„Treffpunkt“ ist genial zentralistisch

Jena.  Das neue Jugendzentrum „Treffpunkt“ ersetzt in Lobeda-West die gleichnamige Alt-Immobilie am Rande von Lobeda-Ost. Eröffnung: Ende 2021.

Projektleiter Wolfgang Winkler (links) und KIJ-Chef Karl Hermann Kliewe schauten sich gestern auf der Baustelle des Jugendzentrums „Treffpunkt“ um.

Projektleiter Wolfgang Winkler (links) und KIJ-Chef Karl Hermann Kliewe schauten sich gestern auf der Baustelle des Jugendzentrums „Treffpunkt“ um.

Foto: Thomas Stridde

Schon einmal das Optische! Der vor wenigen Wochen gestartete Ersatzneubau des Jugendzentrums „Treffpunk“ an der Karl-Marx-Allee in Lobeda-West werde wohl „ein bisschen bauhäuslich“ wirken, sagte Projektleiter Wolfgang Winkler am Freitag beim Vor-Ort-Besuch mit seinem Chef Karl Hermann Kliewe vom kommunalen Immobilieneigenbetrieb KIJ. Ja, man sei ein wenig erinnert etwa an die Kapelle Notre Dame du Haut im französischen Ronchamp, die der berühmte Architekt Le Corbusier entworfen hat. Am Freitag stand in Lobeda-West aber erst einmal der Betongang für ein Fundament auf der Tagesordnung.

Rohbau soll im Februar stehen

Zudem, so stellte Winkler fest, würden viele Fliegen mit einer Klappe geschlagen bei diesem Projekt, das den am Rand von Lobeda-Ost aufgegebenen alten „Treffpunkt“ ersetzt: Städtische Jugendarbeit werde künftig an zentralerer Stelle angeboten. Und es ergäben sich gute Verzahnungen, weil in der Karl-Marx-Allee mehrere Schulstandorte konzentriert seien, sagte Winkler. „Auch müssen wir immer das Schwimmbad mitdenken.“ Dieser Neubau wächst jetzt im östlich beim künftigen „Treffpunkt“ anschließenden Baufeld. Und so sei die Lobdeburg von hieraus derzeit noch gut zu sehen, das werde in gut einem Jahr aber nicht mehr möglich sein. Im kommenden Februar soll der „Treffpunkt“-Rohbau stehen; und Ende 2021 will KIJ das Haus mit seinem Teil-Untergeschoss und der 1200 Quadratmeter großen Bruttogeschossfläche fertiggestellt sehen. Alle Außenanlagen wird der Kommunalservice KSJ gestalten: und ganz in der Nähe entsteht ein Doppelhaltestelle für die Straßenbahnen.

Die aktuell sichtbaren Gesamtkosten von 3,8 Millionen Euro werden zu 60 Prozent mit Städtebaufördermitteln getragen. Der Planungsbeginn für das Gebäude liegt nach Winklers Beschreibung jedoch schon zwei Jahre zurück. Mit Workshops hätten die künftigen jugendlichen Nutzer wie auch die Streetworker das Pflichtenheft der Architekten gefüllt.

Wolfgang Winkler betonte, dass man in allen Fragen des Baugrundes von guten Vorkenntnissen habe zehren können: An diesem Ort stand über Jahrzehnte das Kulturzentrum Lobeda, das Mitte der 1990er Jahre abgerissen wurde. Ja, die Analysen zu Bodenschadstoffen und zur Wärmesituation seien sogar besser ausgefallen als erwartet, sagte Wolfgang Winkler.

„Wärmesituation“ heißt: Der „Treffpunkt“ wird zu 100 Prozent geothermisch betrieben, also mit Erdwärme beheizt. Und weil zum Betrieb der Wärmepumpen Strom benötigt wird, ist Karl Hermann Kliewe an eines seiner Herzensthemen erinnert: Im Zuge des Klimaschutzes gilt das Stromeinsparen als dringlicher denn je. „Doch müssen wir dabei wegkommen von den absoluten Zahlen und hin zum spezifischen Verbrauch, um Effizienz messen zu können.“