Es liegt Großes in der Jenaer Natur

Jena.  Künftiges Naturerlebniszentrum: Jenaer Bündnisgrüne dringen auf rasche Fertigstellung eines Gesamtkonzepts

Der Stadtforst informierte zum Beispiel vorigen Monat auf dem Otto-Schott-Platz über den Stand der Planungen für das künftige Naturerlebniszentrum, aber auch über die vorgesehenen thematischen Wanderwege am Forst, zum Fuchsturm und über die Schlachtfelder von 1806.  

Der Stadtforst informierte zum Beispiel vorigen Monat auf dem Otto-Schott-Platz über den Stand der Planungen für das künftige Naturerlebniszentrum, aber auch über die vorgesehenen thematischen Wanderwege am Forst, zum Fuchsturm und über die Schlachtfelder von 1806.  

Foto: Michael Groß

Bloß nicht auf halber Strecke stehen bleiben! Mit diesem Gedanken schauen die Jenaer Bündnisgrünen auf den am Mittwoch dem Stadtrat vorliegenden Beschlussantrag zur künftigen „Naturerlebnisregion Mittleres Saaletal“ samt Naturerlebniszentrum Schottplatz. Vor allem dringen die Grünen darauf, das zugehörige Gesamtkonzept nicht laut Beschlusstext des Oberbürgermeisters bis Ende 2021, sondern schon bis Ende 2020 fertigstellen zu lassen, wie die Fraktionsmitglieder Anja Siegesmund und Ralf Kleist dieser Zeitung sagten. Ja, es gebe dieses Herzstück des künftigen Naturerlebniszentrums – das zu sanierende Hauptgebäude mit neuer Energiezentrale, wofür Anja Siegesmund als Thüringer Umweltministerin den Zufluss von knapp zwei Millionen Euro Fördermitteln unterstützt hatte, Geld, das bis Ende 2021 gemäß Förder-Vorschrift ausgegeben sein muss. Und ja, die Ministerin erinnert sich nur zu gut, wie sie als Moderatorin den ewigen juristischen Streit um die so genannte Altlastenfreistellung vor drei Jahren beilegen half, so dass eine ehemalige Deponie auf dem Schottplatz-Gelände von der Firma Schott an die Stadt übergehen konnte. Doch wem sei groß geholfen, wenn die Stadtforstverwaltung wie geplant von der Kernstadt (Vor dem Neutor/Rasenmühleninsel) in das sanierte Haupthaus eingezogen ist, aber konzeptionell noch nichts zu greifen ist?

Trägervereine finden, Stiftungen anbohren

„Der gute Prozess, den wir angefangen haben, darf nicht unterbrochen werden“, sagte Ralf Kleist, womit er die sechs Arbeitsgruppen meint, die zu speziellen Themen eines Naturerlebniszentrums Konzeptarbeit betrieben haben. Und weil es auch dabei um Geld gehen wird: Die Grünen wollen in ihrem Änderungsantrag zum Beschluss verankert sehen, dass für die Themen-Ideen Ausschau nach Co-Finanzierungen etwa von Stiftungen gehalten wird. – Und dass die Verwaltung Trägervereine gewinnen möge, die Einzelprojekte aufbauen, finanzieren und betreiben. Beispiel: Der Kreisverein der Lebenshilfe kümmert sich um einen Bauernhof. Genau derartige Kontrakte könnten die Kosten des Gesamtpakets reduzieren, erläuterte Ralf Kleist.

„Wo Naturerlebniszentrum draufsteht, soll auch Naturerlebniszentrum drin sein“, sagte Anja Siegesmund. „Wir müssen ein bisschen aufpassen, dass die Partner bei der Stange bleiben.“ Deshalb möchten die Grünen konzeptionell sichern, dass abseits der Bauarbeiten vom nächsten Frühjahr an Umweltpädagogik angeboten wird. Zudem sind im grünen Änderungsantrag ein Kuratorium, das die Konzept-Arbeit bündelt und begleitet, wie auch ein weiterer Partner der Umweltbildung vorgesehen.

Und wie ist das mit den laufenden Kosten? Statt bisher 100.000 Euro Zuschuss sind jährlich 245.000 Euro veranschlagt worden. Aus Jenaer Berggesellschaften waren Befürchtungen zu vernehmen, dass dann an anderen Stellen die Bestandspflege schrumpft. „Am Ende wird die Sache nur rund, wenn alle an einem Strang ziehen“, sagte Anja Siegesmund. Und Ralf Kleist: „Es profitieren alle von den neuen Angeboten. Und da haben wir’s doch gleich wieder: Das Gesamtkonzept fehlt. Das erzeugt diese Verunsicherung.“

Teil des Gesamtkonzepts soll die Einrichtung von digital gestützten Lehrpfaden sein nach dem Vorbild des Saurierpfads am Jenzig: „Schlauer Ux“ am Forst, „Pfad der Ottonen“ am Hausberg, „Napoleon-Pfad“ auf dem Windknollen, Klimapfad bei Lichtenhain