Doppeljubiläum mit „Wir-Gefühl“ in der Schleizer Wisentahalle

Schleiz  Festakt zu „25 Jahre Saale-Orla-Kreis“ und „25 Jahre Kreissparkasse Saale-Orla“

Nicht nur lecker anzuschauen: Selbst die Geburtstagstorte zum 25. Geburtstag des Saale-Orla-Kreises fehlte nicht.

Nicht nur lecker anzuschauen: Selbst die Geburtstagstorte zum 25. Geburtstag des Saale-Orla-Kreises fehlte nicht.

Foto: Uwe Lange

„Dank der langjährigen, freundschaftlichen Verbindung durften wir Bayern ja von Anfang an miterleben, was Sie hier in Thüringen aufgebaut haben: Nämlich einen aufstrebenden, starken, lebens- aber auch liebenswerten Landkreis“ – das war beileibe nicht das einzige Lob, das am Dienstagabend im Rahmen des Festaktes zum Doppeljubiläum „25 Jahre Saale-Orla-Kreis“ und „25 Jahre Kreissparkasse Saale-Orla“ in der Wisentahalle in Richtung der beiden „Jubilare“ ging. Peter von der Grün, Landrat des Partnerkreises Neuburg-Schrobenhausen, der diese Gedanken äußerte, setzte sich nach dem Grußwort auch noch ans Klavier und gratulierte mit seiner Version von „Happy Birthday“ ganz herzlich.

An Landrat Thomas Fügmann (CDU) war es zunächst, diesen recht kurzweiligen Abend zu eröffnen. Gleich eingangs präzisierte er: „Der Saale-Orla-Kreis wurde am 1. Juli 1994 gegründet. Und die Kreissparkasse Saale-Orla am 1. Januar 1995. Aber wir haben uns gesagt, wir treffen uns irgendwo in der Mitte und feiern gemeinsam. Denn wir sind schon in gewisser Weise eine Art Schicksalsgemeinschaft. Halten gut zusammen und machen vieles gemeinsam“, so der Chef der Kreisverwaltung, der dieses „Wir-Gefühl“, das sich entwickelt hat, später auch noch mal mit Blick auf die Menschen der Regionen Schleiz, Bad Lobenstein und Pößneck unterstrich.

„25 Jahre Entwicklung des Landkreises in etwa 20 Minuten aufzeigen, das ist eine Aufgabe, die ich nicht leisten kann“, bekannte Fügmann in der Folge und bat die rund 230 geladenen Gäste um Verständnis dafür, dass seine „Gedankensplitter“ zu diesen zweieinhalb Jahrzehnten keineswegs den Anspruch auf Vollständigkeit erheben.

Nahezu vollständig hingegen war die Fotoschau zu dem Kreisjubiläum und dem der Kreissparkasse, die sich nach dem offiziellen Teil des Abends anschloss und mit einem Bild begann, welches der damalige OTZ-Redakteur Reinhard Kübrich 1994 auf der MS „Gera“ von den drei Landräten gemacht hat, die das Projekt Saale-Orla-Kreis auf den Weg brachten. Norbert Hetterle, Walter Peter und Peter Stephan waren ebenfalls in der ­Wisentahalle und auch bereit für solch eine Aufnahme mit Symbolkraft 25 Jahre danach.

Der Saale-Orla-Kreis ist mit seinen 1148 Quadratkilometern der drittgrößte Landkreis im Freistaat und zählt gegenwärtig noch rund 81.000 Einwohner mit einem Altersdurchschnitt von 48 Jahren. Gestartet ist man einst 1994 mit 104.500 Bürgern. Mit Blick auf die oben genannte Einwohnerzahl ist zudem interessant, dass im Landkreis deutliche mehr Fahrzeuge – nämlich 86.000 – zugelassen sind.

Heißt, dass man nach den Worten des „1. Mannes im Landkreis“ hier bei uns zwingend auf den Individualverkehr mit dem Pkw angewiesen ist. Nicht nachvollziehbar seien da Aussagen von Städtern oftmals in den Medien zur Notwendigkeit der weiteren Entwicklung des Öffentlichen Personen-Nahverkehrs im ländlichen Raum. „Wir bemühen uns ja, den ÖPNV aufrecht zu erhalten. Er kostet uns auch in jedem Jahr vier Millionen Euro Zuschuss. Aber wir kriegen trotzdem einen vernünftigen Verkehr, flächendeckend und auch zeitgerecht nie hin. Deshalb ist alternativlos, dass der Individualverkehr jetzt und in Zukunft für uns einen hohen Stellenwert hat.“ Beifall aus dem Publikum würdigte diese von Fügmann geäußerte Tatsache.

„Der Ausländeranteil bei uns beträgt exakt 3,3 Prozent“, diese Zahl gab es auch noch vom Landrat, der in Richtung seines Kollegen aus dem Rheingau-Taunus-Kreis fragte: „Und Herr Kilian, bei Ihnen würde ich sagen 15 Prozent?“ In mancher regionaler Stammtischrunde des SOK sei das aber immer ein Thema: Ausländer – ist das nicht für uns eine große Belastung? „Ich glaube, wir können diese Aufgabe in der Größenordnung gut meistern“, so Thomas Fügmann vorgestern in der Wisentahalle.

Die Kreissparkasse Saale-Orla, die Saale-Orla-Schau, aktive Vereine und Verbände wie den Kreissportbund sowie den Kreisfeuerwehrverband nannte Thomas Fügmann als Beispiele für das „Wir-Gefühl“ – dafür „dass wir gut zusammengewachsen sind.“ Groß sei zudem natürlich die Aufgabe gewesen, aus drei Kreisverwaltungen eine zu machen. Aber auch das habe man in den Griff bekommen.

Idee fürs SOK-Musical kam von Helmut Schmidt

„Und wir werden heute noch einige Sequenzen von einem Saale-Orla-Musical erleben. Die Idee kam von Helmut Schmidt aus der Kreissparkasse. Das war das beste Mittel, um den Landkreis in seiner Schönheit, seiner Vielfalt und auch in seiner Einheit vorzustellen. Herzlichen Dank noch mal dafür“, würdigte Landrat Thomas Fügmann. Nach einem „kulturellen Zwischenspiel“ gehörte das Rednerpult dem Vorstandsvorsitzenden der Kreissparkasse Dirk Heinrich, der ausführlich den Weg nachzeichnete, den das „große Schiff“ dieses Geldinstituts durch das nicht immer ruhige Fahrwasser der letzten 25 Jahre nahm. Um den Umfang dieses Beitrages aber nicht zu sprengen, sollen seine Gedanken Grundstock eines separaten Artikels im Vorfeld des eigentlichen Gründungstages der Kreissparkasse am 1.1. werden.

Erhard Wachtelborn aus Neustadt/Orla und Steffi Möller aus Pößneck gingen am Dienstag mit je einem Koffer voller hochwertiger, höchst appetitlicher Köstlichkeiten nach Hause. Sie waren zusammen mit Jacqueline Herrmann aus Neustadt/Orla die Gewinner beim Quiz der Museumsreise durch den Saale-Orla-Kreis.

Meine Meinung:

Zu den Kommentaren
Im Moment können keine Kommentare gesichtet werden. Da wir für Leserkommentare in unserem Internetauftritt juristisch verantwortlich sind und eine Moderation nur während unserer Dienstzeiten gewährleisten können, ist die Kommentarfunktion wochentags von 22:00 bis 08:00 Uhr und am Wochenende von 20:00 bis 10:00 Uhr ausgeschaltet.