Feuerwehren des Saale-Orla-Kreises werden von Gera aus alarmiert

Neustadt.  Der Kreistag hat eine entsprechende Vereinbarung abgesegnet.

Blick in die Saalfelder Rettungsleitstelle. Zukünftig werden die Feuerwehren des Saale-Orla-Kreises von Gera zu den Einsätzen geschickt.

Blick in die Saalfelder Rettungsleitstelle. Zukünftig werden die Feuerwehren des Saale-Orla-Kreises von Gera zu den Einsätzen geschickt.

Foto: Guido Berg / Archiv

Notrufe aus dem Saale-Orla-Kreis werden künftig nicht mehr in Saalfeld, sondern in Gera eingehen. Dieser Übergang wird seit geraumer Zeit vorbereitet und steht nun auf festen vertraglichen Füßen. Der Kreistag Saale-Orla hat in Neustadt eine Zweckvereinbarung der Kreisverwaltung mit der Stadt Gera bestätigt, die ab 1. Januar 2021 eine Zentrale Leitstelle wie bisher für das eigene Gebiet, das Altenburger Land, den Kreis Greiz sowie den Rettungsdienstzweckverband Ostthüringen und nun auch für den Saale-Orla-Kreis bereitstellt.

Kosten für den Saale-Orla-Kreis unklar

Die Leitstelle in der Geraer Berufsfeuerwehr leistet für die fünf Träger eine Fülle von Aufgaben, die in der Zweckvereinbarung in 19 Punkten zusammengefasst sind. Dazu gehören: „Entgegennahme und unverzügliche Bearbeitung aller Notrufe, Hilfeersuchen und Krankentransportaufträge“ (Punkt 1); Alarmierung von Feuerwehren und aller anderen Rettungs- beziehungsweise Einsatzkräfte bei entsprechenden Situationen; „Führung des Bettennachweises für die Krankenhäuser“ (Punkt 9); Zusammenarbeit mit Polizei und kassenärztlichem Notfalldienst; „Auskunftserteilung über Bereitschaftsdienste weiterer Einrichtungen der Gesundheitsvorsorge und Gefahrenabwehr für Auskunftsuchende“ (Punkt 12); vorschriftsmäßige „Übermittlung der Hilfsfriststatistik“ (Punkt 19).

Diese Arbeit sollen Frauen und Männer auf 32,5 Stellen leisten. Wie die Kreisverwaltung auf Nachfrage mitteilte, bringt der Saale-Orla-Kreis keinerlei Personal ein. Sämtliche Leitstellenmitarbeiter sind Bedienstete der Stadt Gera. In einem Leitstellenausschuss, der etwa notwendige Investitionen prüfen soll, sind alle fünf Partner mit je einer Stimme vertreten.

An der Finanzierung der Leitstelle beteiligt sich der Saale-Orla-Kreis zunächst mit „circa 100.000 Euro“ für das Jahr 2021, so die Kreistags-Beschlussvorlage. Der tatsächliche Aufwand könne erst im Nachhinein, nach Geschäftsjahresabschluss, festgestellt werden.

Verteilungsschlüssel nach Einwohnerzahl

Eine konkretere Kostenprognose sei derzeit nicht möglich, so Vizelandrat Jürgen Hauck (CDU). „Es gibt sowohl kostenmindernde als auch kostensteigernde Faktoren, deren Auswirkungen sich aktuell nur schwer abschätzen lassen“, heißt es. So sei noch unklar, inwiefern sich der Leitstellenbetrieb durch den Beitritt des Saale-Orla-Kreises verteuern wird. Andererseits seien die Krankenkassen bereit, eine höhere Leitstellengebühr pro Rettungseinsatz zu bezahlen, was die Kosten senke.

Die drei Kreise und Gera übernehmen 31 Prozent der Kosten und teilen diese dann untereinander je nach Einwohnerzahl auf. Die übrigen 69 Prozent bezahlt der Rettungsdienstzweckverband (welchem der Saale-Orla-Kreis ebenfalls angehört).