Meine Meinung

Der Tag hat nur 24 Stunden

Marcus Cislak

Marcus Cislak

Foto: Lutz Prager

Marcus Cislak über die aktuell sehr, sehr vielen Kulturangebote.

„Die Fête de la Musique ist freilich geil“, sagt ein Herr mittleren Alters und ergänzt: „Endlich wieder Musik“ – Wieso? Im vergangenen Jahr gab’s doch auch eine Ausgabe, trotz pandemischen Geschehens? „Ich meine doch, weil ich frisch aus der Reha bin.“ Jetzt wird mir einiges klar. Corona interessiert offenbar keinen mehr. Irgendwie ist es vergessen, verdrängt, spielt keine Rolle mehr. C’est la vie, wie die Franzosen sagen – So ist eben das Leben. Es geht weiter.

Und wie es weitergeht. Praktisch jeder holt Feste und Konzerte der vergangenen beiden Jahre nach, obendrauf kommen die üblichen Festivitäten. Man weiß eigentlich gar nicht, wo man überall noch hingehen soll. Der Herr im mittleren Alter fügt an, dass man zur Abwechslung auch mal unter der Woche weggehen kann. Da finde ja nicht so viel parallel statt, die Entscheidung falle leichter. Ist das nicht absurd? Monatelang gab’s gar nichts. Dann zu viel.

Ehrlich, ich habe auch keine Ahnung, welches Konzert, welche Kinovorstellung und welches Festival ich zuerst besuchen soll. Schade, dass der Tag nur 24 Stunden hat.

Coole Drinks, coole Menschen, coole Mugge in Pößneck