Landkreis Gotha: Verluste bei der SPD, Gewinne für die AfD

Landkreis  Die Sozialdemokraten verzeichnen deutliche Verluste. Die AfD gewinnt auch auf kommunaler Ebene

Stimmabgabe zur Europa- und Kommunalwahl im Landkreis Gotha: Im Wahlbezirk 1 von Waltershausen   (Hohlbein-Grundschule) achtet Silvia Bellwitz, stellvertretender  Wahlvorstand, darauf, dass die Wahlzettel ordnungsgemäß in die Wahlurne geworfen werden, hier die von Mark Schönau.

Stimmabgabe zur Europa- und Kommunalwahl im Landkreis Gotha: Im Wahlbezirk 1 von Waltershausen   (Hohlbein-Grundschule) achtet Silvia Bellwitz, stellvertretender  Wahlvorstand, darauf, dass die Wahlzettel ordnungsgemäß in die Wahlurne geworfen werden, hier die von Mark Schönau.

Foto: Wieland Fischer

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Die AfD ist der Wahlsieger der Europa- und Kommunalwahl 2019. Auch in den Städten und Gemeinden des Landkreises Gotha verzeichnete die Partei einen enormen Zuwachs. Die Vertreter der AfD-Vertreter ziehen in den Kreistag, den Gothaer Stadtrat und in zahlreiche Gemeinderäte ein.

Im Landkreis wird die AfD mit etwa 23 Prozent die zweitstärkste Kraft bei der Europawahl. Knapp vor der Partei liegt mit etwa 24 Prozent nur die CDU. In der Kreisstadt Gotha holte die AfD mit 21,1 Prozent die meisten Stimmen der Wähler in der Europawahl. Der Partei folgten an zweiter Stelle die CDU (19,2 Prozent) und die SPD (17,7 Prozent).

Die Partei die Linke kam in Gotha bei der Europawahl auf 14,7 Prozent und verzeichnete damit einen Verlust von 8,8 Prozent im Vergleich zur Wahl im Jahr 2014.

Die vorläufigen Ergebnisse der Europa- und Kommunalwahl 2019 haben bei den Parteien und Wählergruppierungen am Sonntagabend unterschiedlichste Reaktionen hervorgerufen. Bestürzt reagierten die Sozialdemokraten auf den weiteren Absturz auf Landes- und Bundesebene. „Kein Grund zum Jubeln“, gestand Matthias Hey, Landtagsabgeordneter aus Gotha. Die einzige gute Nachricht an dem Abend sei, dass sich Gotha als Hochburg der Sozialdemokraten in Thüringen behaupten konnte und über dem Landesdurchschnitt liege – allerdings auf niedrigem Niveau.

„Im Moment herrscht gute Stimmung“, sagte Michael Brychcy (CDU), als die Wahlergebnisse von Waltershausen bekannt werden. Demnach liegen die Christdemokraten vorn und behaupten sich als stärkste Kraft. Anders stelle sich das mit Blick auf den Kreis und Europa sowie das Abschneiden der AfD dar. Michael Brychcy sagt: „Wir kommen vielleicht mit einem hellblauem Auge davon. Wir werden uns mit der AfD auseinander setzen müssen. Sie werden zeigen müssen, was sie drauf haben und wir müssen zeigen, was wir können.“

Verhalten reagierten auch die Mitglieder des Kreisverbandes der Linken auf die Ergebnisse der Europawahl. In der Stadt Gotha verlor die Linke unter den Parteien die meisten Stimmen im Vergleich zur vorherigen EU-Wahl. „Dieses Ergebnis ist für uns enttäuschend. Wir hoffen, dass sich diese Entwicklung nicht in der Kommunalwahl fortsetzt und wir die Zahl der Sitze im Kreistag und Stadtrat halten können“, sagte Kreisvorsitzender Alexander Krug.

Grund zur Freude hatten dagegen die Vertreter der Grünen. In Gotha kamen sie bei der Europawahl auf einen Stimmanteil von 9,2 Prozent und verzeichneten damit einen Zuwachs im Vergleich zu 2014 von 4,6 Prozent. „Wir haben einen guten Lauf und glauben, dass sich diese Tendenz auch im Landkreis Gotha fortsetzt“, zeigte sich Spitzenkandidat Steffen Fuchs optimistisch.

„Wir sehen unsere Mühen belohnt“, sagte Birger Gröning, Sprecher der AfD in Gotha, zum Abschneiden seiner Partei. Schon bei den Gesprächen an Wahlständen habe es viel positive Resonanz für die AfD gegeben. Zur künftigen Rolle seiner Partei in Gemeinde- und Stadträten sowie im Kreistag sagte er: „Wir wollen die Themen der Bürger in den Mittel punkt unserer Handelns stellen.“ Das schließe sowohl Opposition als auch konstruktive Zusammenarbeit ein.

Die Freien Wähler verfolgten Sonntagabend die Ergebnisse an den Rechnern. Deren Spitzenkandidaten im Landkreis, Gunter Rothe, freut, dass die Freien Wähler zulegen könnten: „Das wäre fantastisch.“

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