Greiz. Kinder und Jugendliche verzaubern mit einem breiten musikalischen Repertoire in der Vogtlandhalle Greiz – und brachten bislang Ungehörtes auf die Bühne.

In den ersten Reihen des großen Saals der Vogtlandhalle Greiz herrscht aufgeregtes Durcheinander. Die Grundschüler der Freien Gemeinschaftsschule Elstertal fiebern am Mittwoch dem Beginn des vierten Schulkonzerts entgegen. Einige flitzen noch einmal fix zu den Eltern oder Großeltern, die im ausverkauften Saal einen Platz gefunden haben. Viele der jungen Schüler haben sich schick gemacht, einige Mädchen tragen glitzernde Prinzessinnenkleider, manch Junge sogar einen Anzug.

150 Schülerinnen und Schüler begeistern die Besucher in der Vogtlandhalle Greiz

Mit einer „Mischung aus Vorfreude und Anspannung“ wartet ebenso Lisa Hohmuth auf den ersten Beitrag. Kein Wunder: Die Mitgründerin der Elstertalschule Greiz arbeitet im Sekretariat und hat das Schulkonzert federführend organisiert. Nein, stolz, dass sie wieder einmal die Vorbereitungshürden gemeistert hat, sei sie nicht. „Aber, ich bin stolz auf alle rund 150 Kinder und Jugendlichen, die sich heute Abend auf die Bühne stellen“, sagt sie und verrät noch, dass ihr die Organisation Spaß bereitet hat und es nun schön sei, alle im großen Saal zusammen zu sehen. Fix spricht sie noch ein paar der Grundschüler an, klärt, wer am Ende die Blumen für die Musikpädagogen überreicht und ihnen Dank sagt.

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Selbst komponiert, selbst getextet, selbst produziert: „Glück gehabt“ kommt bestens an

Lisa Hohmuth greift zum Mikrofon, geht vor die Bühne und begrüßt die Gäste. Noch ein paar organisatorische Bemerkungen und schon flitzen im inzwischen mucksmäuschenstillen Saal die Schülerinnen und Schüler des Kinderchors auf die Bühne, präsentieren das Lied „Nimm die Zeit“ und ein von ihnen selbst komponiertes und getextetes Lieder mit dem Titel „Glück gehabt“, in dem sie von ihrer Freude erzählen, an der Elstertalschule lernen zu dürfen. 270 Schülerinnen und Schüler vom Grundschüler bis zum Gymnasiast lernen mittlerweile an der Schule in Elternträgerschaft mit ihren beiden Standorten in der Goethe- und der Zeulenrodaer Straße. Das Wissen wird bis zur 8. Klasse in jahrgangsübergreifenden Lerngruppen vermittelt. Kunst, Musik und Sport werden in viertel-, halb- oder ganzjährigen Kursen angeboten, wobei es auch einen Gitarrenkurs, eine Sambatrommelgruppe sowie musiktheoretische Kurse gibt.

150 Schülerinnen und Schüler der Greizer Elstertalschule  lieferten – straff organisiert von Lisa Hohmuth – ein tolles Programm ab.
150 Schülerinnen und Schüler der Greizer Elstertalschule lieferten – straff organisiert von Lisa Hohmuth – ein tolles Programm ab. © Karsten Schaarschmidt | Karsten Schaarschmidt

Lisa Hohmuth genießt die Musik und schaut, wie Gruppen wechseln. Nun haben die mittleren Schülerinnen und Schüler ihren Auftritt. Musikpädagogin Christa Liebel hat mit ihnen unter anderem den Bobby-McFerrin-Hit „Don’t worry, be happy“ einstudiert. Bei diesem wie allen anderen Programmpunkten sind die Zuhörer ganz Ohr, singen mit und spenden stets jubelnden Applaus.

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Markus Höppner, Musikpädagoge der Oberstufe, sitzt am E-Piano und gibt den Einsatz für den ersten Titel des Chors der Klassenstufen sieben bis elf. „Es wäre gelogen, wenn ich nicht sagen würde, dass mir ein Stein vom Herzen gefallen ist, weil alles cool geklappt hat und wir alle das Publikum erreicht haben“, wird er nach dem Schulkonzert sagen. Sicher sei nicht immer alles perfekt gewesen, dafür stets lebendig und mitreißend, so der Pädagoge. Vielmehr Hektik habe es im Vorfeld gegeben. Seine Kollegin Thurid Hecker, die die Grundschüler betreut, sei kurzfristig erkrankt und es habe einiges Kopfzerbrechen gekostet, wie die Lücke geschlossen werden könnte. Doch Kollege Jonathan Poppe habe sie hervorragend vertreten.

„Es ist toll zu sehen, wie taff die Kinder ihre Aufregung fallen lassen und sich auf die gemeinsam ausgewählten Stücke konzentrieren“, sagt Markus Höppner. Lampenfieber kennt auch Nick Müller. Der Zehntklässler hat Teile des Konzerts auf seiner E-Gitarre begleitet. „Wenn ich auf die Bühne gehen, bin ich aufgeregt, aber das verliert sich, sobald ich die Gitarre umhängen habe“, sagt er und ist insgesamt zufrieden mit seinem Spiel und dem Abend. „Es hat viel Spaß gemacht.“ Und Lisa Hohmuth? „Ich bin sehr berührt von dem Gehörten, besonders haben mir die glasklaren Stimmen vom Oberstufenchor gefallen, doch ich habe gleichfalls gespürt, dass alle wirklich richtig durchgestartet sind“, sagt sie und blickt in die Zukunft, schließlich beginnen nach den Sommerferien wieder Organisation und Proben für die fünfte Auflage des Schulkonzerts der Elstertalschule 2025.