Erstes Signal aus Wernburg gegen private Hebeanlagen

Wernburg.  Wernburg-Oberdorfer gründen eine Bürgerinitiative. Sie sind dagegen, dass der Wasserzweckverband sie zwingt, private Hebeanlagen zu bauen.

Das Abflussrohr muss den Bach unterhalb der Brücke unterqueren, weshalb Hebeanlagen notwendig werden.

Das Abflussrohr muss den Bach unterhalb der Brücke unterqueren, weshalb Hebeanlagen notwendig werden.

Foto: Foto: Marcus Cislak

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Die geplante Bürgerinitiative gegen das Vorhaben des Zweckverbandes Wasser und Abwasser Orla (ZWA), private Hebeanlagen errichten zu lassen, nimmt konkrete Formen an. Am Mittwochabend trafen sich erstmals etwa 20 zum Teil betroffene Bürger im ehemaligen Autohaus am südlichen Ortsausgang in Richtung Moxa, um sich von Wolfgang Kleindienst (Birso/UBV) beraten zu lassen.

Vereinbart wurde, sich am Mittwoch, 15. Januar, ab 18 Uhr zur Gründung der „Bürgerinitiative Wernburg-Oberdorf“ (BIW) im gleichen Gebäude einzufinden. Es sollen unter anderem ein Vorstandsgremium gewählt und eine Mitgliederliste verfasst werden. „Jeder Interessierte ist eingeladen, je mehr kommen und sich für unsere Sache einsetzen, desto besser“, sagte Uwe Oldenburg, Initiator der Zusammenkunft.

Wernburger bestehen auch auf Gleichbehandlung

Oldenburg formulierte die Ziele der BIW so: „Wir wollen eine vernünftige Lösung für die Entsorgung der Abwässer, wir werden die jetzigen Pläne des ZWA nicht akzeptieren.“

Hintergrund: Am Wernburger Ortsausgang in Richtung Bahren werden ab diesem Jahr unter anderem 30 Grundstücke mit Anschlüssen versorgt, was die Eigner allerdings zwingt, zusätzliche private Pumpwerke errichten zu lassen. Das verursacht Kosten von einigen tausend Euro pro Haus. Die Krux ist, dass ein tieferliegender Bach unterhalb der betreffenden Grundstücke unterquert werden muss, weshalb das natürliche Gefälle zum Abführen der Abwässer nur schwerlich ausgenutzt werden kann. Es muss also wieder hochgepumpt werden.

Beim Anschluss Wernburgs an die zentrale Kläranlage in Pößneck in den vergangenen zwei Jahren kam man bislang ohne private Hebeanlagen aus. „Wir wollen gleich behandelt werden“, forderte Oldenburg.

Die Bürger stellen sich eine zentrale Sammelstelle vor, die die privaten Anlagen obsolet werden lassen könnte. Im Baugebiet Am Gries sei auch ein zentraler Sammler gebaut wurden. Ein Anwesender findet: „Hier wird mit zweierlei Maß gemessen.“

Die Idee des Sammlers fußt auf einer früheren Planung der ZWA. Doch neuere wirtschaftliche Überlegungen vom das Projekt betreuende Ingenieurbüro – im Übrigen ein anderes als damals – legte die Lösung ad acta. Es sei schlicht zu teuer.

„Der Zweckverband hat für sich die kostengünstigste Variante gewählt. Er macht es sich zu leicht damit“, so Uwe Oldenburg. Die im Wernburger Oberdorf Lebenden fühlen sich, so der Tenor der Versammlung, in der Entscheidung übergangen.

ZWA bietet Gespräch mit Bürgern an

Der Vorsitzende des Zweckverbands, Ralf Weiße, meinte auf Nachfrage: „Prinzipiell hat jeder Bürger das Recht, eine Bürgerinitiative zu gründen, wenn er sich ungerecht behandelt fühlt“, zeigte er Verständnis. Er wünscht sich, dass man weiter im Gespräch bleibt und nach einen für alle Seiten verträglichen Kompromiss bei der baulichen Umsetzung der Anschlüsse findet.

Auf dem Weg zu einer möglichen Einigung beziehungsweise um sich beim ZWA Gehör zu verschaffen, rät Wolfgang Kleindienst, den politischen Weg zu wählen. Zu den in dem ehemaligen Wernburger Autohaus Versammelten sagte er: „Versucht, den Wernburger Bürgermeister und den Gemeinderat zu gewinnen, damit eure Vertreter einen Antrag in den Verbandsrat einbringen, so dass die Pläne überarbeitet werden.“ Und genau das empfindet Uwe Oldenburg als eigentliche Schwierigkeit: „Ich merke nicht, dass Bürgermeister und Gemeinderat unsere Interessen vertreten!“

Und doch sei es der sinnvollste Weg, so Kleindienst: Beim Verfassen des Schreibens beziehungsweise des Antrags, so versprach er, will er behilflich sein. Kleindienst ermunterte alle, zusammenzuhalten und sich auch mit umliegenden Interessensverbänden zu vernetzen. Oldenburg schloss mit den Worten: „Wir leisten mit unserem Ansinnen Vorarbeit für andere Dörfer, die künftig vor ähnlichen Problemen stehen könnten.“

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Zu den Kommentaren
Im Moment können keine Kommentare gesichtet werden. Da wir für Leserkommentare in unserem Internetauftritt juristisch verantwortlich sind und eine Moderation nur während unserer Dienstzeiten gewährleisten können, ist die Kommentarfunktion wochentags von 22:00 bis 08:00 Uhr und am Wochenende von 20:00 bis 10:00 Uhr ausgeschaltet.