Alternativ, aber nicht schlecht: Marius Koity über das Marktzentrum in Ranis

Für linke und grüne Politiker ist das Marktzentrum in Ranis ein Vorzeigeprojekt.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Konservative haben in der Vergangenheit lieber von nicht abschätz­baren Risiken für die Stadt geraunt, ohne jemals einen tatsächlichen Schaden für die Allgemeinheit nachzuweisen. Als Ranis nach Pößneck kommen sollte, wurde dem Marktzentrum eine Extra-Horrorvision verpasst. Zur Skepsis haben vielleicht Bürgermeister-Slogans wie „Wer das Experiment nicht wagt, kennt das Ergebnis nicht“ bei­getragen.

Mir persönlich erscheint das Marktzentrum allerdings nicht als ein politisches Projekt, das mit allen Mitteln zu bekämpfen wäre. Die dahinter stehenden Leute kennt man aus einer Stadtratsfraktion, die sich mal Christ­liche Mitte nannte und im ortsansässigen Gewerbe verwurzelt sind, man kennt sie aber auch aus der Raniser Schule. Es sind also Frauen und Männer, die einen Ruf zu verlieren haben und diesen kaum fahrlässig oder bewusst aufs Spiel setzen.

Das Marktzentrum ist aber sehr wohl ein alternatives Projekt, und zwar ein solches, das ein Problem im Städtchen, die jahrelang nur beklagte Lücke bei der Nahversorgung mit Lebensmitteln und Waren des täglichen Bedarfs, gelöst hat. Senioren aus der Burgstadt sind bei der Eröffnung des Tegut-Marktes, zur Erinnerung, mit Tränen in den Augen über die Schwelle geschritten, weil sie ganz einfach mit einem Schlag eine große Sorge weniger hatten.

Mal abgesehen vom ersten Rumpfgeschäftsjahr schreibt das vor knapp drei Jahren eröffnete Marktzentrum, seinen Aufsehern zufolge, ausreichend schwarze Zahlen, um gesetzliche Rücklagen aufzubauen und noch etwas auf neue Rechnung vortragen zu können. Der Tegut-Markt sei nicht nur für viele Menschen aus mehreren Gemeinden und den beiden Städten der Verwaltungsgemeinschaft Ranis-Ziegenrück ein Anlaufpunkt, sogar aus Dörfern vom östlichen Saalfelder Rand komme Kundschaft. Was will man in Ranis eigentlich mehr?

Wäre ich Raniser, dann würde ich das Projekt unterstützen. Ob der Einkauf da teurer ist als anderswo, wie es mitunter heißt, kann ich nicht einschätzen, wobei bei solchen Rechnungen gern Dinge wie die Fahrerei in die nächste Stadt ver­gessen werden. Aber so günstig wie in der Marktzentrums-Bäckerei habe ich einen Espresso und ein Mineralwasser schon lange nicht mehr bekommen.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Zu den Kommentaren