Ausstellung in Pößneck: Neue Wege mit Spiegelei und Schaufensterpuppe

Pößneck.  Mandy Fliether stellt ab dem kommenden Montag ihre experimentelle Kunst im Pößnecker Rathaus aus.

Künstlerin Mandy Fliether experimentiert selbst beim Aufbau ihrer Ausstellung. Die Schaufensterpuppe erhält ein Smartphone. „Das passt doch hervorragend in unsere jetzige Zeit“, sagt Fliether.

Künstlerin Mandy Fliether experimentiert selbst beim Aufbau ihrer Ausstellung. Die Schaufensterpuppe erhält ein Smartphone. „Das passt doch hervorragend in unsere jetzige Zeit“, sagt Fliether.

Foto: Marcus Cislak

Im Rathaus baut die Wahl-Pößneckerin Mandy Fliether seit ein paar Tagen ihre Objekte auf. Bilder, Collagen, Fotografien, Videos und eine Schaufensterpuppe sind darunter. Klingt experimentell? Ist es auch: Denn ab dem kommenden Montag ist die Schau unter dem Motto „Neu-Land: Experimentelles“ zu sehen. Zu den üblichen Öffnungszeiten des Rathauses sind die Kunstwerke bis zum 26. Februar ausgestellt, natürlich unter Wahrung der Hygienemaßnahmen und Abstandsregeln.

Ohne Vorgaben oder Einschränkungen, aus dem Bauch heraus, schafft die gebürtige Dresdnerin ihre Kunst. Die Hobbykünstlerin arbeitet mit analoger Fotografie, verfremdet sie digital, fügt 3-D-Objekte am PC dazu oder bearbeitet die Ausdrucke mit chemischen Stoffen und belichtet sie dann neu.

Zeichnungen ergänzen manche Kunstwerke, anderes wirkt reduzierter durch Weglassungen. Ob Personen in Gänze oder Details wie Hände, aber auch Landschaften, schlicht alles was Fliether vor die Kameralinse kommt, verwandelt sie in Kunst.

„Die Inspiration kommt aus mir und meinem Erleben heraus“, antwortet sie auf die Frage, wo ihre Ideen herkommen. Die 46-jährige Altenpflegerin lebte lange Jahre in München, fuhr regelmäßig per Zug durch Thüringen auf dem Weg nach Bayern. Beeindruckt von der Landschaft habe sie sich nicht erträumt, einmal hier zu leben.

Digitales langweilte schnell

Als Ausgleich zur Arbeit habe Fliether schließlich die Kunst entdeckt. „2014 habe ich eine Digitalkamera geschenkt bekommen“, sagt sie. Die lag dann ein Jahr herum. Im Münchner Zoo habe Fliether sie schließlich ausprobiert und damit ihr Medium gefunden. Obwohl: „Das Digitale langweilte mich schnell und ich setze dann lieber aufs Analoge“, sagt sie.

Dann experimentierte sie mit Polaroid, Dias, eigener Dunkelkammer, verschiedenen Druckverfahren und PC-Pogrammen wie Photoshop und modelliert damit auch Landschaften, fügt Objekte und andere Fotos ein. Mal dezent, mal auffällig, wie ein Spiegelei als Teich. Oder statt eines Kreuzes auf einem Gotteshaus ragt ein Baum hervor.

„Es macht mir unglaublich Spaß. Meine Arbeit soll auch andere animieren, kreativ zu werden, sich auszuleben“, sagt Fliether.