Drogenproblem in Neustadt nicht wegzudiskutieren

Neustadt.  Viele Beteiligte diskutiertenzum Thema im Ausschuss für Bildung, Kultur und Soziales

Kulturausschusssitzung Neustadt an der Orla

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Foto: Theresa Wahl

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Es gibt ein Drogenproblem in Neustadt. Zu dieser Erkenntnis kamen die Mitglieder des Ausschusses für Bildung, Kultur und Soziales bei ihrer Sitzung am Donnerstagabend, bei der man sich mit Drogenkonsum und -prävention beschäftigte. Über Erfahrungen und Wahrnehmungen in ihrer täglichen Arbeit berichteten zahlreiche Gäste, die zu der Beratung eingeladen worden waren.

Einig war man sich darin, dass die vorherrschenden Drogen, die in Neustadt konsumiert werden, Alkohol, Crystal Meth und Cannabis sind. Auch darüber, dass es keine offene Drogenszene in der Stadt gebe, sondern diese sich vor allem im häuslichen Umfeld abspiele. Festzustellen sei der Drogenkonsum zudem in mehreren Generationen. „Der Drogenkonsum in Neustadt ist nicht wegzudiskutieren, das ist er aber in keinem Ort im Saale-Orla-Kreis“, stellte etwa Corina Fügmann, Koordinatorin des Netzwerkes „Courage gegen Drogen“ im Saale-Orla-Kreis, fest.

Dass es in Neustadt ein Drogenproblem gibt, zu diesem Schluss kam auch Klaus Mergner, Leiter der Polizeiinspektion Saale-Orla in Schleiz. Er habe im November des vergangenen Jahres wieder eine Zivilfahndung installiert, „mit einem erschreckenden Ergebnis“, wie der Polizeichef betonte. So habe man im November bei sechs durchgeführten Feststellungen, vier Jugendliche im Alter zwischen 12 und 13 Jahren mit Drogen erwischt. Er sieht es als notwendig an, diese Aktivitäten weiterhin zu verstärken. Allerdings sei ein weiterer wichtiger Baustein die Rauschgiftkriminalität zu bekämpfen, nicht nur Leute zu kontrollieren, sondern auch weitere Schritte einzuleiten, um dann entsprechende Sanktionen verhängen zu können.

Präventionsarbeit unabdingbar

Eine weitere wichtige Erkenntnis des Abends war, dass präventive Arbeit unabdingbar ist, um Drogenkonsum vorzubeugen. Diese wird in Neustadt etwa durch das Bildungswerk Blitz geleistet, welches das Jugendhaus An’ne Bahnschien’ betreut sowie mit Schulsozialarbeitern an den Schulen aktiv ist. In der täglichen Arbeit verfolge man den Ansatz, die Kinder und Jugendlichen mit entsprechenden Informationen sowie Wissen über Drogen auszustatten, damit auf dieser Grundlage eine bewusste Entscheidung für oder gegen den Konsum getroffen werde, erklärte Robert Bullerjahn von Blitz. Um Prävention noch intensiver betreiben zu können, wünsche man sich allerdings noch mehr Zeit für die Arbeit an den Schulen.

Das in diesem Bereich intensiv gearbeitet werde, erklärten auch Birgit Müller, Leiterin der Regelschule Johann Wolfgang von Goethe, sowie Annette Ziegengeist, Beratungslehrerin am Orlatalgymnasium. Gute Erfahrungen haben beide Einrichtungen bei der Zusammenarbeit mit Blitz gemacht. Darüber hinaus sei das Anti-Drogen-Projekt Revolution Train sehr wirksam. „Man kann mit den Schülern gut dazu nacharbeiten“, befand Annette Ziegengeist, die sich mehr Unterstützung an den Schulen durch Fachkräfte wünschte.

Zusammenarbeit mit Vereinen stärken

Neustadts Kulturamtsleiter Ronny Schwalbe regte an, die Präventionsarbeit neben der Schule auch mehr in den Freizeitbereich zu holen und stieß damit auf Zustimmung bei den Anwesenden. So sagte Robert Bullerjahn, dass er sich eine verstärkte Zusammenarbeit mit den örtlichen Vereinen vorstellen könne. Gleiches signalisierte Katharina Schwalbe von der Suchtberatung der Diakonie. „Es gibt Reserven in der Vernetzung mit den Vereinen“, hielt auch Ausschussmitglied und Jugendtrainer beim SV Blau-Weiss ‘90 Neustadt, Steffen Engler (CDU), fest und sah etwa Möglichkeiten, eine Kooperation bei bestimmten Veranstaltungen umzusetzen.

„Wir werden heute hier kein Patentrezept bei unserer Beratung auf den Tisch legen können, wie man das Drogenproblem bekämpfen kann“, resümierte Werner Greiling (BfN). Allerdings sei es wichtig, Betroffenen Auswege zu bieten, Beratungsmöglichkeiten sowie Alternativen aufzuzeigen. Darüber hinaus schlug er vor, dass der Ausschuss assoziierendes Mitglied im Netzwerk „Courage gegen Drogen“ werde, um so eine Vernetzung auf Dauer herzustellen. „Und ich denke, wir sollten spätestens wieder in einem Jahr in dieser Runde zusammenkommen“, schloss der Ausschussvorsitzende die Beratung.

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