Erfurter Weihnachtsmarkt: Keine Absicherung durch Feuerwehr

Erfurt.  Die Kosten für die medizinische Absicherung des Weihnachtsmarktes sind in diesem Jahr höher als bisher. Warum? Die Feuerwehr ist nicht mehr dabei.

Im Container des ASB und des DRK werden Menschen versorgt, die in medizinische Not geraten sind.

Im Container des ASB und des DRK werden Menschen versorgt, die in medizinische Not geraten sind.

Foto: Marco Schmidt

Der Sanitätscontainer neben dem Container der Polizei auf dem Domplatz hat sich in den vergangenen Jahren als feste Institution auf dem Weihnachtsmarkt etabliert. Hier wird Menschen in medizinischen Notfällen geholfen, hier spritzen sich Diabetiker, Eltern wickeln ihre Babys. Und hier sitzen Tag für Tag Ehrenamtliche des Deutschen Roten Kreuzes und des Arbeiter-Samariter-Bundes. Bisher wurden sie stets unterstützt von einem Feuerwehrmann, der als Einsatzleiter Sanitätsdienst die Verantwortung trug. Doch in diesem Jahr stellt die Feuerwehr keinen Beamten dafür ab. Auch der Rettungswagen vor Ort ist kein RTW der Feuerwehr. Ebenso muss die Funktechnik von den beiden Hilfsorganisationen zur Verfügung gestellt werden. „Wir mussten all das extern ausschreiben, die Personaldecke bei der Feuerwehr ist derzeit zu dünn“, sagt Erfurts Kulturdezernent Tobias Knoblich. Man könne nur so agieren, wie es personell zu leisten sei. „Das wird für uns ein bisschen teurer, aber mit solchen Engpässen müssen wir umgehen, und zwar rechtssicher.“ Wie viel „ein bisschen teurer“ bedeutet, sagte er nicht. Die Kulturdirektion hat die Hilfsorganisationen vor zwei Wochen mit der neuen Aufgabe betraut, die nun einen Einsatzleiter Sanitätsdienst stellen müssen. Tobias Bauer leitet das Amt für Brand- und Katastrophenschutz, er meint: „Bei größeren Schadenslagen wird ein Beamter von der Wache zum Domplatz kommen.“ Die Qualität der medizinischen Absicherung leide nicht unter der geänderten Situation.

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