Bunte Ideen und viel Arbeit für Neustädter Karnevalsumzug

Neustadt.  Ausgefallene Wagen begeistern jedes Jahr die Zuschauer. Die Vorjahres-Sieger Beatles von Duhlendorf werkeln wie viele andere schon seit Monaten.

Die Beatles von Duhlendorf gestalteten im vergangenen Jahr ihren Wagen zum Thema "Gesandte aus dem reich Buddhas". Ein echter Hingucker war der selbstgebaute Drache. So viel Kreativität wurde mit dem ersten Platz belohnt.

Die Beatles von Duhlendorf gestalteten im vergangenen Jahr ihren Wagen zum Thema "Gesandte aus dem reich Buddhas". Ein echter Hingucker war der selbstgebaute Drache. So viel Kreativität wurde mit dem ersten Platz belohnt.

Foto: Andreas Helmrich

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Wenn sich am 23. Februar zum großen Karnevalsumzug die originellen Wagen ihren Weg durch Neustadt bahnen und von Tausenden Zuschauern am Straßenrand bejubelt werden, ist das der Lohn für alle Beteiligten, die viel Mühe und Arbeit investiert haben. Denn um dem Publikum dieses bunte Spektakel bieten zu können, haben die Umzugsteilnehmer oft Monate an Kostümen und Wagen getüftelt.

Im vergangenen Jahr hinterließen die Beatles von Duhlendorf mit ihrem Gefährt besonders viel Eindruck, das sie zum Thema „Gesandte aus dem Reiche Buddhas“ gestalteten. Besonderer Blickfang war dabei ein Drache, den die Mitglieder aufwendig gebaut haben. So viel Einsatz wurde honoriert und der Wagen als bester prämiert. „Wir haben zum ersten Mal den ersten Platz bei den Fahrzeugen gemacht. Das war ein absolutes Highlight. Wir hatten gar nicht damit gerechnet“, ist die Truppe auch noch ein Jahr nach dem Gewinn begeistert.

Der Spaß steht im Vordergrund

Einmal Siegerluft geschnuppert, ist man gewillt, den Titel in diesem Jahr zu verteidigen. „Der erste Platz ist schon was Besonderes. Das spornt an. Ein bisschen Ehrgeiz ist deshalb schon dabei, aber das ist nicht das Überwiegende. Wir nehmen nicht nur teil, um zu gewinnen“, sagt Andreas Helmrich. Denn ganz klar im Vordergrund stehe der Spaß an der Sache. Und den haben die neun Mitglieder der Gruppe jedes Jahr aufs Neue, wenn es an die Arbeit geht. „Wir sind eine coole Truppe und der Zusammenhalt ist groß. Und es ist einfach eine Besonderheit im Leben, so einen Umzug in der Stadt zu haben und dafür einen Wagen zu gestalten“, betont Andreas Helmrich. „Und wir können einfach auch nicht anders“, ergänzt Jörg Degenkolb lachend. Immerhin sind die Beatles alte Umzugshasen. 1984 nahm die Gruppe – allerdings noch nicht in heutiger Besetzung – das erste Mal teil und war seither jedes Jahr dabei. Zunächst als Fußgruppe, später mit Handwagen, dann mit Lkw beziehungsweise Traktor mit Anhänger.

Die Vorbereitungen für die Gestaltung des Wagens beginnen bei den Beatles von Duhlendorf bereits im Herbst vor dem Umzug. Als Erstes wird nach einem Thema gesucht. Dazu werden zunächst einmal die unterschiedlichsten Idee in den Raum geworfen. „Jeder von uns überlegt, was wir machen können. Wir schauen dann, ob das überhaupt machbar ist. Wenn sich die Umsetzung als schwierig gestaltet, verwerfen wir das auch wieder“, sagt Kay Kessel. Zum Teil entscheide aber auch einfach der Zufall. „Manchmal spinnen wir einfach am Tisch rum und dabei kommen uns dann die Ideen“, erzählt Andreas Helmrich. Werden mehrere Vorschläge als gut erachtet, stimmt die Truppe ganz demokratisch darüber ab, welcher es letztlich werden soll. „Manchmal haben wir das Thema schon nach drei Versammlungen beschlossen. Dieses Jahr hat es etwas länger gedauert“, so Andreas Helmrich. Im Oktober war man dann schließlich so weit – verraten wird allerdings noch nicht, was die Zuschauer in diesem Jahr von den Beatles zu sehen bekommen.

Gleich nach der erfolgreichen Ideenfindung wurde mit dem Werkeln losgelegt. Während sich die Männer meist um das Handwerkliche kümmern, sind die Frauen für die dekorativen Elemente und die Kostüme zuständig. Materialien, die für den Bau nötig sind, werden von zu Hause mitgebracht oder ortsansässige Unternehmen um Sachspenden gebeten. Manches wird auch beim Internetportal Ebay ersteigert. „Wir verwenden auch Sachen aus den vorherigen Jahren wieder“, erklären die Beatles.

Für die Arbeiten wird ein Plan erstellt, Zuständigkeiten verteilt und dann entweder gemeinsam am Wagen oder zu Hause gebastelt. „Wir haben 2003 mal aus Spaß zusammengerechnet, wie viele Stunden wir an dem damaligen Wagen gearbeitet haben. Unser Thema war Halloween und wir haben einen Kürbis auf den Traktoranhänger gebaut. Insgesamt sind 270 Stunden zusammengekommen “, berichtet Andreas Helmrich.

Viele Stunden Arbeit liegen auch bereits jetzt wieder hinter der Gruppe. Die heiße Phase vor dem Umzug hat längst begonnen, jedes Wochenende stehen Treffen an. Das diesjährige Ergebnis gibt es dann Sonntag in einer Woche zu sehen.

Über ein breites Teilnehmerfeld kann sich die Duhlendorfer Karnevalgesellschaft jedenfalls auch in diesem Jahr wieder zum Umzug freuen. „Wir haben Anmeldungen für 54 Fußgruppen, zwölf Lkw, 20 Traktoren mit Hängern und 3 Kapellen. Insgesamt sind 1700 Teilnehmer gemeldet“, sagt Jan Müller.

Gleichzeitig macht der Vizepräsident der Karnevalgesellschaft Duhlendorf auf die weiteren Veranstaltungen des Vereins aufmerksam. Unter anderem auf den Karnevalstrubel für Junggebliebene Ü30 im Wotufa-Saal, der in diesmal im Stil der 70er- und 80er-Jahre gestaltet wird.

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