FSV Orlatal wirft großen Nachbarn VfB 09 Pößneck aus dem Pokal

Kleindembach  380 Zuschauer erleben beim Derby, wie Kreisligist FSV Orlatal den höherklassigen VfB 09 Pößneck aus dem Kreispokal werfen. Beim 4:2 (2:2) schnürt FSV-Torjäger Daniel Barth einen Doppelpack.

VfB-Keeper Laurence Wohlfahrt sieht den Ball im Netz zappeln, während Daniel Barth jubelnd abdreht. Mit dem Treffer zum 3:2 schoss der Torjäger seinen FSV Orlatal zum zweiten Mal in Führung.

VfB-Keeper Laurence Wohlfahrt sieht den Ball im Netz zappeln, während Daniel Barth jubelnd abdreht. Mit dem Treffer zum 3:2 schoss der Torjäger seinen FSV Orlatal zum zweiten Mal in Führung.

Foto: Alexander Hebenstreit

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Wenn man als Spitzenteam der Kreisoberliga gegen einen unterklassigen Gegner antritt, sollte eigentlich nichts anbrennen. Eigentlich. Denn ganz so einfach ist die Sache dann doch nicht. Erst recht, wenn der unterklassiger Gegner selbst den Anspruch erhebt, in der kommenden Spielzeit in eben jener Kreisoberliga zu kicken. Das ist beim FSV Orlatal der Fall. Und dass die Mannschaft das Zeug dazu hat, verdeutlichte sie im Pokalfight gegen den großen Nachbarn in beeindruckender Manier.

Mit 4:2 (2:2) rang der Kreisligist den VfB 09 Pößneck in der zweiten Hauptrunde des Kreispokals nieder und triumphierte dabei nicht etwa, weil man den Mannschaftsbus vor dem eigenen Tor parkte oder die technisch versierten VfB-Kicker niederholzte. Es war schlicht ein hochverdienter Erfolg. Ein Erfolg mit Wille und Leidenschaft, aber eben auch mit überzeugenden spielerischen Momenten. Wenn der dann noch vor einer stattlichen Kulisse von 380 Zuschauern gegen den lokalen Platzhirsch gelingt, lässt es sich umso schöner feiern.

Keine zusätzliche Motivation nötig

Eben diese Konstellation dürfte es aber auch gewesen, die den FSV-Akteuren Flügel verlieh. So gab deren Trainer, Jens Reich, zu Protokoll, dass es nicht nötig gewesen sei, die Mannschaft zu motivieren. „Es ist ein Derby. Die Jungs kennen sich. Da musst du als Trainer nicht viel sagen.“ Gästecoach Jürgen Walther, der lobende Worte für den Gegner fand, stellte zumindest in Frage, dass der FSV Orlatal immer so eine Leistung abrufen könne. „Es ist eine gute Truppe. Ob sie jede Woche so ein Spiel abliefern, sei dahingestellt.“

In erste Linie haderte er aber naturgemäß mit der eigenen Vorstellung. „Der 100-prozentige Einsatz, den du in einem Derby einfach brauchst, hat gefehlt“, so Jürgen Walther. Auch beim Stand von 4:2 ließen seine Kicker die Brechstange im Schrank und versuchten sich bis zur Grundlinie zu kombinieren. „Prinzipiell haben wir das ja nicht schlecht gemacht, aber in so einer Phase muss das Ding einfach auch einmal aus dem Halbfeld kommen. Letztlich ist das Aus verdient, aber natürlich sehr ärgerlich für uns“, meint der VfB-Trainer abschließend.

Rückstand wirft Kreisligist nicht aus der Bahn

Dabei schien zunächst alles den erwarteten Verlauf zu nehmen. Zwar hatte Orlatal durch Philipp Fischers Kopfball die erste dicke Chance, doch in Führung ging der favorisierte Gast, für den Christopher Neumann per Flachschuss traf (6.). Unterstützt von vielen Fans blieb der Kreisligist im Spiel und glich wenig später durch den auffälligen Luis Rosenberger aus. Vom Punkt ließ Daniel Barth sogar das 2:1 folgen (33.). „Es war pari, pari. Es war klar, dass Pößneck mehr Ballbesitz haben würde. Aber wir zeigten mehr Wille und Einsatz. Da wird es dann auch für einen höherklassigen Gegner schwierig“, sagte Jens Reich zum Spiel.

Im Stile einer Spitzenmannschaft schlug der VfB 09 aber noch einmal vor der Pause zu und nutzte eine kurze Überzahlphase wegen einer Verletzung eiskalt aus. Marius Trunks Ablage knallte Moses Walther in die Maschen (41.), der VfB 09 schien wieder auf Kurs. Doch diesen Anschein erweckte eben nur der Zwischenstand. Defensiv stand der Gastgeber nach manch kleinem Wackler vor der Pause nun sicher und vorne hatte man ja noch einen gewissen Daniel Barth, der seine unfassbare Torquote auch gegen Pößneck bestätigte. Mit einer weiten Flanke auf Rosenberger leitete er das 3:2 selbst ein und als der Ball zurück ins Zentrum kam, ließ Barth noch Christian Stahl ins Leere rutschen, ehe er sein Team erneut in Führung schoss. Als Julien Schütz drei Minuten später ein starkes Solo zum 4:2 abschloss, war sich auch Jens Reich sicher: Das lassen wir uns nicht mehr nehmen.

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