Anderer Name, gleicher Spaß in Triptis

Triptis  Das Mitsingkonzert am Freitag in Triptis musste seinen Namen ändern. Olaf Lämmer widmet sich nur noch der Musik

Hier beim 3. Tag des Thüringer Porzellans in Triptis war die Musik noch Freizeitvergnügen von Olaf Lämmer. Mittlerweile hat er sich den Jugendtraum erfüllt und arbeitet als Klavierlehrer und Musiker freiberuflich.

Hier beim 3. Tag des Thüringer Porzellans in Triptis war die Musik noch Freizeitvergnügen von Olaf Lämmer. Mittlerweile hat er sich den Jugendtraum erfüllt und arbeitet als Klavierlehrer und Musiker freiberuflich.

Foto: Sandra Hoffmann

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Er habe einen freundlichen, aber bestimmten Hinweis erhalten, die geplante Gesangsveranstaltung am Samstag in der Triptiser Kleinkunstbühne Projekt 21 nicht mehr mit dem Begriff „Rudelsingen“ anzukündigen, berichtet Organisator Olaf Lämmer. Der Name ist nämlich geschützt. Und so findet am Samstag um 19.30 Uhr in der Oberpöllnitzer Straße 28A eben das „1. Triptiser Mitsingkonzert“ statt.

Da sich ansonsten nichts ändert, erwartet die Teilnehmer weiterhin ein in Triptis noch nie dagewesenes Veranstaltungsformat, voller Musikfreuden und Gemeinschaftsgefühl. „Nicht nur Chorsänger, sondern auch sangesfreudige Triptiser Männer, Frauen, Familien und Vereine sind angesprochen, einen unbeschwerten Samstagabend in den Räumen der Kleinkunstbühne von Projekt 21 zu verbringen“, so Lämmer.

Der Musiker und Chorleiter hat sich im Mai einen Jugendtraum erfüllt und die Musik auf vielfältige Weise zum Beruf gemacht. Nach vielen Jahren als Werkleiter beim Polymerspezialisten Rehau in Triptis sind nun Chöre, Musikschüler und die Kleinkunstbühne sein Metier. „Ich wollte unbedingt noch mein 25-jähriges Firmenjubiläum in Triptis durchziehen, das war mir sehr wichtig“, sagt er am Dienstag. Im Mai hatte es dort eine Abschiedsfeier gegeben. Seither sei alles total aufregend gewesen. Er habe sich erst einmal übernommen, alles gleichzeitig machen wollen. Nach einem Monat etwa habe er sich neu sortiert und die richtige Struktur gefunden. Neben der Chorleitung und Musikschülern unterrichte er zur Zeit auch 8. bis 10. Klassen einer Gemeinschaftsschule in Gera. „Das macht großen Spaß, die Achtklässler können aber ganz schön anstrengend sein.“

Musizieren und singen sei so alt wie die Menschheit selbst. Jede Musikepoche habe ihren eigenen Stil zutage gebracht, erklärt er. Von den gregorianischen Gesängen über den Minnegesang im Mittelalter bis hin zu großen Chorgesängen, vom Volkslied bis zur Oper.

„Die größten Chöre, wer hätte das gedacht, gibt es heute übrigens in den Fußballstadien, wo aus tausenden Kehlen die Vereinshymnen erklingen, wenn man zum Beispiel an Vereine aus Gelsenkirchen oder Liverpool denkt“, geht Lämmer auf eine andere Form gemeinsamen Singens ein, die auch ein Gemeinschaftsgefühl ausdrückt.

Gleichwohl sinke der Mut und die Lust zum gemeinsamen Singen, sei es spontan oder in einem der vielen Chöre, die laut Lämmer überwiegend unter Männermangel leiden.

Wie eine Art Chor-Karaoke

Dies alles und der Zulauf zu ­ähnlichen Konzertformaten in Deutschland hätten ihn zu der Idee geführt, in Triptis ein Mitsingkonzert zu veranstalten. „Dies alles braucht eine gute Vorbereitung und je mehr ich mich damit beschäftige, steigt auch die Nervosität“, gibt Olaf Lämmer zu verstehen, der am Samstag selbst auf die kleine Bühne geht. Er stelle sich Fragen wie: „Wie viele Menschen werden kommen? Wie wird die Altersstruktur sein? Brauchen wir eher Sitzplätze oder singen wir lieber im Stehen? Habe ich die richtigen Lieder rausgesucht, oder ist es zu viel Volkslied? Was kann ich sängerisch erwarten?“ Das werde spannend, ist er sich sicher.

Vorstellen müsse man sich das Ganze wie eine Art Chor-Karaoke. Die Texte werden an eine Leinwand projiziert. Lämmer stimmt die Lieder an und unterstützt am Piano und singt mit. Das Programm umfasse Studentenlieder, Volkslieder und Schlager der letzten 50 Jahre. Er nennt ein paar Beispiele: „Willenlos“ von Marius Müller-Westernhagen, „Weine nicht, wenn der Regen fällt“ von Drafi Deutscher oder das „Bett im Kornfeld“ von Jürgen Drews sollen für beste Mitsingstimmung sorgen. Los gehe es mit dem Bergmanns- und Volkslied „Glück auf, der Steiger kommt“.

„Vielleicht bekommen wir sogar ein mehrstimmiges Spiritual hin“, wünscht sich Lämmer insgeheim, der unter den Gästen auch einige Sänger aus seinen Chören erwarten kann. „Natürlich kann flexibel reagiert werden, so dass wir uns auf einen schönen Abend freuen können.“

1. Triptiser Mitsingkonzert, Samstag, 19.30 Uhr, Einlass ab 19 Uhr, Eintritt: 6 Euro, Oberpöllnitzer Straße 28A

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