Die Kosten des Erfolgs

Marius Koity über das Pößnecker Stadtbad

Marius Koity.

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Foto: Peter Cissek

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Als der Pößnecker Stadtmarketing-Chef Andreas Dreißel kurz vor Weihnachten einerseits das Besucherrekordjahr 2019 im Pößnecker Stadtbad andeutete, andererseits die zum 1. Januar in Kraft getretene Preiserhöhung gewissermaßen mit den Kosten dieses Erfolgs begründete, konnten das viele Einheimische nicht verstehen. Die Erwartung war, dass die zusätzlichen Betriebsausgaben durch die Mehreinnahmen gedeckt werden, so dass die Freizeitschwimmer und Dampfbader nicht tiefer in die Tasche greifen müssen. Ein Leser fragte sich sogar, ob denn die Eintrittspreise wieder gesenkt werden, wenn die Zahl der Besucher zurückgehen sollte.

Schön wär’s. In grundsätzlichen Subventionsbetrieben, wie es kommunale Bäder deutschlandweit nun einmal sind, verschieben sich bei einem Publikumserfolg nur Kostenblöcke. Bestenfalls erhöht sich der Kostendeckungsgrad. Mehr Gäste reduzieren einerseits die Personal- und sonstigen Fixkostenanteile pro Gast, erhöhen andererseits beispielsweise den Wasser- und Energieverbrauch. „Mehr Badegäste führen unter anderem auch zu einer erhöhten Wellenbildung an der Wasseroberfläche und zu einem erhöhten Wasseraustrag etwa durch vollgesaugte Badeshorts, was wiederum zu einer höheren Verdunstung führt und der Lüftungsanlage eine höhere Leistung abverlangt“, nennt der Leitende Schwimmmeister Sebastian Schröter Fakten aus dem Betriebsalltag, die der Laie kaum wahrnimmt, im Detail aber zählen.

Ob er nun Wellen macht oder nicht – im Pößnecker Stadtbad ist nach wie vor jeder Gast willkommen, so lange er sich an die Hausordnung hält, betont Andreas Dreißel. Die Bewegung- oder Erholungsuchenden sollen ihr Ding machen, um den Rest kümmere sich das Team. Dass dieses gute Arbeit leistet, dass das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt, was die 20 Cent mehr pro Freizeitschwimmer-Ticket kaum ändern, dass auch sonst nicht alles so schlecht sein kann, wie es mancher erzählt, wird eindrücklich vom neuen Besucherrekord nachgewiesen.

Jede Eintrittskarte wird übrigens nach wie vor mit mindestens sechs Euro subventioniert. Wer das Pößnecker Stadtbad nutzt, holt quasi sein Geld zurück.

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