Zukunftssorgen unter den Händlern von Bad Klosterlausnitz

Bad Klosterlausnitz  Nach dem Rückzug der Fleischerei gibt auch ein Bekleidungsfachgeschäft auf – Wir hörten uns am Markt von Bad Klosterlausnitz um

Ende März schließt die Fleischerei Peter am Markt in Bad Klosterlausnitz. In den letzten Jahren haben an der Peripherie rund um den Markt im Kurort bereits andere Geschäfte aufgegeben. Unsere Zeitung fragte bei Gewerbetreibenden am Markt nach, wie es bei ihnen künftig weitergeht. Spiel-und Schreibwaren Lehmann, Apotheke Sylla, Dönerladen, Drogerie Pröter und das Bekleidungsgeschäft Manhattan.   

Ende März schließt die Fleischerei Peter am Markt in Bad Klosterlausnitz. In den letzten Jahren haben an der Peripherie rund um den Markt im Kurort bereits andere Geschäfte aufgegeben. Unsere Zeitung fragte bei Gewerbetreibenden am Markt nach, wie es bei ihnen künftig weitergeht. Spiel-und Schreibwaren Lehmann, Apotheke Sylla, Dönerladen, Drogerie Pröter und das Bekleidungsgeschäft Manhattan.   

Foto: Andreas Schott

Dass örtlich angesiedelte Gewerbetreibende es in der heutigen Zeit nicht leicht haben, ist kein Geheimnis. Jüngere Kundschaft strömt zumeist zum Einkaufstempel auf der grünen Wiese. Auch die einstige Stammkundschaft der Geschäfte im Ort – heute alle etwas älter geworden und oftmals nicht mehr so gut zu Fuß – nutzt Mitfahrgelegenheiten von sozialen Einrichtungen für die Fahrt zum Einkauf. Und ein Großteil hat den Onlinehandel für sich entdeckt, um sich Waren bequem nach Hause liefern zu lassen.

In Bad Klosterlausnitz ist das nicht anders. In den letzten Jahre haben zahlreiche Gewerbereibende im Kurort ihren Laden geschlossen. Die Gründe dafür waren zumeist vielfältig. Und das Ende scheint noch gar nicht absehbar.

Jüngstes Beispiel ist der Wegzug der Fleischerei Pfeiffer, deren Mietvertrag vom Hauseigentümer zum 31. März gekündigt wurde. Immerhin seit 2004 haben Pfeiffers Fleisch und Wurst im Kurort angeboten. Ab April werden sie es in Hermsdorf tun. Was mit der Ladenfläche passiert, ist unklar.

Und gleich nebenan im Bekleidungsfachgeschäft „Manhattan“ wird es auf lange Sicht nicht weiter gehen. Wie Geschäftsinhaber Steffen Emkow auf Anfrage bestätige, werde er das Geschäft nach dem Warenabverkauf schließen. Marktgründe seien für die Entscheidungen verantwortlich, aber auch die mangelnde Bereitschaft der Gemeinde, Gewerbetreibende vor Ort zu unterstützen, führte er als Argumente an. Das fange bei der Entwicklung der Infrastruktur an und erstrecke sich unter anderem bis zur Steuerlast, so der Inhaber.

Gerüchteküche im Kurort am Brodeln

Die Gerüchteküche im Kurort brodelt heftig und so schwappt das Gerücht umher, dass auch die Apotheke am Markt 4 schließe.

Inhaber Eberhard Sylla dementiert auf Anfrage aber entschieden. Er sei zwar im Seniorenalter, aber so lange wie kein Nachfolger gefunden sei, werde er die Apotheke, in der insgesamt drei Angestellte arbeiten, weiter betreiben. „Ich möchte unbedingt, dass die Apotheke generell erhalten bleibt“, sagt er. Man merkt dem Inhaber an, dass er mit Herzblut an der Apotheke hängt. Seit 1984 betreibt er das Geschäft, das es im Ort seit 1884 gibt. Seit 1992 hat es am Markt seinen Sitz. Auch die örtliche Apotheke muss der Zeit Rechnung tragen und Abstriche in Kauf nehmen. Doch vor allem wolle man weiter für seine Stammkundschaft da sein. „Es wäre ein falsches Signal, wenn wir schließen würden“, ist sich Eberhard Sylla sicher.

In der Drogerie Pröter in der Geraer Straße 7 – ein Traditionsgeschäft seit 1907 – ist Heidi Pröter die Frau hinter der Kasse. 1965 hat sie in der Drogerie angefangen, die sie 1988 in Eigenregie übernahm. „Dass ich schließe, wird jedes Jahr aufs neue behauptet“, so die rüstige Frau. Sie sei zwar schon lange im Seniorenalter, aber so lange es die Gesundheit zulasse, werde sie weiter machen, kündigt Heidi Pröter an. „Ich mache das auch für meine treuen Kunden“, erzählt sie.

Friedhelm und Karina Lehmann gehören mit ihrem Spiel- und Schreibwarengeschäft ebenso zum festen Stamm der Gewerbetreibenden im Ortszentrum. Die Ursprünge seines Ladens habe einst sein Urgroßvater mit der Eröffnung einer Buchbinderei 1883 begründet. 1987 habe er das Geschäft übernommen. „Doch kleine Läden, so wie wir, haben es heute schwer. Tante-Emma-Läden wird es irgendwann nicht mehr geben“, räumt Friedhelm Lehmann ein. Sechs Tage, von Montag bis Sonnabend, öffnet er sein Geschäft. Auch weil er einen Postservice anbiete, sei das gar nicht anders möglich. Nachdenklich stimmt Lehmann, wenn Läden im Ort schließen. Das sei nicht gut für die noch existenten Geschäfte, wenn wieder ein Mosaikstein herausbreche. Weh tue es ihm, wenn sich doch einmal Kurgäste im Laden einfinden und nachfragen, wo denn das Ortszentrum sei, beschreibt er Erfahrungen. Dennoch werde er, so lange die Gesundheit stimmt, seinen Laden halten. „Im örtlichen Handel weit nach vorne blicken kann man ohnehin nicht“, fügt er an.

Im Alayna Kebab-Haus am Markt bereitet Delshad Sabri kurz vor Ladenöffnung frischen Salat für seine Kunden vor. Seit 2005 sei der Dönerladen im Kurort. „Wir sind auch künftig für unsere Kundschaft da“, tritt der junge Mann anderslautenden Gerüchten entgegen. Er sei als Kind nach Deutschland gekommen und fühle sich hier wohl. „Große Freude habe ich, wenn unsere Kunden zufrieden sind“, sagt er.

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