Die Reise einer Dohle aus dem Saale-Orla-Kreis

Schleiz.  Der mit einem Ring gekennzeichnete Singvogel wurde nach 1476 Tagen wieder aufgefunden.

Der Blick in das Nest einer Dohle. 6er-Gelege sind selten.

Der Blick in das Nest einer Dohle. 6er-Gelege sind selten.

Foto: K. Möcker (Nabu Archiv)

Eine „interessante Rückmeldung“, wie Jürgen Auerswald, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit des Nabu Arbeitskreis Teichgebiet Dreba-Plothen, beschreibt, habe der Verein vor wenigen Tagen bekommen: Die Reise eines Vogels konnte durch einen Ring nachempfunden werden.

Der beringte Vogel war von der Beringungszentrale Vogelwarte Hiddensee mit der Ring-Nummer IA 161912 unterwegs. „Es war eine Dohle, die am 20. Mai 2015 in Schleiz nestjung mit drei weiteren Geschwistern beringt wurde“, sagt Auerswald. Die Dohle zählt zu einer Singvogelart aus der Familie der Rabenvögel. Sie sind ein eher kleiner Vertreter der Rabenvögel und zeichnen sich durch ihr schwarz-graues Gefieder und hellblaue Augen aus.

Wie dem Naturschutzbund jüngst mitgeteilt wurde, tauchte die Dohle im vergangenen Jahr in einem anderen Landkreis wieder auf. Ralf Hiller entdeckte vor fast genau einem Jahr, Anfang Juni 2019, den Vogel mitsamt des Ringes. Fundort war an der Kirche in Etzelbach (Gemeinde Uhlstädt-Kirchhasel im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt). Zu diesem Zeitpunkt sind seit der Beringung exakt 1476 Tage vergangen.

Wer einen beringten Vogel auffindet, kann und soll die Nummer bestenfalls an eine Vogelwarte beziehungsweise einer Beringungszentrale melden. Diese informiert im weiteren Verlauf dann den Nabu.

Brutplatz im vergangenen Jahr noch einmal gewechselt

„Der Fundort befindet sich 32 Kilometer vom Beringungsort“, so der Pressesprecher des Vereins. „Besonders interessant ist der Nachweis insofern, da der genannte Gewährsmann den Ringvogel bereits am 21. April 2017 in Rudolstadt nach 702 Tagen schon einmal registrierte“, berichtet das Nabu-Mitglied weiter. Es sei so auch eine Besonderheit, dass derselbe Mann denselben Vogel zwei Mal registrierte. Der neue Fundort zeigt, dass der Vogel im vergangenen Jahr noch einmal seinen Brutplatz gewechselt habe.

Vor etwa 20 Jahren habe man bei Mittelpöllnitz den Singvogel wieder angesiedelt, damals in einem Kirchturm, sagt Auerswald. „Wir hatten in Neustadt an der Orla und in der Umgebung keine Dohlen mehr“, begründet er.

Nun sei der Bestand wieder aufgefüllt und einige sind schon wieder umgezogen. Wie Auerswald weiter ausführt, hat man die Geschöpfe auch bald in alten Peitschenlampen in Unterwellenborn wiederentdeckt. Und so kamen sie schließlich auch nach Saalfeld und eben bis nach Etzelbach.