Fachkräftemangel: Pilotprojekt in Neustadt

Neustadt.  Thaff Thüringen und Wirtschaftsförderung des Landkreises beraten Mitte Februar Unternehmen aus der Region

Die Thüringer Niederlassung der Otto Alte-Teigeler GmbH in Neustadt an der Orla ist am 18. Februar Schauplatz eines neuen Beratungsformates für Unternehmen hinsichtlich des Fachkräftemangels.

Die Thüringer Niederlassung der Otto Alte-Teigeler GmbH in Neustadt an der Orla ist am 18. Februar Schauplatz eines neuen Beratungsformates für Unternehmen hinsichtlich des Fachkräftemangels.

Foto: Martin Schöne

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Der Fachkräftemangel gilt in einigen Branchen mittlerweile als größte Herausforderung für die Zukunft vieler Unternehmen – besonders in ländlichen Regionen. Denn qualifiziertes Personal bildet die Grundlage für Wettbewerbsfähigkeit, Innovation, Wachstum und Wohlstand. „Schon heute [können] in bestimmten Regionen und Branchen offene Stellen nicht mit geeigneten Fachkräften besetzt werden“, heißt es dazu etwa auf der Internetseite des Bundeswirtschaftsministeriums.

Als Reaktion darauf wird im Saale-Orla-Kreis nun etwas Neues ausprobiert. Am 18. Februar 2020 findet auf dem Gelände der Neustädter Niederlassung des Straßenbau- und Fugenspezialisten Otto Alte-Teigeler GmbH (OAT) eine Beratungsveranstaltung für Unternehmen aus der Region statt. Das Angebot wird von der Thüringer Agentur für Fachkräftegewinnung (Thaff) und der Wirtschaftsförderung des Saale-Orla-Kreises als Pilotprojekt unter dem Titel „Thaff vor Ort – Strategien gegen den Fachkräftemangel“ umgesetzt.

Direkte und persönliche Beratung vor Ort

Ziel ist es, hiesige Betriebe direkt und persönlich über mögliche Verbesserungen bei Stellenausschreibungen, attraktive Rahmenbedingungen für Beschäftigte und die Möglichkeiten der Anwerbung ausländischer Mitarbeiter aufzuklären. Oliver Hummel, stellvertretender Teamleiter bei der Thaff, zählt Beispiele auf, wer bereits Interesse angemeldet hat. Die Nachfrage reiche quer durch viele Branchen: Es finden sich etwa ein Wohlfahrtsverband, ein Landwirtschaftsbetrieb, ein Unternehmen der Metallverarbeitungsbranche, oder eben der Straßenbau-Betrieb, der auch am Montag seine Räume in Neustadt für ein Pressegespräch zur Verfügung stellte.

Der Termin sollte das Projekt vorstellen und Aufschluss über erste Rückmeldungen erlauben. Denn die Aufgabe, Fachkräfte und Arbeitskräfte generell zu finden und zu binden, stehe für viele Unternehmen ganz klar an vorderster Stelle, hebt Oliver Hummel eingangs hervor. So sei die Idee entstanden, ergänzend zum zentralen Beratungsangebot der Agentur in Erfurt verstärkt in die Regionen zu gehen und in Zusammenarbeit mit der örtlichen Wirtschaftsförderung derartige Sprechtage durchzuführen. Mit dem Beratertag in der OAT-Niederlassung bildet nun der Saale-Orla-Kreis den Auftakt für dieses Format, das sich an die laut Thaff erfolgreichen Pendlertage anlehne.

Es werde am 18. Februar eine kurze Einführung geben und in der Folge Einzelgespräche mit den jeweiligen Unternehmensvertretern. Neben den vier bis fünf Thaff-Mitarbeitern werde auch die Wirtschaftsförderung des Landkreises mit einem Beratungsangebot vor Ort sein, hält Nadine Wagner als Ansprechpartnerin im Landratsamt fest. Es gehe darum, nicht nur einen Einstieg zu bieten, sondern gleich vor Ort umfassend zu beraten, so Hummel weiter. Man pflege seit Jahren gute Kontakte in den Saale-Orla-Kreis und habe daher entschieden, die Premiere hier durchzuführen.

Für den OAT-Niederlassungsleiter Thomas Knötsch ist es wichtig, dass die Berater, die an dem Tag mit den Firmenvertretern ins Gespräch kommen auch fortan als direkte Ansprechpartner aufseiten der Thaff zur Verfügung stehen. Das Beratungsformat sei wie eine Art Hausbesuch zu verstehen, charakterisiert es Oliver Hummel. Für Knötsch hingegen sei es ein Schritt, der helfen könne, das eigene Unternehmen besser in der Öffentlichkeit zu präsentieren, Schüler, Auszubildende, Fachkräfte, Rückkehrer oder auch Quereinsteiger darüber aufzuklären, das zum Teil direkt vor der eigenen Haustür Arbeitgeber mit erstaunlichen Zukunftschancen und beruflichen Perspektiven existieren. Für Nadine Wagner ist es neben den Pendlertagen und der Saale-Orla-Schau ein willkommenes drittes Angebot für die regionale Wirtschaft, das vorhandene Potenzial besser auszuschöpfen.

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