Zugewucherter Löschteich in Hermsdorf sorgt für Unmut

Luise Giggel
| Lesedauer: 2 Minuten
Der Löschteich in der Hermsdorfer Friedenssiedlung führt seit vielen Jahren kein Wasser mehr.

Der Löschteich in der Hermsdorfer Friedenssiedlung führt seit vielen Jahren kein Wasser mehr.

Foto: Luise Giggel

Hermsdorf.  Nachgehakt: Was passiert mit dem Areal in der Friedenssiedlung?

Ein scheinbar verlassenes Grundstück zwischen Garagenkomplex und Bahnschienen in der Hermsdorfer Friedenssiedlung war Anlass für einen Anwohner der Stadt, sich bei unserer Redaktion zu melden. Ein brachliegender Löschteich verbirgt sich dort hinter einem durch ein Vorhängeschloss gesicherten Zaun und wird seit Jahrzehnten von Bäumen und Sträuchern zugewuchert. Was soll mit dem ehemaligen Löschteich passieren, und gibt es genug Wasser für die Hermsdorfer Feuerwehr, falls in der Gegend ein Brand ausbricht?

Nicht als Löschwasserteich ausgewiesen

Bei letzterem Bedenken kann Stadtbrandmeister Robert Plötner schnell Entwarnung geben: Die Hermsdorfer Feuerwehr nutzt für ihre Einsätze ein Hydrantenbuch, in dem alle mit Leitungswasser betriebenen Hydranten verzeichnet sind. Diese werden laut Aussage von Bürgermeister Benny Hofmann (parteilos) regelmäßig vom Zweckverband zur Wasser- und Abwasserentsorgung „Thüringer Holzland“ (ZWA) überprüft. Nachdem in der Vergangenheit Hydranten nicht funktioniert hätten, seien diese Wartungen verschärft worden, sodass das Hydrantensystem der Stadt „eine 100-prozentige Abdeckung auch in der Friedenssiedlung“ garantiere, sagt Benny Hofmann.

Löschwasserteiche seien nur in der Umgebung größerer Unternehmen nötig, beispielsweise sei das Regenrückhaltebecken in der Oststraße das neueste, das für Löschzwecke genutzt werden kann. Das zugewachsene Areal in der Friedenssiedlung ist nicht als Löschwasserteich ausgewiesen.

Zaun soll vor Eindringlingen schützen

Das umzäunte Gelände gehört seit 2014 der TAG Immobilien AG mit Hauptsitz in Hamburg und wird von deren Geraer Büro verwaltet, das auch die angrenzenden Garagen vermietet. Wie eine Mitarbeiterin der Pressestelle mitteilte, habe man vor sechs Jahren einen Antrag mit Sanierungskonzept für den ehemaligen Löschteich eingereicht, aber keine Förderung für das Vorhaben erhalten. Das eigene Geld sei dann „lieber für Wohnungen als für den ehemaligen Löschteich“ verwendet worden.

Auflagen des Ordnungsamtes würden demnach verhindern, dass das Gelände zugänglich gemacht werde, was die Umzäunung erklärt. Regelmäßig komme man den Verkehrssicherungspflichten nach, weshalb ein relativ neuer Stacheldraht zusätzlich den Löschteich vor Eindringlingen schützen soll. Ein Hausmeister der Firma kümmere sich außerdem hin und wieder um die Entsorgung von Müll, der immer wieder illegal in dem Areal abgeladen wird.

Der TAG Wohnen gehören mehrere Grundstücke in Hermsdorf, wie auch das Quartier am Grünstedter Platz, das 2018 großflächig saniert und mit einer Tagespflege-Einrichtung ausgestattet wurde. „Unser Konzept wird sehr gut angenommen“, heißt es von der Berliner Pressestelle der TAG. Auch den Löschteich habe man dort auf dem Schirm, derzeit könne aber noch keine Auskunft gegeben werden, was in Zukunft dort passieren soll.

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