Greiz. Wenn man sich die Kostenblöcke in der Pflege anschaut, kann einem angst und bange werden, meint unser Autor und plädiert für Vererbung mit der „warmen Hand“.

Manchmal zwingt der Staat die Menschen zur Notwehr: So gesehen ist das auch in der Pflege nicht anders. Wer sein über Generationen erarbeitetes Häuschen sicher an die Nachfolgegeneration weiter geben will, ohne Gefahr zu laufen, dass der mühsam erarbeitete Wohlstand für die Pflege draufgeht, sollte dies mit der viel beschworenen „warmen Hand“ tun, also noch zu Lebzeiten. Denn es kann sein, dass nach dem eigenen Tod vom guten alten Eigenheim nichts mehr geblieben ist. So sind die Regeln und das System bettelt quasi darum, dass die Lebensleistung der älteren Generation möglichst früh an die Kinder übergeben wird.

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Staat nötigt die Menschen, ihre Lebensleistung zu sichern

Bis zu zehn Jahre rückwirkend kann der Staat auf überschriebenes Eigentum zurückgreifen. Gerade in Sachen Immobilien lohnt es sich also, alle rechtlichen Möglichkeiten gut zu bedenken, wenn man vermeiden will, dass gierige staatliche Hände am Ende nach lange gehegtem Eigentum greifen. Denn für viele Menschen ist schon der Gedanke, einmal im Pflegeheim zu landen, purer psychischer Stress. Wenn dazu noch finanzielle Unwägbarkeiten kommen, ist dies unangemessen. Umso wichtiger ist es, dass die Menschen aufgeklärt werden, wie das kritisch zu beäugende System Pflege funktioniert und was man tun kann, um seine eigene Lebensleistung für die Nachkommen zu sichern.

Dank an die Pflegekräfte in Greiz und überall

Dass unbestrittene Fachleute, wie die Chefin der Greizer Pflegeheim-Gesellschaft Ina Wasilkowski, zudem das bestehende Pflegesystem harsch kritisieren, birgt die Chance, dass sie irgendwann Gehör finden. Das System ist ziemlich kaputt und die vielen fleißigen Mitarbeiter in der Pflege tun täglich ihren Dienst an pflegebedürftigen Menschen für ein überschaubares Salär. Ihnen kann man nicht genug danken, für ihre Arbeit, die früher in den Familien stattfand – oft auf Kosten der Frauen in den Familien, die Pflege quasi „nebenbei“ mit erledigten.