Meine Meinung

Es ist noch viel zu tun

Marcus Cislak über schlechte Verbindung in den Dörfern des Orlatals.

Marcus Cislak.

Marcus Cislak.

Foto: Andreas Wetzel

Das schnelle Internet ist für viele ein Traum, vielleicht nicht gerade für die, die in den Ballungszentren leben. Aber für diejenigen, die im ländlichen Raum, an der Peripherie wohnen.

Das wird mir dieser Tage wieder umso mehr bewusst, denn Homeschooling ist ja bekanntermaßen im Hause Cislak angesagt. Während wir in Pößneck über das schnelle Internet nicht klagen können, bemerken wir, dass auf der anderen Seite der Leitung nicht immer alles eitel Sonnenschein ist.

Am Dienstag lud die quarantierte Lehrerin meiner Tochter zur Online-Video-Konferenz. Etliche Klassenkameraden saßen also vor ihren PCs und nicht jeder hatte optimalen Empfang beim Live-Chat, merkten wir schnell. Immer wieder brach die Verbindung zu manchen Teilnehmern, wie auch zur Lehrerin, ab. Der Grund ist ganz einfach: Die Internetverbindungen in den Dörfern sind schlecht.

Denn einige Kinder leben in kleinen Gemeinden, ebenso die Lehrerin, die zum digitalen Treffen einlud. Sie wollte einfach visuellen Kontakt zu ihren Schützlingen herstellen, nachfragen, wie es ihnen in der häuslichen Quarantäne geht, ob sie sich wieder auf die Schule freuen. Aber die Technik ließ immer wieder zu wünschen übrig. Das bringt wenig Freude, ernüchtert.

In Zeiten wie diesen ist für viele der Kontakt von Angesicht zu Angesicht, auch wenn es nur auf den Bildschirmen ist, immens wichtig. Aber wenn das schnelle Internet nicht schnell genug ist, bricht auch dieser Kontakt weg.

Es ist also noch viel in den ländlichen Gegenden zu tun, was die digitale Infrastruktur angeht.