Lebendige Biologie - zum Anfassen

Altstadt.  Der 17. Vivariumstag der Edith-Stein-Schule sorgte gestern für Andrang in den Gängen und für überfüllte Klassenräume

Die Zwerg-Bartagame ließ es sich gefallen, von Josua Zänker ganz genau betrachtet zu werden. Anfassen war gestern für jeden (der sich traute) erlaubt.

Die Zwerg-Bartagame ließ es sich gefallen, von Josua Zänker ganz genau betrachtet zu werden. Anfassen war gestern für jeden (der sich traute) erlaubt.

Foto: Hartmut Schwarz

Mit den Besuchern ist es wie mit den Insekten – sie lassen sich nicht zählen. Es sind einfach zu viele. Beim gestrigen Vivariumstag in der Edith-Stein Schule müssen es Tausende gewesen sein, die sich durch die Klassenräume und Gänge drängten. Das Interesse ist ungebrochen, ist ebenso gestiegen, wie das Angebot an Terrarien, die der Schule inzwischen zum Grundinventar gehören. Insgesamt 25 Terrarien sind mit mehr als 40 Tierarten bevölkert, um die sich 45 Vivarium-Schüler kümmern. Über den Schultag, nach der Schule und in den Ferien. Und 25 Schüler stehen bereits in der Warteschlange, erklärt Wolfgang Hock, der sich gemeinsam mit Christiane Rein um die Artenvielfalt kümmert. Man müsse inzwischen sortieren, nur wer sich wirklich begeistern kann und seinen Abschluss als „Tierpfleger“ schafft, darf die Schüler ablösen, die die Schule verlassen.

Das Vivarium der Stein-Schule, so erlebten es gestern die Besucher, ist inzwischen nicht nur der Basis-Baustein für den Biologieunterricht. Es hat sich seit Jahren in weitere Bereiche des Unterrichts ausgedehnt. Etwa zehn Prozent der 760 Schüler der Schule haben sich der Pflege und der Betreuung der Tiere verschrieben. Sie lernen nicht nur den Umgang mit den Tieren, sondern auch die Technik zu meistern, die für ihre Haltung notwendig ist, das Management von Licht und Temperatur, die Besonderheiten der Zucht und die gegenseitige Unterstützung. Einige der Schüler, weiß Hock, sind inzwischen richtige kleine Fachexperten. Einige der ehemaligen Vivarium-Betreuer hätten sich deswegen für ein Studium als Tierarzt entschieden.

Als 1993 der Grundstock gelegt wurde, sei es nur ein Terrarium im Lehrerzimmer gewesen, dann kamen weitere in den Gängen dazu, erinnert sich Christiane Rein. Mit der Vergrößerung kam der Wunsch nach weiteren Tierarten – jetzt sei das einst erträumte Spektrum erreicht. Und dies vor allem Dank der Unterstützung des Schulfördervereins, der auch gestern wieder sein Bestes gab, um Geld für das Projekt zu sammeln. Denn offene Wünsche gibt es auch weiterhin. Die Tiere leben nicht ewig, müssen regelmäßig durch neue Zuchtpärchen ergänzt werden. Auf 25 Jahre immerhin habe es der erste Bewohner des Vivariums geschafft, die Vogelspinne Harry. Drei Nachfolger wurden inzwischen angeschafft. Neu angeschafft werden sollen demnächst zwei Taggeckos und ein Paar Bartagamen.

Viel gab es gestern zu sehen und zu erleben. Anfassen war ausdrücklich erlaubt. Das, was der Fachbereich Biologie für den Sonntagnachmittag auf die Beine gestellt hat, wird vielen mit Sicherheit noch lange in Erinnerung bleiben. Vor allem hat der Zulauf wieder für eine Bestätigung gesorgt, dass jeder Cent, der in das Vivarium fließt, bestens angelegt ist. Man hatte den Eindruck, auch den Tieren hat’s gefallen.

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