Gössitzer wollen ihren kulturgeschichtlichen Schatz erhalten

Gössitz  Zum Benefizkonzert für die Restaurierung der historischen Trampeli-Orgel in der Dorfkirche war mitreißende Musik zu hören

Carsten Tupaika, Ronny Lösche und Ronny Schwalbe (von links) .

Carsten Tupaika, Ronny Lösche und Ronny Schwalbe (von links) .

Foto: Helmut R. W. Herrmann

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Die Evangelisch-Lu­therische Kirchgemeinde Gössitz hatte am Sonntag zu einem Italienischen Abend eingeladen. Das Benefizkonzert für die Restaurierung der historischen Trampeli-Orgel in dem Gotteshaus lockte viele Einwohner und auch Gäste an.

Der Organist des Abends, Ronny Schwalbe, hauptberuflich Kulturamtsleiter der Stadt Neustadt, sowie Carsten Tupaika und Ronny Lösche, zwei Studienkollegen, an der Trompete bestritten das musikalische Programm. Es erklang italienische Musik des Frühbarocks – prachtvoll, verspielt, mitreißend! Johann Sebastian Bach durfte nicht fehlen, denn an seiner Musik ließ sich hörbar darstellen, dass die altehrwürdige Kirchenorgel von 1803 dringend überholungsbedürftig ist.

Die ostthüringisch-westsächsische Orgelbauwerkstatt Trampeli fertigte viele hochwertige Orgeln in ihrem Geschäftsgebiet, allein im Saale-Orla-Kreis gibt es noch drei: Gössitz, Triptis und Gefell. Gern wird deren Klang auch mit den legendären Silbermannorgeln verglichen. So ist es selbstverständlich, dass dieser kulturgeschichtliche Schatz in Gössitz erhalten werden muss.

Für die italienischen Stücke hatten fleißige Helfer extra aus Neustadt eine Truhenorgel herbeigeschafft und die Unterschiede zur Original-Kirchenorgel, mit der vieles nicht mehr gespielt werden kann, waren deutlich hörbar. Zusätzlich erläuterte Ronny Schwalbe zwischen den Musikstücken Einzelheiten der schon dieses Jahr beginnenden Restaurierung und zum ­finanziellen Aufwand.

Obwohl bereits viele Mitglieder der Kirchgemeinde und weitere Einwohner für die Orgel gespendet haben, konnten am Sonntagabend weitere Gelder gesammelt werden, zum Beispiel mit attraktiven Orgelpatenschaften. Für die Musiker, die teils weit angereist waren und natürlich ohne Gage auftraten, war es erfreulich, eine bestens gefüllte Dorfkirche vorzufinden.

Nach dem Konzert führte Ronny Schwalbe viele interessierte Gäste auf die Orgel­empore und diesen waren nicht zuletzt Blicke ins Innere des Instrumentes vergönnt. Mit ­italienischen Leckereien und Getränken klang ein entspannter Abend aus und es ist zu hoffen, dass sich weitere Mittel für die Restaurierung der wunderschönen Orgel finden.

Quasi im Vorbeifahren kam Familie Janik aus Bad Sulza zum Konzert und war begeistert von dem, was sie noch hören konnte. Die Dauercamper an der Saale waren auf dem Heimweg, als der Orgelklang sie in die Kirche zog.

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