Meine Meinung

Goldgrube Wiewärthe

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Marius Koity

Marius Koity

Foto: Peter Cissek

Marius Koity über einen alten Traum der Menschheit.

Gold aus Müll zu schöpfen, ist nicht nur ein alter Traum der Menschheit, sondern im wörtlichen wie im übertragenen Sinne das Geschäftsmodell vieler aufstrebenden Firmen. Der ausgeklügelten Wiederverwertung von Altstoffen unterschiedlichster Art sind – auch im Orlatal – jetzt schon ziemlich viele Arbeitsplätze in allen Lohngruppen zu verdanken, was allerdings völlig untergeht im Hass vieler Leute auf jede Vision und Information, die irgendwie von umweltpolitischer Relevanz ist.

Der Grünen-Kommunalpolitiker Steve Richter und seine Mitstreiterinnen im Pößnecker Stadtrat und Kreistag des Saale-Orla-Kreises dürften die nunmehr langfristig orientierte Zusammenarbeit des Zweckverbandes Abfallwirtschaft mit den Baustoffforschern von Polycare Research Technology aus dem südthüringischen Gehlberg mit Genugtuung zur Kenntnis nehmen.

Als er sich im vergangenen Jahr für die innovative Technologie stark gemacht hatte, weil sie auch eine vernünftige Alternative zur umstrittenen Endlagerung von Schwarzaer Müllverbrennungsresten auf der Pößnecker Deponie Wiewärthe sein könnte, fand er in keinem der beiden Parlamente Gehör. Vielleicht hatte er auch nur das Pech, in etwa zur gleichen Zeit wie der Zweckverband auf Polycare gekommen zu sein.

Müll kostet in jeder Hinsicht Geld, manchem Einheimischen zu viel Geld. Ob der Zweckverband Abfallwirtschaft Saale-Orla mit seinem Rohstoff Müll jemals Geld verdienen wird, um die Entsorgungskosten wenigstens zu senken, werden wir sehen. Abwegig ist es angesichts eines früher oder später erwartbaren Wettbewerbes um unseren Unrat nicht. Wirtschaftswissenschaftler stellen ja jetzt schon einen mitunter internationalen „Kampf um den Müll“ fest.

Wer weiß, vielleicht erleben es die heutigen jungen Pößnecker noch, dass die Müllberge auf der Wiewärthe abgetragen werden. Weil da im wörtlichen wie im übertragenen Sinne mehr Gold drin steckt als in irgendwelchen Minen.

Pößneck/Rudolstadt: Müllverbrennungsreste sollen zu Betongold veredelt werden

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