Geraer Oberbürgermeister setzt auf Wismut-Kunst

Gera.  Julian Vonarb will die mehr als 4000 Werke umfassende Sammlung des Bergbausanierers in die Stadt holen. Verschiedene Optionen für Präsentation

Foto: Jens Kalaene / dpa

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Trotz der gescheiterten Kulturhauptstadt-Bewerbung hat Gera weiter Interesse an der mehr als 4000 Werke umfassenden Kunstsammlung des Bergbausanierers Wismut. „Natürlich werden wir dieses Thema intensiv weiter verfolgen“, sagte Oberbürgermeister Julian Vonarb (parteilos). Sein Ziel sei es, diese Sammlung in die Stadt zu holen. Dabei verwies er auf die noch immer vorhandene Identifikation vieler Einwohner mit dem Erbe der Wismut, die zu DDR-Zeiten in Ostthüringen und Sachsen Uran für die damalige Sowjetunion förderte.

Bis 1989 hatte die deutsch-sowjetische Aktiengesellschaft auch viele Kunstwerke beauftragt oder angekauft. Dazu gehören Arbeiten von Künstlern wie Willi Sitte, Bernhard Heisig und Michael Morgner. Sie gehören der heute bundeseigenen Wismut GmbH, die die Altlasten aus dem Uranbergbau in Sachsen und Thüringen saniert. Das Archiv der Wismut geht zu großen Teilen peu à peu ans Bundesarchiv über.

An der Kunstsammlung hätten die Archivare dagegen kein Interesse, erläuterte Wismut-Sprecher Frank Wolf. Derzeit werde die Sammlung als Teil eines wissenschaftlichen Projektes zum Wismut-Erbe betrachtet. Eine Weggabe der Sammlung sei aktuell nicht geplant, doch würden einzelne Werke für Ausstellungen ausgeliehen. So soll etwa ab Mitte Mai in Zwickau in der Galerie am Domhof eine Sonderausstellung mit dem Titel „Bilder vom Bergbau. Werke aus der Wismut Kunstsammlung“ gezeigt werden.

Als europäische Kulturhauptstadt 2025 hatte Gera auch die Geschichte des Uranbergbaus in der Region einbeziehen wollen. Das Konzept sah vor, einerseits ungehemmte Ressourcenausbeutung und ihre Folgen in mehreren Projekten aufzugreifen, andererseits die damit einhergehenden vergangenen Lebenswirklichkeiten und die Renaturierung samt der sich daraus ergebenen Chancen. Allerdings waren im Dezember die Titelträume geplatzt, Gera schaffte es nicht in die nächste Runde der Bewerberstädte. Er stehe regelmäßig mit den Geschäftsführern der Wismut in Kontakt, erklärte Vonarb. „Wir werden unsererseits alles tun, um den Entscheidungsträgern zu zeigen, dass wir ein nachhaltiges inhaltliches Interesse an der Sammlung haben.“ Letztlich sei die Zukunft der Kunstsammlung eine politische Entscheidung.

Vonarb sieht mehrere Optionen, wie die Kunstwerke in seiner Stadt präsentiert werden könnten. In die Kulturhauptstadt-Bewerbung war das leerstehende historische Horten-Kaufhaus einbezogen, das aber einem privaten Investor gehört.

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