden, ein Hochwasser führte aber dazu, dass das Gelände nicht mehr nutzbar war. Über einen Hilferuf beim MDR Thüringen Journal erfuhr Crossens Bürgermeister Uwe Berndt (Linke) von der Not der Zirkusleute und bot Hilfe an. „Ich habe meine Telefonnummer hinterlassen, kurze Zeit später war der Kontakt hergestellt.“ Berndt informierte den Gemeinderat, zur nächsten Sitzung wolle man darüber beraten, ob und wie sich der Zirkus an den laufenden Kosten beteiligt. „Mit ist wichtig, dass die Artisten erst einmal eine sichere Bleibe haben.“ Bei den Zirkusleuten hofft man, dass vielleicht der eine oder andere Einwohner mit Futter- oder Geldspenden hilft, dass man durch die Corona-Zeit kommt. „Wir sind über jede Spende, und sei sie noch so klein, dankbar“, sagt Artistin Joena Lauenburger.