Coronavirus: Auswertung der Tests läuft, Freitagmittag sollen Ergebnisse vorliegen

Schleiz/Pößneck.  Das Gymnasium Am Weißen Turm Pößneck und die Musikschule Saale-Orla Pößneck nehmen am Montag den Betrieb wieder auf. Die Gerüchte um einen Faschingsbesuch des Infizierten halten sich hartnäckig.

Im Gymnasium Am Weißen Turm Pößneck wird am Montag der Unterricht wieder aufgenommen.

Im Gymnasium Am Weißen Turm Pößneck wird am Montag der Unterricht wieder aufgenommen.

Foto: Peter Michaelis

Mit großer Spannung werden im Saale-Orla-Kreis die Ergebnisse der Tests von nunmehr ca. 180 Personen aus dem Umfeld des nachweislich mit dem Coronavirus infizierten 57-Jährigen aus Pößneck erwartet. „Die Ergebnisse laufen jetzt bei uns ein. Die Auswertung läuft“, erklärte der Leiter des Krisenstabes, Dr. Torsten Bossert, Leiter des Fachdienstes Gesundheit.

Bossert bat in der morgendlichen Sitzung des Krisenstabes um Verständnis, dass – wie mehrfach erklärt – zuerst die Untersuchten die Ergebnisse erfahren, dann die Öffentlichkeit.

Mitarbeiter des Fachdienstes Gesundheit seien aktuell dabei, alle diejenigen Menschen zu informieren, deren Ergebnisse bereits eingegangen sind, und im Laufe der nächsten Stunden alle weiteren Untersuchten.

Die Telefone des Bürgertelefons sind bis 18 Uhr weiter in Betrieb

„Wir gehen im Moment davon aus, dass uns bis heute gegen Mittag alle Ergebnisse vorliegen, dass wir dann einen Überblick haben und über weitere Maßnahmen entscheiden können“, so Dr. Torsten Bossert in einer Pressemitteilung der Schleizer Kreisverwaltung.

Fest steht heute früh aber bereits, dass das Gymnasium Am Weißen Turm in Pößneck am Montag seinen Schulbetrieb wieder aufnehmen kann. „Die Situation erlaubt es, dass wir diese Entscheidung verantwortungsbewusst fällen konnten“, so Dr. Bossert.

Ebenso wird der Pößnecker Standort der Musikschule des Saale-Orla-Kreis ab Montag wieder seinen Betrieb aufnehmen.

„Wir alle verstehen das große Interesse an den Ergebnissen im Saale-Orla-Kreis und darüber hinaus, aber wir müssen noch etwas um Geduld bitten“, erklärte Landrat Thomas Fügmann (CDU) nach der heutigen Sitzung des Krisenstabes.

Im Detail festgelegt werde nun auch – taggenau für jede und jeden einzelnen Untersuchten – die Dauer der Quarantäne für die direkten Kontaktpersonen des an Covid 19 Erkrankten. Die Inkubationszeit beträgt 14 Tage. Deshalb muss eine Quarantäne von 14 Tagen ab dem letzten Kontakt eingehalten werden.

Die Telefone des Bürgertelefons im Landratsamt in Schleiz – Telefon (03663) 488 888 - sind am heutigen Freitag bis 18 Uhr weiter in Betrieb. Das Bürgertelefon war eingerichtet worden, nachdem am Montagabend der erste bestätigte Fall einer Corona-Infektion im Saale-Orla-Kreis bekannt geworden war.

Gerüchte um einen Faschingsbesuch des Infizierten halten sich hartnäckig

Immer noch halten sich hartnäckig die Meinungen, dass der infizierte 57-Jährige Ende der vergangenen Woche eine Faschingsveranstaltung besucht habe. Das hat das Landratsamt des Saale-Orla-Kreises am Donnerstag praktisch amtlich dementiert.

Am Freitagmorgen widersprach eine Leserin aus Neustadt/Orla dieser Darstellung. In einer Mail an die Redaktion schreibt sie: „Ein Kumpel des Coronapatienten war gestern bei meinem Sohn im Geschäft und sagte noch, dass er mit diesem zum Karneval war. Lügt der nun? Sicherheitshalber hat er alles desinfiziert, was er angriff.“

Daraufhin erklärte Landrat Thomas Fügmann (CDU) am Freitagmorgen am Telefon, dass es am Anfang „keine komplette Informationslage“, aber Hinweise gab, dass der Infizierte und Kontaktpersonen Faschingsveranstaltungen besucht hätten. Am Donnerstag habe man dann mit der Frau des Infizierten gesprochen und diese habe versichert, dass ihr Mann nicht beim Fasching war. Inwieweit Kontaktpersonen Faschingsveranstaltungen besucht hätten, lasse sich derzeit nicht einschätzen.

Diversen Hinweisen der vergangenen Tage ist zu entnehmen, dass neben dem tatsächlich infizierten 57-Jährigen ein weiterer gleichaltriger oder in etwa gleichaltriger Mann mit der Infektion in Verbindung gebracht wird. Seine Familie versucht schon seit Dienstag in den sozialen Netzwerken, wo das Gerücht gestreut werden, die Dinge klarzustellen – anscheinend vergeblich.