Knau

Geteilte Meinungen zu neuen Straßennamen in Knau

Knau.  Kurz vor der Eingemeindung nach Neustadt erhalten vier Straßennamen in Knau eine erweiterte Bezeichnung. Das findet nicht jeder gut.

Der Gemeinderat von Knau beschloss die Änderung der Straßennamen, die sich mit denen in Neustadt doppeln. Unter anderem bekommt der Rosenweg den Zusatz Knauer.

Der Gemeinderat von Knau beschloss die Änderung der Straßennamen, die sich mit denen in Neustadt doppeln. Unter anderem bekommt der Rosenweg den Zusatz Knauer.

Foto: Marcus Cislak

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Ortsbezeichnungen sind identitätsstiftend. Wer sein Leben lang in einem Ort oder einer Straße wohnt, die seit jeher den gleichen Namen tragen, verbindet viel damit. Änderungen sind oft schmerzhaft und benötigen eine längere Gewöhnung. In Knau, das ab 1. Januar ein Ortsteil von Neustadt sein wird, werden vier Straßennamen geändert. Sie würden sich doppeln. Auch die Postadresse, inklusiver neuer Postleitzahl, ist künftig anders. In Knau ist man geteilter Meinung.

„Ich finde die Umbenennung der Straßennamen sehr schade“, sagt Katrin Flemming. Sie ist in Knau aufgewachsen. Sie meint, dass die Kreativität bei der Umbenennung etwas zu wünschen übrig lassen würde. „Da ich im Rosenweg wohne, trifft mich die Umbenennung direkt.“ So heißt er ab Januar Knauer Rosenweg. Das sei zunächst erst einmal Geschmackssache, doch dass das neue Wohngebiet, zu welchem aktuell ein Bebauungsplanentwurf vorliegt, als Am Rosenweg bezeichnet wird, löst bei der Knauerin befremden aus. Flemming fragt: „Warum dann nicht diesen Namen wählen? Klingt für mich immer noch besser als Knauer Rosenweg.“

Die Neustädter und Pößnecker Straße wird jeweils ergänzt mit der Vorsilbe Land, so dass ab 2020 die Bewohner in der Pößnecker Landstraße und in der Neustädter Landstraße ihre Bleibe haben. Die Hauptstraße, die Nord-Süd Verkehrsader in der Gemeinde, erhält den Zusatz Knauer. Helga Flemming, die in letzterer lebt, findet den neuen Namen auch nicht so gut: „Das ist schon komisch“, sagt sie kurz angebunden, als ihr ein Paketbote ein Karton zustellt. Sie wird sich künftig ihre Post an eine veränderte Adresse schicken lassen müssen, die mit 07806 Neustadt endet, statt 07389 Knau. „Das ist schon komisch. Ich fühle mich als Knauerin“, sagt sie. Manuela Hendel, Angestellte im örtlichen Lebensmittelmarkt, habe sich noch nicht so viele Gedanken gemacht und meint: „Solange es dann einen Ortsteilbürgermeister als Ansprechpartner gibt, sehe ich kein Problem mit der Eingemeindung.“

Als künftiger Neustädter empfindet sich Kurt Krüger nicht. Er habe zwar auch kein Problem mit der Straßennamenänderung, blicke aber eher nach Pößneck. „Auch wenn ich in Neustadt geboren bin“, sagt er lachend. Man sei mittendrin. Sowohl Schleiz, Pößneck und Neustadt sind gleich weit weg. Knau als Zentrum einer ländlichen Gemeinde wäre sinnvoller gewesen. Das ehemalige Gemeinderatsmitglied findet zudem, dass eine wirkliche Bürgerbefragung zu der Eingemeindung gefehlt habe. Dem widerspricht Marco Weise vehement, Mitglied im Rat, und verweist außerdem auf eine weitere Versammlung am 25. November. Man habe auch im Vorfeld ausreichend in mehreren öffentlichen Versammlungen darüber gesprochen. Schwierigkeiten habe er nicht damit, bald von Neustadt verwaltet zu werden. „Das Leben geht weiter.“ Und: „Ein paar Pakete finden den Weg vielleicht nicht so schnell hierher.“ Ein paar Bedenken, so Weise weiter, äußerten Gemeinderatsmitglieder, wenn Autonavigationssysteme anfangs Knau nicht mehr finden würden. Er ist Ingenieur und hat seinen Firmensitz in der künftigen Knauer Hauptstraße. Es werde ein gewisser Verwaltungsakt werden, diese an den betreffenden Stellen umzumelden. Einige Kosten werde er dafür haben. Weise sieht dem jedoch gelassen entgegen: „Das ist nicht weiter schlimm.“

Die Kosten für die behördlichen Umtragungen für die Einwohner selbst übernimmt die Stadt Neustadt. Aber Katrin Flemming befürchtet, dass die Bürokratie, die die Eingemeindung nach sich zieht, trotzdem aufwendiger werden könnte. „Da wir vor sechs Monaten erst umgezogen sind, freuen wir uns natürlich wieder sehr auf die bevorstehenden Behördengänge“, sagt sie sarkastisch.

Alle Knauer würden Neuland betreten, fasst Ortsbrandmeister Steffen Elst die Debatte zusammen. „Wir werden uns an die neuen Adressen und weiteren Veränderungen schon gewöhnen“, blickt er optimistisch in die Zukunft.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Zu den Kommentaren