Ein Blickfang am Fuße der Theure

Kolba  Jan Fach ersteigerte am 15. Juli 1997 die marode Brückenmühle in Kolba, er sanierte sie über die Jahre in Eigenleistung

Jan Fach besitzt seit 22 Jahren die Brückenmühle in Kolba, an der Auffahrt zur Theure. Über viele Jahre hinweg ist das alte Anwesen rundum erneuert worden. Er ergänzte das Haus mit verschiedenen Anbauten.

Jan Fach besitzt seit 22 Jahren die Brückenmühle in Kolba, an der Auffahrt zur Theure. Über viele Jahre hinweg ist das alte Anwesen rundum erneuert worden. Er ergänzte das Haus mit verschiedenen Anbauten.

Foto: Marcus Cislak

„Die Lage hat mich gereizt, es gibt weit und breit keine Nachbarn“, meint Jan Fach mit einem Lächeln im Gesicht. Der 54-Jährige erstand fast auf den Tag genau vor 22 Jahren die Brückenmühle in Kolba, direkt am Fuße der Theure. Mehr als 200.000 Euro steckte der Neunhofener in das zweigeschossige Anwesen, das direkt an der Orlabrücke liegt.

Drei Kamerunschafe grasen auf dem etwa 3000 Quadratmeter großen Grundstück, ein paar Hühner gackern und auch ein Mieter lebt unter dem Dach von Fach. Zwischen 2001 und 2003 wurde das 1720 erbaute Gebäude saniert, das meiste mit den eigenen Händen. „Den 250 Quadratmeter großen Hof ließ ich dann 2017 pflastern, im vergangenen Jahr wurde das Dach neu gedeckt und die Fassade erhielt eine Frischzellenkur“, zählt der Mühlenbesitzer die Maßnahmen auf, die das Haus zu einem Blickfang an der Bundesstraße 281 machen.

In Rudolstadt erwarb Fach bei einer Zwangsversteigerung das Objekt für 50.000 DM. „Die Mühle befand sich zu der Zeit in einem katastrophalen Zustand“, erinnert sich der selbstständige Unternehmer. „Ersatzteile, Motoren, 38 Räder und 20 Autobatterien habe ich entsorgt.“ Nach der politischen Wende war eine Autowerkstatt in einer großen Garage im Untergeschoss untergebracht.

„Bis heute finde ich noch Biberschwänze im Garten“, und meint die abgerundeten Dachziegel, die von der vorherigen Dachsanierung kurz nach der Wende stammen könnten. Besonders pfleglich mit dem historischen Gebäude sei die Erbengemeinschaft demnach nicht umgegangen. „Rückblickend würde ich mir so einen Aufwand bei der Sanierung nicht noch einmal antun wollen“, meint er.

Aus den vorherigen Jahrzehnten beziehungsweise Jahrhunderten sei nicht allzu viel bekannt. „1854 ist die Mühle abgebrannt, ein Drittel des ursprünglichen Gebäudes wurde nie wieder aufgebaut“, so Jan Fach.

Was mit Hilfe des Mühl­grabens, dessen Lauf noch erahnbar ist, in der Mühle produziert worden ist, bleibt bis heute unklar. „Irgendetwas wurde jedenfalls mit Wasserkraft bewegt, vielleicht trieb ein Wasserrad ein Stein an“, sagt der Eigentümer.

Der ehemalige Ortschronist Lothar Steeger meinte, dass es eine Mahl- und Ölmühle gewesen sei. Eine Spinnerei habe sich bis 1887 dort befunden. Pächter sei Hermann Münzer aus Kolba gewesen, ist aus Steegers Texten zu entnehmen. „Sie haben wohl für die Tuchmachereien in Neustadt und Pößneck gearbeitet“, so Fach. Nicht unwahrscheinlich sei, dass das Gebäude als Zollstation diente auf dem Weg die Theure hinauf in Richtung Neustadt.

Meine Meinung: Marcus Cislak über das besondere Wohnen

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