Namibias Nummer 10 beim Africa-Cup – Manfred Starke verlässt den FC Carl Zeiss Jena

Jena  Manfred Starke startet mit Namibia in den Fußball-Afrika-Cup. Zudem will er den nächsten Entwicklungsschritt machen und wird den FC Carl Zeiss Jena verlassen.

Als treffsicher erweist sich Manfred Starke derzeit nicht nur im Vereinstrikot – zuletzt traf er auch für Namibia. Künftig wird er in Kaiserslautern spielen. Foto: Tino Zippel

Als treffsicher erweist sich Manfred Starke derzeit nicht nur im Vereinstrikot – zuletzt traf er auch für Namibia. Künftig wird er in Kaiserslautern spielen. Foto: Tino Zippel

Foto: Tino Zippel

Manfred Starke lächelt etwas verschämt: Nein, die Nummer 10 auf dem Rücken habe er sich nicht ausgesucht. „Die wurde mir tatsächlich gegeben“, sagt der Mittelfeldspieler, noch in Diensten des FC Carl Zeiss Jena. Dass auf dem Trikot der Nationalmannschaft von Namibia in direkter Nachbarschaft zur Rückennummer nun wieder sein Name steht, lässt den Linksfuß freilich frohlocken. Am Sonntag startet er beim Afrika-Cup in Ägypten für seine Heimat gegen Marokko.

Bass erstaunt sei er gewesen, als die Nominierungen fürs Turnier vom Verband an die örtliche Presse durchdrang und plötzlich sein Name da auf der Liste auftauchte. Da schaue man schon zweimal hin, ob es nicht doch eine Fata Morgana sei. War es nicht! Also: Siebensachen packen und auf nach Dubai, wo das abschließende Trainingslager stattfand – samt eines letzten Tests gegen Ghana. Starke stand sofort in der Startelf, machte sein nun viertes Länderspiel und traf auch noch das Tor. Einfach der Wahnsinn, bemerkt er, eingedenk der Vorgeschichte. Denn seit Juni 2013 war Starke in Namibia außen vor, wie er erzählt. Damals entschied er sich, die Chance beim FC Hansa Rostock zu nutzen und die komplette Vorbereitung bei den Profis zu absolvieren – damit verpasste er aber einen Lehrgang der Nationalmannschaft. Das nahm man ihm krumm. „Wir haben jetzt noch einmal darüber gesprochen und alle Missverständnisse ausgeräumt“, sagt Starke. Nationaltrainer Ricardo Mannetti habe ihn auch in den vergangenen Jahren nicht aus dem Blickfeld verloren, ihn zuletzt bei den starken Auftritten im Saisonendspurt auch beobachten lassen. Starkes starke Auftritte brachten ihm dann die Rückkehr ins Nationalteam seiner Heimat.

In Windhoek, der Hauptstadt des früheren Deutsch-Südwest, ist er geboren, Vater Richard war selbst Fußballtrainer und absolvierte bei Heinz Werner, einem früheren Trainer des FC Hansa, seine B-Lizenz. Um sein Können vor dem Ausbilder aus Deutschland demonstrieren zu können, holte er die Jungs der deutschen Schule auf den Platz – darunter: Sohnemann Manfred. Der damals Zwölfjährige fiel auf, Werner vermittelte und er landete schlussendlich in Rostock. Schwester Sandra, heute beim SC Freiburg, ging zu Turbine Potsdam. Beide Starkes blieben in dieser Zeit aber auch noch an einem anderen Ball: Sandra und Manfred nahmen an der U-18-Weltmeisterschaft im Faustball teil. Schon damals war er stolz, den Dress seines Heimatlandes zu tragen. „Das gilt heute immer noch“, wie er sagt. Natürlich wisse er, dass er allein wegen seiner Hautfarbe als „Exot“ gelte. „Das ist ja auch nicht zu übersehen“, wie Starke lachend sagt. Nichtsdestotrotz verspüre er keinerlei Vorbehalte, habe er keine Probleme. „Wir alle haben ein Ziel: Unsere Nation gemeinsam als Team so gut wie möglich zu vertreten“, sagt er. In der Gruppenphase des Afrikacups geht es dabei gegen Marokko, Südafrika und die Elfenbeinküste. „Das ist die schwerste Gruppe, ohne Frage. Aber wir werden als Underdog auftreten und wollen die Großen ärgern“, sagt der Noch-Jenaer, der sich über viele schöne Nachrichten seiner alten Mannschaftskameraden aus Jena und Rostock freute. „Viele haben mir gratuliert, Glück gewünscht, Mut gemacht. Es ist schön, dass viele Menschen daran Anteil nehmen.“ Dass er nun den FCC verlassen werde, stehe für ihn schon etwas länger fest. „Ich möchte jetzt einfach für mich den nächsten Entwicklungsschritt machen, möchte mich weiter verbessern“, sagt er. Und das wolle er fürderhin beim 1. FC Kaiserslautern versuchen. Einem Klub mit hohen Ambitionen, wie Starke betont. Dort sei er auch auf Verständnis für seine Reise zum Afrika-Cup gestoßen. Starke möchte sich als Nationalspieler etablieren – derzeit sind es gerade vier Partien. „Und ich hoffe, dass noch viele dazukommen“, sagt er.

Denn er genieße das Flair, die tatsächlich andere Stimmung, die dort herrsche. „In der Kabine wird gesungen und getanzt, das ist der helle Wahnsinn und nicht zu vergleichen mit dem, was ich aus Jena kenne. Aber es ist einfach mitreißend, obwohl ich selbst jetzt nicht der große Tänzer bin“, sagt er und lacht. Er hoffe, dass am Sonntag nach dem ersten Spiel gegen Marokko im Al-Salam-Stadion von Kairo die Stimmung mindestens genauso prächtig ist. es einen Grund zu Tanz und Gesang gebe. Schon die Nationalhymne – Namibia, Land der Tapferen – werde inbrünstig gesungen; auch und erst recht von Manfred Starke. Namibias Nummer 10.

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