Gabriele Lorenz sorgt für musikalische Bildung

Krölpa.  Klingendes Orlatal: Mit der Melodika zum Akkordeon und weiter zu Gitarre und Schlagzeug

Gabriele Lorenz ist spezialisiert auf Akkordeon-Unterricht. Im Hintergrund sitzen die pädagogischen Helfer Theo und Toffel.

Gabriele Lorenz ist spezialisiert auf Akkordeon-Unterricht. Im Hintergrund sitzen die pädagogischen Helfer Theo und Toffel.

Foto: Marcus Cislak / Marcus

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„Den Musiklehrer-Beruf mache ich aus Leidenschaft. Um aus der Not heraus Geld zu verdienen, davon rate ich definitiv ab“, sagt Gabriele Lorenz. Sie ist seit 2002 selbstständig innerhalb des bundesweit vertretenem Franchise-Unternehmen Musikschule Fröhlich. Jeder Lehrende ist in einem bestimmten Gebiet tätig, wo er Kleinen und Großen das Spielen von Instrumenten erklärt. Die gelernte Kindergärtnerin Lorenz hat sich auf Melodika und Akkordeon spezialisiert und ist zwischen Pößneck und Kaulsdorf aktiv. Vom Klassischen Liedgut bis hin zu Rock unterrichtet sie. Doch wegen der eigenen musikalischen Präferenz vernachlässige sie auch gern mal die Volksmusik, sagt sie augenzwinkernd.

Nach der Wende begann sie ab 1993 als Angestellte im Saalfelder Standort der Musikschule Fröhlich. „Mein erster Tag an als Lehrerin war der 13. September“, erinnert sie sich noch genau, „unwissentlich unterrichtete ich in dem damaligen Kurs meine künftige Schwiegertochter“, sagt sie lachend. Neun Jahre später wagte Lorenz die Selbstständigkeit und etablierte sich zwischen Orla und Saale.

Neben dem festen Proberaum im ehemaligen Schloss Krölpa, wo sie mit ihrer Akkordeon-Bigband Trap und den dortigen Grundschülern übt, fährt sie wöchentlich noch an die jeweiligen Lehranstalten Am Rosenhügel in Pößneck, Kaulsdorf und Kamsdorf. Schüler der 1. Klasse führt Lorenz zunächst an das Tasteninstrument heran, bei Interesse sogar bis zur Orchesterreife. „Es schafft eine schöne musikalische Gemeinschaft und lässt Freundschaften entwickeln“, sagt die 60-Jährige und ergänzt: „Ich finde, dass ist ein sinnvolles Hobby für Kinder.“

Am liebsten arbeite sie mit Grundschülern zusammen. „Mit der einfach zu erlernenden Melodika und einigen spielerisch-pädagogischen Kniffen kann man innerhalb eines Jahres den Erstklässlern 25 bis 30 Lieder beibringen“, weiß sie aus ihrer langjährigen Erfahrung zu berichten. Und: „Das Instrument kann man lautlos stellen, was bei einer großen Gruppe von Vorteil ist“, sagt sie grinsend. Neben dem Erlernen des Tasteninstruments stehe natürlich der Spaß stets im Vordergrund, so schaffe man Motivation für die Mädchen und Jungen. Bei der pädagogischen Arbeit unterstützen Gabriele Lorenz die beiden Stoffpuppen Theo und Toffel. „Manchmal streiten sich beide oder motivieren sich gegenseitig. Erzählen sich Geschichten und musizieren natürlich mit den Kindern“, berichtet sie von ihren kleinen Helferlein.

Nach einem Jahr werden die interessierten Grundschüler an das Akkordeon herangeführt. „Die Melodika trainiert die rechte Hand, beim Akkordeon konzentriert sich der Unterricht dann mehr auf die linke Hand“, fährt sie fort. Ab da beginne Lorenz, die Kinder in kleineren Gruppen auf Konzerte vorzubereiten, um Gelerntes vor Publikum zu präsentieren. Dazu gehören zum Beispiel die jährlichen Konzerte im Frühsommer in der Krölpaer Pinsenberghalle. Dort musizieren die Kleinen und Großen für Eltern, Großeltern und interessierte Gäste.

Die Jugendlichen und Erwachsenen spielen, neben eigenen Projekten, in der 20- bis 25-köpfigen Musikschul-Band Trap. „Im vergangenen Jahr feierten wir das 15-jährige Bestehen des Orchesters. Das Konzert war ausverkauft“, blickt sie stolz zurück. Da zu der Gruppe nicht nur Akkordeonspieler gehören, sondern Gitarristen, Schlagzeug und Bass, bringt sie den Schülern auch diese Instrumente bei. „Das habe ich mir im Laufe der Zeit autodidaktisch beigebracht“, sagt die Musikpädagogin.

Neben kleineren Auftritten zu Schulfesten, Seniorenfeiern, aber auch Betriebsfesten, steht am 16. Mai auch das große jährliche Konzert in der Pinsenberghalle ins Haus. Außerdem macht sich die 60-Jährige Gedanken um eine Nachfolgerin, ein paar Jahre wären allerdings noch Zeit. „Eine ehemalige Schülerin von mir hat schon Interesse bekundet“, verrät sie. „Aber ich weiß, dass ich nie ganz die Finger davon lassen kann.“

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