Etwa 90 Prozent weniger: 2019 ist im Orlatal kein Apfeljahr

Dreitzsch  Lohnmosterei Rabold in Dreitzsch bekommt täglich nur noch ein bis zwei Tonnen Äpfel von ihren Kunden angeliefert

Die Rabold Lohnvermostung hat bislang 90 Prozent weniger Äpfel als in guten Jahren gebracht bekommen.

Die Rabold Lohnvermostung hat bislang 90 Prozent weniger Äpfel als in guten Jahren gebracht bekommen.

Foto: Peter Cissek

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In Dreitzsch kullern normalerweise zur Obsterntezeit täglich tonnenweise Äpfel über die Bänder. Doch in diesem Jahr bleibt der Bunker weitestgehend leer. Denn in vielen Teilen der Orlaregion fällt die Apfelernte auf den Streuobstwiesen und in Gärten so niedrig aus, dass nur sehr wenige Leute ihre Früchte anliefern, um sie zu ­Apfelsaft verarbeiten zu lassen. „Wir müssen in dieser Saison mit einem Ausfall von rund 90 Prozent gegenüber guten Erntejahren leben“, sagte Sieglinde Rabold von der gleichnamigen Lohnmosterei.

Lieferten in guten Jahren Privatleute täglich 20 bis 25 Tonnen Äpfel an, sodass Kunden an manchen Tagen und zu bestimmten Zeiten auch Wartezeit mitbringen mussten, kann man nun sofort bis an die Schüttwaage vorfahren. Denn viel mehr als ein bis zwei Tonnen Äpfel täglich werden in dieser Saison nicht gebracht. Noch bis zum 26. Oktober werden werktags Äpfel angenommen.

„Im Frühjahr sind bei Temperaturen um minus acht Grad Celsius sehr viele Blüten und Fruchtansätze erfroren“, erklärte Sieglinde Rabold. Mitarbeiter zu entlassen komme für sie nicht in Frage. „Bei der derzeitigen Arbeitsmarktsituation würden wir nächstes Jahr zur Saison keine Beschäftigten mehr finden. Wir können nur hoffen, dass 2020 wieder ein richtig gutes Erntejahr wird“, sagte sie.

Sie bittet Bürger, die noch ­Äpfel an den Bäumen haben, sie zu ernten und wenn möglich zur Lohnmosterei zu bringen. „Damit trägt man zum Erhalt der Streuobstwiesen und der Artenvielfalt bei“, so Rabold.

„Wir sehen uns als Dienstleister, der den Leuten behilflich ist, ihr Obst zu verwerten und preiswert in den Genuss von ­natürlichen Säften zu kommen“, erklärte sie weiter. 65 Liter Saft in Glasflaschen bekommt der Kunde aus 100 Kilogramm Obst.

Auch wenn es zahlreiche andere Fruchtsaftsorten im Angebot gibt, bleibt der Apfelsaft der Klassiker. Immer beliebter werde unter den Kunden des Dreit­z­scher Getränkeanbieters der ­naturtrübe Apfelsaft.

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