Bürgermeister-Nachfolger für Thomas Franz in Mittelpöllnitz gesucht

Theresa Wahl
| Lesedauer: 5 Minuten
Der Dorfteich, das Feuerwehrgerätehaus und die Kirche von Mittelpöllnitz.

Der Dorfteich, das Feuerwehrgerätehaus und die Kirche von Mittelpöllnitz.

Foto: Theresa Wahl

Mittelpöllnitz.  Der bisherige Bürgermeister wird nicht noch einmal bei der Wahl am 4. September antreten. Andere Kandidaten gibt es nicht. Was das bedeutet:

Es war im Jahr 2010 als Thomas Franz den Posten des ehrenamtlichen Bürgermeisters in der Gemeinde Mittelpöllnitz übernahm. Das Amt kam für ihn damals „total unverhofft“, erinnert er sich. Denn er hatte sich gar nicht zur Wahl aufstellen lassen. Die meisten der 155 Wahlberechtigten stimmten jedoch nicht für den einzigen Kandidaten, sondern schrieben den Namen des damals 47-jährigen Einwohners Thomas Franz auf den Wahlzettel. Er holte damit 61,5 Prozent der 148 gültigen Stimmen.

Nach etwas Bedenkzeit entschied sich Thomas Franz, die Wahl anzunehmen – und er blieb auch Bürgermeister für eine zweite Amtszeit. Nach zwölf Jahren als Gemeindeoberhaupt soll nun aber Schluss sein. Für die bevorstehende Wahl am 4. September hat sich der Amtsinhaber nicht noch einmal aufstellen lassen. Ehrenamtlicher Bürgermeister einer Gemeinde zu sein, bedeute einiges an Arbeit, es gebe an vielen Ecken Bedarf – und all das benötige viel Zeit. In seinen zwölf Jahren als Gemeindeoberhaupt habe er, um dem Amt und der Gemeinde gerecht zu werden, teilweise eigene Belange hinten angestellt. „Mir persönlich fällt es dadurch, da ich die Amtsführung gewissenhaft und nach den Vorgaben und dem Rahmen der Kommunalordnung erledigen möchte und muss, jedoch immer schwerer, meine firmeneigenen Aufgaben und auch familiären Angelegenheiten abzuarbeiten. Im Gegenzug hierzu gibt es junge engagierte Mitbürger, die neue Ideen mitbringen und diese auch umsetzen möchten“, sagt Thomas Franz, der Geschäftsführer der Hähnchenbraterei Franz ist. Aus diesen Gründen habe er sich entschieden, für die nächste Amtsperiode nicht noch einmal als Bürgermeister zu kandidieren. „Ich möchte gerade den neuen und engagierten Ideen den Weg für ihre Umsetzung frei machen, um auch mir persönlich im familiären und firmeneigenen Umfeld etwas mehr Arbeitsfreiheit zu schaffen“, so der 59-Jährige.

Ziel war, Mittelpöllnitz lebens- und wohnenswerter zu gestalten

Als er die Wahl zum Bürgermeister angenommen habe, sei sein Ziel gewesen, die Gemeinde lebens- und wohnenswerter zu gestalten. Von allen Vorhaben hätten einige geklappt, andere nicht, obwohl man daran gearbeitet habe. „Ich habe immer versucht, unsere Gemeinde nach vorn zu bringen. Ein Bürgermeister muss jedoch immer die Einheit und nicht das Einzelne sehen, er muss auch den Spagat zwischen Gesetz und Wunsch erbringen“, weiß Thomas Franz um die nicht immer einfache Aufgabe. Dennoch sei in den vergangenen Jahren viel in Mittelpöllnitz bewegt und erreicht worden. Dazu gehören etwa Sanierung Ortskerngeländes mit Bau eines Parkplatzes, die Sanierung des Dorfteiches sowie des alten Volleyballplatzes zum Spielplatz, ebenso der Erhalt der Kindertagesstätte im Ort sowie deren Modernisierung und Erweiterung. „Ich möchte mich bei allen meinen Mitstreitern, welche mich im Amt des Bürgermeisters unterstützt und den Weg mit mir in den vergangenen zwölf Jahren gegangenen sind, bedanken. Es ist zu hoffen, dass wir für unsere Gemeinde das Amt mit einem engagierten Bürgermeister besetzen können, welcher im Sinne der Bürgerinnen und Bürger handelt, welcher das lebenswerte und wohnliche Landleben als eine Art Berufung sieht und noch lange die Eigenständigkeit unserer Gemeinde erhält“, so Thomas Franz.

Wähler schreiben Person auf Stimmzettel

Wer allerdings der Nachfolger von Thomas Franz als Bürgermeister in Mittelpöllnitz werden könnte, ist derzeit noch unklar. „Es sind keine Wahlvorschläge abgegeben worden“, teilte Steffen Winkler mit, Wahlbeauftragter der Verwaltungsgemeinschaft Triptis, zu der Mittelpöllnitz gehört. Da es keinen Kandidaten gibt, findet am 4. September nun eine sogenannte Mehrheitswahl statt. Das bedeutet, dass der Wähler seine Stimme dadurch vergibt, indem er auf dem Stimmzettel eine wählbare Person mit Namen, Vornamen und Beruf oder in sonst eindeutig bezeichnender Weise handschriftlich einträgt. Es muss sich dabei um eine Person handeln, die am Wahltag das 21. Lebensjahr vollendet hat, seit mindestens sechs Monaten ihren Hauptwohnsitz in der Gemeinde Mittelpöllnitz hat und vom Wahlrecht nicht ausgeschlossen ist.

Gewählt ist dann, wer mehr als die Hälfte der abgegebenen gültigen Stimmen auf sich vereinen kann. Erhält keine Person diese Mehrheit, findet am 18. September eine Stichwahl zwischen den Personen statt, die am meisten beziehungsweise zweitmeisten aufgeschrieben wurden. Bei der Stichwahl ist gewählt, wer von den abgegebenen gültigen Stimmen die höchste Stimmenzahl erhält. Bei gleicher Stimmenzahl entscheidet das Los. Nach der Wahl wird dann der Wahlleiter den Gewählten benachrichtigen und auffordern, binnen einer Woche schriftlich zu erklären, ob er die Wahl annimmt. Bei Ablehnung findet eine Neuwahl statt.

Hier gehts zum Kommentar.