Docter Optics in Neustadt sieht sich für schwierige Zeiten gut gerüstet

Neustadt  Christian Hirte (CDU), der Ost- und Mittelstandsbeauftragte der Bundesregierung, sammelt Eindrücke in Neustadt

Herrgott, Gröll, Lünnemann, Hirte und Gruhner (von links) vor dem Wahrzeichen von Docter Optics im Neustädter Gewerbegebiet.

Herrgott, Gröll, Lünnemann, Hirte und Gruhner (von links) vor dem Wahrzeichen von Docter Optics im Neustädter Gewerbegebiet.

Foto: Marius Koity

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

„Ein spannendes Unternehmen!“, urteilte Christian Hirte (CDU) nach gut anderthalb Stunden bei Docter Optics in Neustadt. Der Ost- und Mittelstandsbeauftragte der Bundesregierung und Parlamentarische Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium hatte die Firma gemeinsam mit den CDU-Landtagsabgeordneten Christian Herrgott und Stefan Gruhner besucht, um einerseits ein „wunderbares Beispiel positiver Entwicklungen“ im Osten kennenzulernen. Andererseits wollte er am selben Beispiel einmal ungefiltert hören, was dran ist an den Diskussionen über eine Wirtschaftskrise, die sich in Deutschland anbahne.

„Man hatte gar keine anderen Gedanken, als zu wachsen“, blickte Marc Lünnemann, Vorstand der Docter Optics SE, zurück. „Diese Zeiten sind vorbei.“ Dass die Stimmung kippe, habe man vor etwa neun Monaten wahrgenommen. Die Talsohle sei noch nicht erreicht. Den Betrieb, der vor allem als Zulieferer optischer Komponenten für Scheinwerfer beziehungsweise für die Automobilindustrie bekannt ist, treffe nicht nur der technologische Umbruch in der Kfz-Branche, sondern auch jener im optischen Bereich mit dem Wechsel vom Glas zum Kunststoff. Ein Schwarzmaler ist Lünnemann aber nicht und so resümierte er: „Wir verfügen über die Kompetenzen, die anstehenden Herausforderungen zu meistern.“ Zumal die Konkurrenz aus China, die immer wieder zur Sprache kam, beim speziellen Glasverarbeitungs-Knowhow erst dort sei, wo Docter Optics vor 20 Jahren war, als der Standort in Neustadt begründet wurde. Dieser soll etwa durch den gezielten Ausbau der Forschung und Entwicklung gestärkt werden – ein Bereich, der jetzt schon etwa vierzig Mitarbeiter zähle.

In den mittlerweile zwei Werken in Neustadt sowie am Standort Triptis beschäftigt Docter Optics insgesamt knapp 400 Mitarbeiter. Diese würden im Durchschnitt etwa 40.000 Euro brutto im Jahr verdienen. Solche Aussichten haben auch die zurzeit etwa 30 Lehrlinge. Es sei fast schon schwieriger, qualifiziertes Personal zu halten, als welches zu finden, gab Lünnemann zu verstehen, dem Hans-Joachim Gröll, Geschäftsführer der Docter Optics Components GmbH, als Gastgeber zur Seite stand.

Eine Aufgabe für die Zukunft sei es, Leute für attraktive Arbeitsplätze im ländlichen Raum zu gewinnen, stellte Herrgott fest. Hirte nannte das unlängst verabschiedete Fach­kräfteeinwanderungsgesetz als einen der „Impulse“ der Bundesregierung für den Mittelstand. Und auch wenn Docter Optics eine Ausnahme sei, sah sich der Parlamentarische Staatssekretär in seinem Eindruck bestätigt, dass die Innovationsförderung im wirtschaftlich kleinteiligeren Osten anders gestrickt werden müsse als im Westen.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Zu den Kommentaren