Energiewende auf den Dächern des Orlatals

Dreitzsch-Alsmannsdorf.  Photovoltaikanlagen verändern das Antlitz der Dörfer der Region. Förderprogramme bieten hierfür Anreize.

Blick auf Alsmannsdorf mit mehreren Photovoltaikanlagen auf Dächern im Ortskern.

Blick auf Alsmannsdorf mit mehreren Photovoltaikanlagen auf Dächern im Ortskern.

Foto: Foto: Martin Schöne

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Auf dem Weg nach Alsmannsdorf bei Triptis wird recht schnell ersichtlich, welche Verbreitung erneuerbare Energien im ländlichen Raum bereits erfahren haben. Gerade noch ist man am Ortsausgang von Dreitzsch, dessen Ortsteil Alsmannsdorf ist, an zwei großen Faulbehältern der Biogasanlage einer Agrargenossenschaft vorbeigefahren, da erspäht man beim Blick in Richtung Alsmannsdorf mehrere Photovoltaikanlagen auf den Dächern des Dorfes, die das bleiche Licht eines Februartages reflektieren. Unterdessen drehen am gegenüberliegenden Hang des Orlatals die Rotoren zweier Windkraftanlagen ihre Runden. In den Dörfern des Orlatals finden mehr und mehr Photovoltaikanlagen ihren Weg auf Haus-, Scheunen und Hallendächer und so verändert sich nicht nur die Art der Energieerzeugung Stück für Stück, sondern auch das Antlitz der kleinen Gemeinden selbst.

Nicht selten nutzen Hauseigentümer Förderprogramme, um mit öffentlicher Unterstützung dem eigenen Gebäude die Strom- oder Wärmeerzeugung via Sonnenlicht aufzusetzen. Im Januar 2020 legte zum Beispiel das Thüringer Umweltministerium das Förderprogramm „Solar Invest“ für den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien neu auf.

Private Bauherren in der Region können auch über die Leader-Aktionsgruppe Saale-Orla EU-Unterstützung bei der Errichtung einer Photovoltaikanlage erhalten. „Wir haben bereits etwa neun oder zehn solcher Anlagen gefördert“, erläuterte Regionalmanager Sören Kube am Donnerstag.

Das jüngste Beispiel hierfür ist ein Projekt in Alsmannsdorf. „Im Rahmen der Förderung von Photovoltaikanlagen erhalten die Eheleute Filor Fördermittel für eine netzunabhängige Photovoltaik-Anlage zum Eigenverbrauch mit Batteriespeicher“, hieß es erst am 4. Februar in einer Pressemitteilung der Aktionsgruppe.

„Ein Grund sind für mich die ständig steigenden Stromkosten. Aber ich finde auch den Gedanken einer regionalen, dezentralisierten Energieversorgung richtig“, beschreibt Uwe Filor die Motivation hinter dem Projekt, das er bereits seit zwei Jahren plant. Er unterstreicht aber auch, dass er in der Solarenergie viel größere Chancen hinsichtlich der Energiewende sieht, als in der Windkraft.

Vor allem Windkraftanlagen im Wald lehnen er und seine Frau grundsätzlich ab. Im Moment befinde er sich in der Entscheidungsphase, denn nun gelte es, drei verschiedene Angebote für den Aufbau der Photovoltaikanlage einzuholen. „Das ist bei geförderten Projekten ähnlich wie bei öffentlichen Aufträgen“, hält er fest. Auch hier sei eine Energieberatung Voraussetzung für die Teilnahme am Förderprogramm gewesen, in der unter anderem der Nachweis des entsprechenden Eigenverbrauchs erfolgt.

60 Prozent des erzeugten Solarstroms für den Eigenverbrauch gedacht

Die Nutzung natürlicher Energiequellen hat in Alsmannsdorf nicht erst seit ein paar Jahren eine gewisse Tradition. Kaum 150 Meter entfernt von Uwe Filors Haus steht die frühere Mühle von Alsmannsdorf. Angetrieben wurde sie mit dem Wasser des Lausnitzbachs.

Laut Leader Regionalmanager Kube müssen Interessenten ein Konzept vorlegen, wonach mindestens 60 Prozent des erzeugten Solarstroms für den Eigenverbrauch gedacht sind. Das Ganze durchlaufe dann unter dem Titel „Klimaschutz durch Saale-Orla-Energie“ ein Prüfverfahren und abschließend würde über abstimmungsreife Anträge abgestimmt.

Förderung gibt es sowohl für eine Beratung, als auch für die Errichtung – ersteres mit einer Förderquote von 50 Prozent, letzteres mit 30 Prozent. Für die Beratung steht eine Maximalförderung von 1500 Euro in Aussicht, für die Errichtung besteht eine Deckelung bei 10.000 Euro. „Die Spanne der bisher geförderten Photovoltaikprojekte reicht von Gesamtkosten von etwa 10.000 Euro bei einer 3000-Euro-Förderung bis hin zu einem Vorhaben im Umfang von circa 32.000 Euro, das mit 9700 Euro gefördert wurde“, so Sören Kube rückblickend.

Es gebe eine stete Nachfrage nach der Photovoltaikförderung. „Gute Resonanz“, sagt Kube und erklärt, dass auch zum nächsten Stichtag am 31. März 2020 solche Anträge aus der Region eingereicht werden können.

Mehr Informationen www.leader-sok.de

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